Max Schmederer: Der Herr der Krippen - Ausstellung in München

Vor 100 Jahren starb der Münchner Sammler Max Schmederer: Dem Bayerischen Nationalmuseum schenkte er 1900 seine heute weltberühmte Krippensammlung.  
| Eva von Steinburg
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Lebendige Anbetungsszene aus der "Palastkrippe". Max Schmederer hat sie zusammengestellt. Rechts der passionierte Figuren-Sammler, Bankier und Stifter.
Bayerisches Nationalmuseum Lebendige Anbetungsszene aus der "Palastkrippe". Max Schmederer hat sie zusammengestellt. Rechts der passionierte Figuren-Sammler, Bankier und Stifter.

Vor 100 Jahren starb der Münchner Sammler Max Schmederer: Dem Bayerischen Nationalmuseum schenkte er 1900 seine heute weltberühmte Krippensammlung.

München - Puppenstuben und Weihnachts-Krippen faszinieren. "Eine Theaterszene wird eingefroren: Man sieht lebendig gestikulierende Menschen, schlagartig in den Dornröschen-Schlaf gefallen", mutmaßt Helga Puhlmann vom Bayerischen Nationalmuseum, über die Gründe dieser Faszination.

Vor 100 Jahren starb der Münchner Max Schmederer. Er hat dem Bayerischen Nationalmuseum 1900 seine heute weltberühmte Krippensammlung geschenkt. Dem "Herrn der Krippen" widmet das Museum ab Donnerstag eine kleine Ausstellung im Gewölbe - es geht darin um Schmederers Persönlichkeit - und den Ursprung seiner starken Sammel-Leidenschaft.

Denn: Der schwerreiche Bankier und Miteigentümer der Paulaner-Brauerei litt an Lungenproblemen. Seit seiner Jugend liebte er Krippen - wohl auch, weil er auf ärztlichen Rat im Winter oft das Haus hütete. Später, auf Kur in Neapel oder Rom, sammelte Max Schmederer wertvolle Figuren für biblische Szenen im Miniaturformat.

Schindler: "Ein Gemälde in 3 D"

Dabei war er passioniert: Im Jahr 1893 besaß er 1.200 Münchner Figuren, Engel und Tiere, dazu 146 aus Tölz, zehn sizilianische Gruppen und 199 Neapolitaner, dazu 50 Engel und 50 Tiere. Seine private Krippen-Ausstellung in der Neuhauser Straße - gegenüber der Michaelskirche - besuchten pro Jahr bis zu 8.000 Menschen.

Drei Viertel seiner Wohn-Räume waren für die Krippen reserviert, inklusive Werkstatt und Lager. Er inszeniert Hirten auf dem Feld mit Details, wie Hunde beim Streit. Die "Heilige Familie" lagert bei ihm in einer stimmungsvollen römischen Ruine, umgeben von Ochs und Esel, daneben steht einen Korb mit Eiern (aus Wachs), draußen schnattert die Gänseschar.

"Max Schmederer besaß Gespür für große und kleine Gesten", sagt Thomas Schindler (49) am Museum Referent für Volkskunde. Die ungebrochene Begeisterung für Krippen erklärt er so: "Die Szene ist schön übersichtlich, ein Gemälde in 3 D. Das Verkleinerte hat einen Wusel-Faktor, der den Betrachter packt, weil es immer neue Details zu entdecken gibt."

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