Mehr Barrierefreiheit: Stadtrat beschließt Fachstelle "Inklusion und Gesundheit"

Dort wird künftig die inklusive Gestaltung des Münchner Gesundheitswesens gebündelt und konzeptionell weiterentwickelt. Denn viele Arztpraxen sind nicht barrierefrei.
| Lukas Schauer
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Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek.
Münchens Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek. © imago images/Oryk Haist

München -  Es ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention: München bekommt eine Fachstelle für "Inklusion und Gesundheit".

Zu den Aufgaben dieser neuen Stelle zählen die Entwicklung und Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung der Teilhabe an den Gesundheitsleistungen sowie Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen mit Behinderung. Sie wird bis Ende des Jahres ihre Arbeit aufnehmen.

Viele Arztpraxen sind nicht barrierefrei

Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Ich bin froh, dass wir mit der Fachstelle Inklusion und Gesundheit endlich über ausreichend Kapazität verfügen, um die Münchner Gesundheitseinrichtungen bei einer inklusiven Ausgestaltung zu unterstützen und zu begleiten. So sind immer noch beispielsweise viele Arztpraxen in Gebäuden untergebracht, die über keinen barrierefreien Zugang verfügen oder es fehlt an Hilfsmitteln wie einen Hebelifter oder Leitsysteme für Menschen mit Sehbehinderung."

Menschen mit Behinderung sind ganz besonders auf eine gute Gesundheitsversorgung angewiesen. So treten beispielsweise viele Erkrankungen bei Menschen mit Behinderungen häufiger und früher auf. Schmerzen und Krankheiten von Menschen mit kognitiven oder komplexen Behinderungen werden oft nicht rechtzeitig erkannt und dann erst später behandelt, zudem sind die Krankheitsverläufe oft komplizierter.

Gynäkologische Sprechstunde für Frauen mit Mobilitätseinschränkungen

In München leben zirka 112.000 Menschen mit einem amtlich anerkannten Schwerbehinderungsgrad von mindestens 50 Prozent. Dies sind 7,2 Prozent der Münchner Gesamtbevölkerung. 

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Zugleich beschloss der Stadtrat die Einrichtung einer gynäkologischen Sprechstunde für Frauen und Mädchen mit Mobilitätseinschränkungen. Denn aktuell gibt es keine Frauenarztpraxis in ganz München und Umgebung, die mit Lifter, geeigneten Behandlungsliegen und barrierefreien Toiletten ausgestattet ist. Für Frauen und Mädchen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, fehlt somit eine adäquate gynäkologische Behandlungsmöglichkeit. 

Ab dem 13. Oktober findet nun in einem Modellprojekt immer mittwochs in den Räumlichkeiten des Gesundheitsreferats (Bayerstraße 28 a) eine gynäkologische Sprechstunde speziell für mobilitätseingeschränkte Frauen statt.

Pilotprojekt für 30 Monate

Die Sprechstunde ist zunächst als Pilotprojekt mit einer Laufzeit von 30 Monaten angedacht. Langfristig soll sie auch für Menschen mit anderen Formen der Behinderung ausgebaut werden, wie beispielsweise einer seelischen Behinderung, Sinnesbehinderung und geistiger Behinderung. Das Gesundheitsreferat erarbeitet hierzu einen Vorschlag.

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Dazu sagt SPD-Stadträtin Barbara Likus: "Jede Frau hat das Recht auf eine gute frauenärztliche Beratung und Behandlung – das zählt selbstverständlich auch für Frauen mit Mobilitätseinschränkung. Deshalb bin ich froh, dass wir diesen wichtigen Schritt zu mehr Barrierefreiheit und Teilhabe jetzt endlich gehen."

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