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Leila W. (14) getötet: Freundinnen erkannten den Täter am Bahnhof

Nach dem Mord an der 14-jährigen Leila W. aus München hat die Polizei erste Ermittlungsergebnisse mitgeteilt. Die Festnahme gelang, weil Freundinnen des Täters diesen in Pasing erkannten. Er trug zwei Messer bei sich.
| ls rah
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Die Polizei ist mit einem Großaugebot vor Ort, die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.
Peter Kneffel/dpa 5 Die Polizei ist mit einem Großaugebot vor Ort, die Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen.
Ein Bestatter schiebt eine Bahre zum Tatort.
Peter Kneffel/dpa 5 Ein Bestatter schiebt eine Bahre zum Tatort.
Polizisten in der Nähe des Tatorts in Bogenhausen: Dort wurde in der Nacht die Leiche einer 14-Jährigen gefunden.
Peter Kneffel/dpa 5 Polizisten in der Nähe des Tatorts in Bogenhausen: Dort wurde in der Nacht die Leiche einer 14-Jährigen gefunden.
Die 14-Jährige hatte nach Polizeiangaben Stichverletzungen.
Peter Kneffel/dpa 5 Die 14-Jährige hatte nach Polizeiangaben Stichverletzungen.
Die Straße ist noch von der Polizei abgeriegelt
Daniel von Loeper 5 Die Straße ist noch von der Polizei abgeriegelt

Bogenhausen - Eine 14-jährige Schülerin aus Bogenhausen ist im Schlaf in ihrem Bett erstochen worden. Die Staatsanwaltschaft München I spricht von einem "heimtückischen Mord" durch einen 17-Jährigen aus dem Landkreis München. Das Motiv für die Bluttat ist bisher noch nicht geklärt.

Der 17-Jährige war in den vergangenen Monaten nach Angaben der Polizei regelmäßig zu Gast bei der Familie. An den Wochenenden schlief der Teenager öfter bei seiner Freundin in deren Elternhaus. 

Opfer "war arg- und wehrlos"

"Das Mädchen und der Jugendliche sind am Samstagabend zusammen in ihr Zimmer gegangen", sagt Stephan Beer, der seit dem 1. Oktober Chef der Münchner Mordkommission ist. Am nächsten Morgen gegen 7 Uhr sah die Mutter nach ihrer Tochter und fand sie oben im Dachgeschoss des Hauses blutüberströmt im Bett liegen.

Vom 17-jährigen Gast der Familie fehlte da bereits jede Spur, er war verschwunden. Der Teenager hatte sich, so die Ermittlungen der Mordkommission, in den frühen Morgenstunden aus dem Haus geschlichen.

Laut Rechtsmedizin genügte ein einziger Messerstich in die Brust der 14-Jährigen, um sie zu töten. Die Mutter verständigte den Rettungsdienst. Ein Notarzt versuchte, die 14-Jährige zu reanimieren. Doch er konnte ihr nicht mehr helfen. Laut Obduktionsergebnis starb die Schülerin am Sonntag zwischen 4 Uhr und 6 Uhr morgens.

"Das Opfer war zur Tatzeit arg- und wehrlos", sagte Staatsanwältin Juliane Grotz, Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I, am Nachmittag auf einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium. Das Mordmerkmal der Heimtücke sei gegeben. "Wir gehen von einem vorsätzlichen Tötungsdelikt aus", betonte Juliane Grotz.

Tatverdächtiger hatte zwei Messer bei sich

Nach der Tat ist der 17-Jährige offenbar ziellos durch München geirrt, während die Fahndung nach ihm lief. Zwei Freundinnen sahen ihn gegen 8 Uhr am Montagmorgen im Bahnhof Pasing. Sie verständigten die DB-Sicherheit und die wiederum die Bundespolizei. Der Gesuchte stand teilnahmslos, beinahe schon apathisch am Bahnsteig 6 an der Treppe. Er wartete offenbar auf eine S-Bahn in Richtung Innenstadt.

"Der 17-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen", sagt Wolfgang Hauner, Sprecher der Bundespolizei. Die Beamten fanden zwei Messer. Eines steckte in der Hose, eines in der Jackentasche des Teenagers. Ob die Mordwaffe dabei ist, wird die Untersuchung im Kriminallabor zeigen.

Der Jugendliche wurde zur Mordkommission in die Hansastraße gebracht. Am Nachmittag eröffnete ihm am Nachmittag ein Ermittlungsrichter den Haftbefehl. Vernommen wurde der Teenager am Montag noch nicht. Er sitzt in der JVA Stadelheim in der Abteilung für Jugendliche.

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Es gibt Hinweise, so Juliane Grotz, "auf psychische Probleme bei dem Verdächtigen". Ein Gutachter wird den Teenager untersuchen und klären, ob er uneingeschränkt schuldfähig ist.

Verantworten wird sich der 17-Jährige vor einem Jugendgericht. Das Jugendstrafrecht sieht deutlich geringere Strafen vor als das wesentlich strengere Erwachsenenstrafrecht. Bei Jugendlichen steht der Erziehungsgedanke im Vordergrund. Als Höchststrafe drohen maximal zehn Jahre Haft. Jugendgerichte tagen normalerweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit.


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