Mehr Kameras und neue Notrufsäulen

Staatsregierung, Deutsche Bahn und BOB wollen nach dem Mord an Dominik Brunner ein neues Konzept für mehr Sicherheit in den S-Bahnen und auf den Stationen vorlegen. Die MVG stellt ihre verbesserten Warnautomaten vor.
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MVG-Chef Norbert König mit der neuen Notrufsäule am Hauptbahnhof.
Martha Schlüter MVG-Chef Norbert König mit der neuen Notrufsäule am Hauptbahnhof.

Staatsregierung, Deutsche Bahn und BOB wollen nach dem Mord an Dominik Brunner ein neues Konzept für mehr Sicherheit in den S-Bahnen und auf den Stationen vorlegen. Die MVG stellt ihre verbesserten Warnautomaten vor.

MÜNCHEN Nach dem Mord an Dominik Brunner am Sollner S-Bahnhof wird die Sicherheit in den S-Bahnen und an den Stationen verstärkt. Darauf einigten sich Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) mit der Deutschen Bahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft. In dem neuen Konzept geht es vor allem um die Videoüberwachung. Die soll in der S-Bahn und auf den Stationen ausgebaut werden.

„Es muss möglich sein, dass die Polizei bei einem Notruf direkt auf die Stationsüberwachungskamera aufschalten kann“, sagte Zeil nach einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Bahn und der Bayerischen Oberlandbahn (BOB).

Dabei ging es bei dem Treffen mit dem Wirtschaftsminister nicht allein um Videoüberwachung. Wie berichtet, war die von der BOB aufgestellte Notrufsäule am Bahnhof Solln am Samstag, als dort Dominik Brunner von Jugendlichen totgeprügelt wurde, zwar intakt aber nicht in Betrieb. Die Notrufsäulen in Solln und weitere etwa 20 an den von der BOB angefahrenen Bahnhöfen wären längst einsatzbereit. Doch Streitereien zwischen der Bahn, der die Bahnhöfe und die Gleisanlagen gehören und der Oberlandbahn, die für die Benutzung der Infrastruktur bezahlen muss, hatten ihre Aktivierung verhindert. Bis jetzt.

„Es ist völlig inakzeptabel, dass die Menschen diese Sicherheitseinrichtungen nicht nutzen können“, kritisierte Zeil das bisherige Gerangel zwischen den beiden Unternehmen. Immerhin versprachen Deutsche Bahn und BOB nun „umgehend“ für die Inbetriebnahme der Notrufsäulen zu sorgen.

Vor dem Treffen hatte sich der Streit zwischen beiden Unternehmen zugespitzt. Ein Sprecher der Deutschen Bahn in Bayern sagte, die Notrufsäulen seien nicht Eigentum der Bahn und warf der BOB vor, sie habe die Säule in Solln ohne Absprache mit der DB illegal aufgebaut. BOB-Chef Heino Seeger entgegnete wiederum, sein Unternehmen sei vertraglich verpflichtet gewesen, die Säulen aufzubauen. Außerdem habe sich die DB in den Vertragsverhandlungen „unfreundlich“ gezeigt. Offenbar ist die Notrufsäule in Solln seit fünf Jahren angeschlossen aber nicht eingeschaltet.

Ganz ohne Zoff hat unterdessen die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre Sicherheits-Initiative fortgesetzt. Gestern nahm MVG-Chef Herbert König am Hauptbahnhof die ersten zwei Exemplare einer neuen Generation von Notrufsäulen in Betrieb: „Sie bündeln sämtliche Sicherheitseinrichtungen an zentraler Stelle und verbessern damit deren Präsenz und Auffindbarkeit im Notfall.“ Zu finden sind an der Säule Notruf, Info-Ruf, die Nothalt-Klappe für den einfahrenden Zug, ein Feuerlöscher und ein Defibrillator.

„Damit wird eine wichtige Lücke geschlossen“, begrüßte Andreas Nagel von der Aktion Münchner Fahrgäste die neuen Notrufsäulen. Allerdings sorge nicht allein die Technik für die Sicherheit – sondern „die Menschen, die sie bedienen.“

hu, rke

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