Millionendieb gefasst: Aber wo ist die Beute?

Drei Tage währt sein Traum vom großen Geld. In Ungarn wird der Geldtransportfahrer dann an der Grenze geschnappt. Wo die Beute ist, ist derzeit aber noch nicht klar.
| Ralph Hub
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Rijad K. wurde an der ungarisch-serbischen Grenze erwischt.
dpa, Polizei Rijad K. wurde an der ungarisch-serbischen Grenze erwischt.

München - Mittwochmorgen um 8:30 Uhr lässt Rijad K. seinen Geldtransporter auf einem Parkplatz in Kleinhadern stehen. Er und ein Komplize verschwinden mit der Ladung: 1,1 Millionen Euro. Freitag um 16:30 Uhr wird der 29-Jährige dann an der ungarisch-serbischen Grenze gefasst. Er ist alleine unterwegs.

Nach etwas mehr als 850 Kilometer ist die spektakuläre Flucht des gebürtigen Serben zu Ende. In Bácsalmás, einer kleinen Stadt etwa 200 Kilometer südlich von Budapest unmittelbar an der Grenze zu Serbien, versucht sich Rijad K. zu Fuß über die Felder an ungarischen Grenzschützern vorbeizuschleichen. Doch der Plan geht schief. Die Sicherheitskräfte entdecken den 29-Jährigen und nehmen ihn fest.

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Am Grenzübergang Bácsalmás (kleines Foto) wurde der Dieb gefasst. (Zum Vergrößern bitte auf die Karte klicken.) Foto/Karte: Google Earth

Wo ist der Komplize?

Als die Beamten die Personalien überprüfen, stellt sich heraus, dass sie es nicht mit einem Schmuggler oder Schleuser zu tun haben, sondern mit einem international gesuchten Millionendieb. Die Ungarn informieren das BKA. "Wir wissen weder, ob er alleine oder zusammen mit anderen Verdächtigen festgenommen worden ist, noch haben wir Informationen, ob er die Beute bei sich hatte", betont Florian Hirschauer, Sprecher des Polizeipräsidiums München.

Anzunehmen ist, dass die ungarische Polizei die deutschen Kollegen informiert hätte, wenn es eine zweite Festnahme gegeben hätte. Demnach wäre der zweite Täter noch auf der Flucht. Bei dem Mann soll es sich um einen Freund von Rijad K. handeln. Auch er soll aus Ex-Jugoslawien stammen und zuletzt in München gewohnt haben.

Rijad K. hatte am Mittwoch während seiner Tour zu verschiedenen Münchner Banken zwei Kollegen ausgetrickst. Er setzt sie an einer Bank ab, fuhr mit dem Geldtransporter ein paar Hundert Meter weiter auf einem Parkplatz in der Rolf-Pinegger-Straße. Dort wartete der Komplize mit einem Fluchtwagen. Sie luden die Beute um und verschwanden. Die Flucht führte Rijad K. über Wien und Budapest. Offenbar haben sich die Männer unterwegs getrennt um, um weniger aufzufallen. Vermutlich wollten sie sich nach der Grenze in Serbien treffen, um die Beute zu teilen.

Lesen Sie auch: Rijad K. - Vom kleinen Gauner zum gerissenen Millionendieb

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