MAN investiert 1,1 Milliarden Euro in München

MAN hat jetzt die moderne Fahrerhauslackierei in Betrieb genommen. Wie die VW-Tochter in der Stadt produzieren lässt.
| Bettina Funk
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Der Neubau: 500 Fahrerhäuser können in der hochmodernen Lackiererei pro Tag mit Lack überzogen werden.
Daniel von Loeper 4 Der Neubau: 500 Fahrerhäuser können in der hochmodernen Lackiererei pro Tag mit Lack überzogen werden.
Von innen: 28.000 Tonnen Beton und 6.800 Tonnen Stahl wurden in der Fahrerhaus-Lackiererei verbaut.
Daniel von Loeper 4 Von innen: 28.000 Tonnen Beton und 6.800 Tonnen Stahl wurden in der Fahrerhaus-Lackiererei verbaut.
24 Meter lang ist der Aufzug im neuen Entwicklungszentrum - da passen auch die Busse und Lkw rein.
Daniel von Loeper 4 24 Meter lang ist der Aufzug im neuen Entwicklungszentrum - da passen auch die Busse und Lkw rein.
MAN-Vorstandschef Joachim Drees.
4 MAN-Vorstandschef Joachim Drees.

MAN hat eine moderne Fahrerhauslackierei in Betrieb genommen. Wie die VW-Tochter in der Stadt produzieren lässt.

Allach - Wie von Geisterhand bewegt fahren Roboterarme um Fahrzeugteile herum. Durch die ganze Halle verlaufen labyrinthartig silberne Rohe. Und es riecht nach Farblack, denn hier werden pro Tag rund 500 Lkw-Fahrerhäuser lackiert.

Die neue Fahrerhauslackiererei des Fahrzeugherstellers MAN in München ist die modernste und umweltfreundlichste in ganz Europa. 9.000 Mitarbeiter arbeiten im Stammwerk in Allach, in dem schwere Lkw produziert werden. Von 2015 bis 2020 investiert der Konzern in den Münchner Standort 1,1 Milliarden Euro. Insgesamt sind es sogar 2,4 Milliarden Euro. "Wir haben unser Produktionsnetzwerk neu ausgerichtet", erklärt Joachim Drees, MAN-Vorstandsvorsitzender.

Allein in der hochmodernen Lackiererei steckt eine Investition von 85 Millionen Euro. Zwei Jahre hat der Bau gedauert. Zuvor müssen die Fahrerhäuser jedoch erst vorbehandelt und in großen Wasserbecken gereinigt werden. Dann werden die Fahrerhäuser mit einer kathodischen Tauchlackbeschichtung überzogen, die Nähte abgedichtet und noch ein weiter Lack aufgetragen. Roboterarme trocknen die Farbe dann ab. Durch das Eintauchen des Fahrerhauses kann die Menge der Chemikalien reduziert werden, der Wasserverbrauch wird sogar um 80 Prozent gesenkt.

Auch Forschungs- und Entwicklungsbereich soll wachsen

Auch in den Forschungs- und Entwicklungsbereich in Allach investiert MAN. Das Entwicklungszentrum, das 2018 eröffnet werden soll, wird rund 90 Millionen Euro kosten. Etwa 360 Ingenieure werden hier insbesondere an der Entwicklung von Bussen und Lkw mit Elektroantrieb arbeiten. In dem 33.000 Quadratmeter großen Neubau werden Prototypen entstehen. Teil des großen Gebäudes ist auch ein 24 Meter langer Aufzug, der Lkw und Busse bis zu einem Gewicht von 15 Tonnen transportieren kann – oder auch 200 Personen. Dadurch war es möglich, das Gebäude fünf Stockwerke hoch zu bauen und die Büroräume der Ingenieure räumlich direkt mit den Werkstätten zu verbinden.

Die Entwicklung von Elektrobussen ist auch für Bürgermeister Josef Schmid (CSU) ein wichtiges Anliegen. "Wir können in München nicht jedes x-beliebige Modell einsetzen", sagt er. "Wir brauchen hier besondere Modelle." Zum Beispiel sei die Heizung bisher noch ein Problem, da sie zu viel Energie verbrauche. "Unsere Busse müssen 300 Kilometer pro Tag schaffen – bei jedem Wetter", so Schmid.

Für Ende 2019 rechnet Schmid mit einem serienmäßigen Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr in München. "Wir wünschen uns natürlich so schnell wie möglich so viele Busse wie möglich. Der Austausch der Busflotte ist sehr wichtig und geht auch schneller als die zweite Stammstrecke", so der Bürgermeister. Doch die Elektrobusse sind etwa zweieinhalb Mal so teuer wie die Busse mit Verbrennungsmotor, sagt der Vorstandsvorsitzende Joachim Drees.

Stadt ist froh um Unternehmen wie MAN

"Immer wieder kommt die Frage auf, ob so ein großes Unternehmen nicht besser in ländliches Gebiet umziehen sollte", sagt Josef Schmid. Doch kämen etwa 40 Prozent des Stadthaushaltes aus Gewerbeeinnahmen, erklärt der Bürgermeister. Um also beispielsweise in Wohnungsbau zu investieren, brauche die Stadt so große Unternehmen wie MAN.

Die MAN Truck & Bus AG mit Sitz in München ist das größte Unternehmen innerhalb der MAN Gruppe. MAN Truck & Bus verfügt über Produktionsstätten in drei europäischen Ländern sowie in Russland, Südafrika, Indien und der Türkei. Bereits 1840 wurde das erste Vorläuferunternehmen der MAN Gruppe in Augsburg gegründet. Mittlerweile beschäftigt der Konzern etwa 54.000 Mitarbeiter. Die MAN Gruppe erwirtschaftete im Berichtsjahr 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 13,6 Milliarden Euro, davon 76 Prozent im Ausland. Sie ist in mehr als 180 Ländern aktiv und damit einer der führenden Nutzfahrzeug- und Maschinenbaukonzerne in Europa. Hergestellt werden Lkw, Busse für den öffentlichen Nahverkehr und Reiseverkehr, Transporter, Dieselmotoren, Turbomaschinen sowie Spezialgetriebe. MAN konzentriert sich auf Aktivitäten in den Bereichen Transport und Energie.

Lesen Sie auch: Politiker fordert mehr Polizisten für München

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