München: Dubioser Gold-Deal fliegt durch Unfall auf

Ein Unfall in München lässt ein dubioses Geschäft auffliegen. Es geht um Geld und Gold für über 100.000 Euro.
| Ralph Hub
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War es Mord? Im Fall einer toten Frau aus Rumänien ermittelt die Münchner Polizei und startet einen Zeugenaufruf. (Symbolbild)
Karl-Josef Hildenbrand/dpa War es Mord? Im Fall einer toten Frau aus Rumänien ermittelt die Münchner Polizei und startet einen Zeugenaufruf. (Symbolbild)

München - Es begann mit einem Routineeinsatz: Ein 32-Jähriger hatte mit seinem BMW X5 eine 26-Jährige angefahren und verletzt, als er in Sauerlach in der Wolfratshauser Straße rückwärts rangierte. Der SUV erfasste dabei die Frau und drückte sie gegen ihren am Straßenrand geparkten Audi A3. Die 26-Jährige wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Ein tragischer Unfall, wie es zunächst schien und für die Polizei eigentlich nur ein Routinefall. Doch dann wurde die Sache schnell merkwürdig.

Auffallend war zunächst die Uhrzeit, zu der der Unfall passierte: Sonntag gegen 0.30 Uhr. Eine Zeit, um die in dem gut 8.000 Einwohner zählenden Dorf im südlichen Landkreis München eigentlich kaum mehr einer auf der Straße unterwegs ist.

Ausgerechnet hier soll ein 32-Jähriger, der im rund 180 Kilometer entfernten Landkreis Neumarkt (Oberpfalz) lebt, eine 26-Jährige verletzen, die wie er aus genau demselben Landkreis stammt. Eine merkwürdige Konstellation und so, wie es inzwischen aussieht, alles andere als Zufall.

Durch Unfall fliegt Betrug auf

Während der Unfallaufnahme erfuhren die Polizisten, dass der BMW-Fahrer offenbar Opfer eines geschickt eingefädelten Anlagebetrugs ist. Dabei geht es um hohe Investitionen in Gold, wie die Polizei am Dienstag mitteilte. Über Monate hinweg soll der Oberpfälzer bei mehreren Treffen an verschiedenen Orten Summen von mehreren Zehntausend Euro an einen 23-Jährigen aus Sauerlach übergeben haben. Insgesamt soll es sich um einen Betrag von mehr als 100.000 Euro handeln. In der Nacht auf Sonntag trafen sich der Oberpfälzer und der Sauerlacher erneut. Doch diesmal hatte der BMW-Fahrer kein Geld dabei. Es kam zum Streit und in der Folge offenbar zum Unfall.

Welche Rolle die 26-Jährige bei dem dubiosen Gold-Deal spielt, versucht die Kripo derzeit herauszufinden. Der 23-Jährige aus Sauerlach ist bei der Münchner Polizei jedenfalls kein unbeschriebenes Blatt mehr, gegen ihn wurde bereits ermittelt, und zwar wegen eines Betrugsdeliktes.

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