Mordinstrument sichtbar machen

Um das Fallbeil, mit dem auch die Geschwister Scholl ermordet wurden, ist eine intensive Diskussion entbrannt.
| dpa
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München - Eine Ausstellung der Guillotine, mit der wohl die Geschwister Scholl von den Nationalsozialisten ermordet wurden (AZ berichtete), hat eine lebhafte Debatte ausgelöst.

Die Vorsitzende der Weiße Rose Stiftung, Hildegard Kronawitter, sagte: „Ja, man sollte das Mordinstrument sichtbar machen, aber in einem geeigneten Umfeld.“ Die Guillotine liegt seit Jahrzehnten weitgehend unbeachtet im Depot des Bayerischen Nationalmuseums in München.

Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um das Fallbeil handelt, mit dem Hans und Sophie Scholl getötet wurden. Allein sieben Mitglieder der „Weißen Rose“ seien mit der Guillotine ermordet, aber noch 1000 weitere Menschen getötet worden, so Kronawitter.

Sie sprach sich dagegen aus, das Fallbeil im Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg zu zeigen, das 2018 eröffnet wird. Sie könne sich nicht vorstellen, dass dort genug Raum für die nötigen Erläuterungen sei.

Der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, Karl Freller, mahnte größte Vorsicht und Sensibilität für den Fall einer Ausstellung des Fallbeils an. Die Tötungsmaschine dürfe nicht wie ein Sensationsstück präsentiert werden: „Das Ganze muss Würde haben für die Opfer.“

Laut Freller sollte die Weiße Rose Stiftung in die Planung eingebunden werden. Er regte eine Prüfung an, ob eine Präsentation im künftigen Münchner NS-Dokumentationszentrum sinnvoll sein könne. Auch Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU) hatte sich für einen pietät- und würdevollen Umgang mit dem Fund ausgesprochen.

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