Maskenpflicht für Grundschüler: "Mehr als nur enttäuscht"

Die Bedeckung bleibt für Münchens Grundschüler Pflicht. Dieter Reiters Kompromissvorschlag hat der Freistaat abgelehnt. Ein "Exempel auf dem Rücken der Grundschüler", ärgert sich der Rathauschef.
| Irene Kleber
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Auch Kinder in der dritten Klasse, wie diese Buben und Mädels auf dem Foto, müssen jetzt im Unterricht Maske tragen.
Georges Schneider/dpa 2 Auch Kinder in der dritten Klasse, wie diese Buben und Mädels auf dem Foto, müssen jetzt im Unterricht Maske tragen.
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).
Sven Hoppe/dpa 2 Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).

München - Am Freitagabend sah es noch gut aus, da hat Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) "auf höchster Ebene" mit der Staatsregierung einen Kompromiss vereinbart, erklärt der OB in einem Schreiben. Seit Sonntagabend ist das passé. Für Münchens Grundschüler gibt's nun doch keine Ausnahmegenehmigung.

Mit dem Schulbeginn seit gestern nach den Herbstferien müssen auch die jüngsten Schüler im Unterricht am Platz Maske tragen.

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD).
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). © Sven Hoppe/dpa

Reiter"mehr als nur enttäuscht"

Dafür habe er "überhaupt kein Verständnis", ärgert sich der OB, er sei "mehr als nur enttäuscht". Der Kompromiss wäre so gewesen, dass es eine Befreiung im Unterricht so lange gegeben hätte, wie es an der betreffenden Schule keinen Corona-Fall gibt. Der Vorschlag sei aber "einfach aufgekündigt" worden, obwohl sich die Faktenlage nicht geändert habe.

"Da wäre es transparenter und ehrlicher, die Möglichkeit einer fachlich begründeten Ausnahmegenehmigung ganz aus der Verordnung zu streichen, als hier aus politischen Gründen ein Exempel auf dem Rücken der Münchner Grundschüler zu statuieren", erklärt Reiter.

Grundschüler müssen Maske am Platz tragen

Vor den Herbstferien hatte in München eine Ausnahmeregelung für Grundschüler am Platz gegolten. Sie sei "eine echte Erleichterung" für Schüler und Eltern gewesen - und "infektiologisch gut begründet", erklärt der Münchner Rathauschef. Mehrfach hatte er betont, dass nur neun von rund 47.000 Münchner Grundschülern Corona-positiv seien. Die betroffenen Kinder hätten sich auch nicht in der Schule angesteckt.

Das Gesundheitsministerium argumentiert, dass infizierte Kinder oft keine Symptome zeigen würden und das Coronavirus unbemerkt weiterverbreiten.

Währenddessen steigen die Zahlen in München weiter an, die Stadt hat den Inzidenzwert von 200 überschritten, er lag am Montag bei 204. CSU-Generalsekretär Markus Blume schreibt auf dem sozialen Netzwerk Twitter: "München ist inzwischen mehr als dunkelrot", es sei der falsche Zeitpunkt für einen Streit über die Maskenpflicht an Grundschulen. "Wir müssen alles tun, um die Schulen offenzuhalten."

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