München eröffnet Kompetenzzentrum Internationale Pflege: Pilotprojekt gegen Fachkräftemangel

In der Münchner Kraepelinstraße 18 startet ein bundesweit beachtetes Pilotprojekt: Im neuen Kompetenzzentrum Internationale Pflege werden ausländische Pflegekräfte praxisnah qualifiziert, ihre Abschlüsse anerkannt und so dringend benötigtes Personal für Kliniken und die häusliche Versorgung gewonnen.
Hüseyin Ince
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Die Chefin der München Klinik, Petra Geistberger, Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek und die Leiterin des Kompetenzzentrums Internationale Pflege, Jacqueline Schaller.
Die Chefin der München Klinik, Petra Geistberger, Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek und die Leiterin des Kompetenzzentrums Internationale Pflege, Jacqueline Schaller. © Daniel von Loeper

Schon seit einigen Wochen werden in der Münchner Kraepelinstraße 18 internationale Pfleger weitergebildet. Das Kompetenzzentrum Internationale Pflege (KiP) ist ein Pilotprojekt, das die Stadt mit 2,9 Millionen Euro finanziert und drei Jahre laufen wird. Gut investiertes Geld. Letztlich geht es in diesen stilvollen und frisch restaurierten Kellerräumen darum, dass einer der Branchen mit dem größten Fachkräftemangel mehr Personal zugeführt wird: dem Pflegesektor.

Die Chefin der München Klinik, Petra Geistberger, die Gesundheitsreferentin Münchens, Beatrix Zurek (SPD) sowie die Leiterin des neu geschaffenen KiP haben nun nach Abschluss der Renovierungsarbeiten das Kompetenzzentrum am frühen Donnerstagnachmittag eingeweiht. "Hier geht es darum, dass die internationalen Abschlüsse von Pflegern anerkannt werden", sagte Geistberger.

Üben, solange es braucht, sei das Motto. Geistberger dankt dem Stadtrat, der die finanziellen Mittel bewilligte sowie Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) und auch dem Gesundheitsreferat, die die treibende Kraft hinter der Entstehung des KiP gewesen seien.

An der Baby-Puppe lässt sich der Puls messen

Theorie und Praxis der Pflege, das ist das Motto. Zur Übung liegen in den Souterrain-Räumen des KiP auch einige menschenschwere Puppen, wie etwa eine Mutter neben ihrem Neugeborenen oder Seniorinnen und Senioren. Das Neugeborene kann auch so schreien wie eines, die Pfleger der Zukunft können auch den Puls der Puppe messen.

Bei den Senioren-Puppen wird am Donnerstag der Routinebesuch, also die Akutpflege zu Hause geübt. Die KiP-Leiterin Schaller sagt: "Wir haben auch einen Raum, in dem wir das Gespräch mit den Angehörigen simulieren." So werden unter anderem auch die Sprachkenntnisse der künftigen Fachkräfte geschult. Und sie betont, dass es sich um echte Betten handelt, die bis auf Bodenebene absenkbar seien.

Gesundheitsreferentin Zurek freut sich, dass die München Klinik den Zuschlag für das Pilotprojekt bekommen hat. Doch eigentlich sei das KiP ein Thema, das ja nicht nur die Stadt betreffe. Sie hofft, dass nach der Evaluierung mindestens bayernweite, wenn nicht gar bundesweite solcher "Parcours-Prüfungen" entstehen. "Das kann nicht nur die Aufgabe einer Großstadt sein", so Zurek. Der Fachkräftemangel betreffe schließlich das ganze Land.

Fortzubildender Mohamed Rafi Esmael. Der gebürtige Inder steht vor einer der lebensnahen und menschenschweren Pflegepuppen.
Fortzubildender Mohamed Rafi Esmael. Der gebürtige Inder steht vor einer der lebensnahen und menschenschweren Pflegepuppen. © Daniel von Loeper

"Natürlich will ich in einer Münchner Klinik arbeiten"

Bis zu 500 internationale Pflegekräfte können im KiP jährlich ausgebildet werden und später das Anerkennungsverfahren ihres Abschlusses durchlaufen. Einer der "Pflege-Azubis" – sie haben ja bereits einen Pflege-Abschluss aus ihrem Heimatland – ist Mohamed Rafi Esmael (39). Rafi arbeitet bereits als Pfleger im Klinikum rechts der Isar.

Heute auf dem Lehrplan: Blutzuckerkontrolle, Sauerstoffmessung und ganz wichtig: Dokumentation des Hausbesuches. Was Esmael nach der Anerkennung eines Abschlusses machen möchte? "Natürlich in einer Münchner Klinik weiterarbeiten", sagt der gebürtige Inder.

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