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Ab Montag droht in München ein Streik-Chaos

Bis zu 100 Kitas sind wegen des Warnstreiks zu, an Kliniken fallen Operationen aus – und ab Dienstag könnte die U-Bahn aus Gründen der Sicherheit ganz stillstehen.
| Irene Kleber
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Neben Kitas werden auch Mitarbeiter der München Klinik am Montag streiken. (Archivbild)
Neben Kitas werden auch Mitarbeiter der München Klinik am Montag streiken. (Archivbild) © Friso Gentsch/dpa

München - Es wird ein schwieriger Start in die Woche für viele Münchner. Der Warnstreik im öffentlichen Dienst trifft die Stadt an empfindlichen Stellen – bei Kitas, in Krankenhäusern, bei der Stadtverwaltung, den Stadtwerken und bei U-Bahn, Bus und Tram. Am Dienstag könnte die Münchner U-Bahn sogar komplett lahmgelegt sein – aus Sicherheitsgründen.

Bis zu 100 der rund 450 Münchner Krippen, Kindergärten und Horte werden laut der Gewerkschaft Verdi ab Montag bestreikt.

Wo genau komplett oder teilweise geschlossen ist, haben die Eltern am Freitag noch vom Kitapersonal erfahren. "Bei der Abholung der Kinder, oder danach über Whatsapp-Gruppen oder Mails", berichtet ein ziemlich wütender Daniel Gromotka, Sprecher des Gesamtelternbeirats (GEBHT), der AZ: "Schlimm, dass dieser Streik gerade jetzt auf dem Rücken der Kinder und Familien ausgetragen wird."

"In manchen Teilen sind es ein paar Stunden, in anderen Teilen ist es der ganze Tag", sagte der Gewerkschaftssprecher in Bayern, Hans Sterr, am Montag zur Dauer der Aktionen. Für die kommenden Tage kündigte er an: "Es wird eine lebhafte Woche bleiben." Details wollte er noch nicht verraten.

Der Kitastreik ist den Gewerkschaften Verdi und GEW offenbar aus dem Ruder gelaufen und wird viel massiver ausfallen als geplant. Eigentlich hätte pro Einrichtung nur eine Person streiken sollen, damit die Kitas geöffnet bleiben können.

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Kita-Mitarbeiter sind von der Stadt enttäuscht

Nun nützen Erzieher den Warnstreik aber auch, um für mehr Gesundheitsschutz unter Coronabedingungen zu protestieren. OB Dieter Reiter hatte den Streikaufruf für Kitas scharf kritisiert, mit Blick auf die ohnehin schon strapazierten Familien.

Streikende Erzieherinnen und Erzieher treffen sich am Montag um 10 Uhr am Marienplatz, das KVR hat eine Streikdemo für maximal 200 Leute genehmigt, erklärt Münchens Verdi-Chef Heinrich Birner. Der Kita-Streikaufruf sei auf den Montag begrenzt, so Birner.

Einschränkungen in Krankenhäusern

Auch an den Städtischen Krankenhäusern wird es am Montag empfindliche Einschränkungen geben. In den Kliniken Schwabing, Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach und Thalkirchner Straße streiken Pfleger, Krankenschwestern und Physiotherapeuten. "Es kann sein, dass die eine oder andere Operation ausfällt", sagt Birner zur AZ.

"Aber alle lebensnotwendigen OPs finden statt." Um die Notfallversorgung sicherzustellen, habe die Gewerkschaft mit der Klinikleitung eine Notdienstvereinbarung verhandelt. Die streikenden Klinikmitarbeiter versammeln sich um 9 Uhr am Schwabinger Krankenhaus.

Auch beim KVR und im Sozialreferat könnten am Montag einige Abteilungen dicht sein, welchen Service es genau betrifft, war gestern bei Verdi noch unklar.

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"Stochern im Nebel" beim öffentlichen Nahverkehr

Schlimm könnte es am Dienstag für U-Bahn-Nutzer kommen. "Verdi hat uns vorab nicht verraten, ob U-Bahn, Busse oder Trams bestreikt werden", sagte Matthias Korte, Sprecher der Münchner Verkehrsgesellschaft MVG am Sonntag zur AZ. "Wenn die U-Bahn betroffen ist, müssen wir den Betrieb aus Sicherheitsgründen ganz einstellen. Wir können ja nicht Menschen in die U-Bahnhöfe lassen, wenn wir nicht wissen, ob ein Zug kommt und sie auch abholt."

Bei den Trams und Bussen müsse man sehen, wie viel Personal zur Arbeit kommt. Korte: "Wir stochern im Nebel."

Die nächste Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern von Bund und Kommunen im Tarifstreit ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt. Gut möglich, dass es bis dahin nochmal Streiks gibt. Mit dem Bereich Kitas, heißt es bei Verdi, werde man aber sehr sorgsam umgehen.

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