Mehr Lacher als die Fastenpredigt: So war das Singspiel

Wie’s jetzt war, das Singspiel? "A bisserl magisch, a bisserl post-apokalyptisch, aber auch heldenhaft", hatten seine Macher Richard Oehmann und Stefan Betz vorab angekündigt und dem Protagonisten Hubert Aiwanger in den Mund gelegt, das Gebotene bewege sich "in dem magischen Dreieck zwischen Alchemie, schwarzer Magie und Fleckenentfernung". Joah, kann man so sagen.
Das Singspiel hat mehr Lacher abbekommen
Was es auf jeden Fall schon mal nicht war: fad. Sondern durchaus schmissig, fetzig, lebhaft, wenn auch nicht überaus bissig und damit in der Spur der zuvor gehörten Fastenpredigt des neuen, noch ein bisserl zahm geratenen Bruder Barnabas, Stephan Zinner. Da hat das Singspiel trotz der ein oder anderen Länge schon mehr Lacher und sogar ein paar freudige Johler und Juchzer abbekommen.
Kommunalwahl spielt fast keine Rolle
Was jedenfalls auffiel: dass die am Sonntag anstehende und draußen vor der Tür flächendeckend plakatierte Kommunalwahl fast keine Rolle spielte. Aus Münchner Sicht schon ein wenig schade, hätte über diverse Kandidaten (ein FC-Bayern-Aufsichtsrat! Patrizia Riekel! Michi Graeter!) doch durchaus der ein oder andere Jokus auf dem Elfmeterpunkt gelegen. Doch bis auf den amtierenden Oberbürgermeister kam gar kein Münchner vor – und so hätte dieses Singspiel beinahe auch in Bamberg, Schweinfurt oder Augsburg spielen können, so wenig München-Bezug hatte es. Dafür: Brilon, Duisburg, Berlin. Aber sei’s drum, das große Ganze ging diesmal halt vor, kein Wunder bei der Weltenlage. Da muss Barde Söder dann ausnahmsweise mal die zweite Geige spielen, "obwohl ich das natürlich alles viel besser könnte" als Ritter Friederich von der traurigen Gestalt.