Luxus-Hotels in München voller denn je: Diese Gäste geben besonders viel Geld aus

München erlebt einen Boom im Luxussegment: Mehr Fünf-Sterne-Zimmer, steigende Auslastung und Rekordpreise ziehen Superreiche aus aller Welt an. Eine neue Studie zeigt, warum die Stadt für Geschäftsreisende und zahlungskräftige Freizeittouristen so unwiderstehlich ist.
von  Jan Krattiger
Diese XXL-Suite im Bayerischen Hof umfasst auf 350 Quadratmetern das gesamte achte Stockwerk, umgeben von einer weitläufigen Dachterrasse.
Diese XXL-Suite im Bayerischen Hof umfasst auf 350 Quadratmetern das gesamte achte Stockwerk, umgeben von einer weitläufigen Dachterrasse. © Benjamin Monn

Es besuchen viele Leute München, ob beruflich oder zum privaten Vergnügen. 19,7 Millionen Hotel-Übernachtungen waren es insgesamt im Jahr 2025 laut der Stadt. Die Anzahl Betten steigt jährlich, Ende 2025 waren es 99.584 in 480 Hotels.

Laut einer neuen Studie der Immobilienagentur "Christie & Co." boomt auch der Luxushotel-Markt in München regelrecht. Die Zahlen sind beeindruckend. Von den knapp 30 Luxushotels im Stadtgebiet hat sich die Studie zwölf genauer angeschaut, die "im besonders ausgeprägten oberen Marktsegment" sind, also "höchste Qualität" anbieten.

Der Koenigshof am Stachus: Eines der Münchner Luxushotels der Extraklasse.
Der Koenigshof am Stachus: Eines der Münchner Luxushotels der Extraklasse. © Daniel von Loeper

Warum steht München derart für Luxus, mehr als zum Beispiel Berlin oder Hamburg? "München vereint mehrere Standortvorteile, die im europäischen Luxussegment außergewöhnlich sind", sagt die Analystin Michelle Rupp von "Christie & Co." zur AZ. "Eine hohe Kaufkraft, eine starke internationale Wirtschaftsstruktur mit zahlreichen Konzernzentralen sowie einen ganzjährigen Geschäftsreiseverkehr" sind laut Rupp Faktoren. Außerdem die vielen Veranstaltungen, also Oktoberfest, Messen, Kongresse, die "eine konstante Nachfrage im Premiumsegment" erzeugen würden, so Rupp.

Massives Wachstum in den letzten 25 Jahren

Allgemein zeigt der Bericht von "Christie & Co.", dass das Luxussegment in München in den letzten Jahrzehnten massiv gewachsen ist. In den zwölf analysierten Luxushotels stieg die Kapazität in den letzten 25 Jahren von 975 auf 2.376 Zimmer.

Das Rosewood Munich gehört zur Hotelsparte der Schörghuber Gruppe. Das Fünf-Sterne-Plus-Luxusresort in der Kardinal-Faulhaber-Straße gilt als eines der teuersten Hotelprojekte Münchens.
Das Rosewood Munich gehört zur Hotelsparte der Schörghuber Gruppe. Das Fünf-Sterne-Plus-Luxusresort in der Kardinal-Faulhaber-Straße gilt als eines der teuersten Hotelprojekte Münchens. © Schörghuber Gruppe

Die Studie hat auch herausgefunden, wie viele Gäste die zwölf luxuriösesten Münchner Hotels jedes Jahr anziehen. Auf ein coronabedingtes Tal in den Jahren 2020 und 2021 folgte eine stetige Zunahme, im Jahr 2025 wurde die Anzahl der Übernachtungen "nachhaltig übertroffen", wie die Studie es nennt.

510.243 Übernachtungen gab es da in diesen zwölf Luxushotels. Insbesondere im Juli (49.419 Übernachtungen), September (51.154 Übernachtungen) und im Dezember (49.472) waren die meisten Besucher in München. Laut Studie "insbesondere internationale Geschäftsreisen, Messen und Leisure (dt. Freizeit, Red.)" waren die Gründe für die Besuche in München. Vergleichsweise am schwächsten waren die Monate Januar, Februar und März (um die 34.000 Buchungen).

Das Luxushotel "The Charles" am Karl-Stützel-Platz.
Das Luxushotel "The Charles" am Karl-Stützel-Platz. © Imago/Thomas Einberger

So viel kostet ein Luxuszimmer in München im Schnitt

Ganz besonders spannend ist, was die Studie im Vergleich von Luxussegment und dem Hotelmarkt insgesamt zeigt. Berücksichtigt man nämlich die Belegungsrate und den durchschnittlichen Zimmerpreis, den die Hotels aufgerufen haben, so hat sich laut "Christie & Co." das Luxussegment nicht nur schneller von der Pandemie erholt als der Markt insgesamt, sondern er wächst seither auch noch einiges schneller. "Besonders auffällig ist, dass selbst in den jüngsten Jahren, trotz deutlich gestiegener Bau- und Entwicklungskosten, weiterhin neue Luxusprojekte realisiert wurden", so die Analyse von Rupp.

Ein wichtiger Gradmesser in der Hotellerie ist die sogenannte "Average Daily Rate" (ADR), also der durchschnittliche Tagespreis für ein belegtes Zimmer. Am höchsten lag der bei den zwölf analysierten Münchner Luxushotels im September 2025, also zur Wiesnzeit, bei 671 Euro. Im restlichen Jahresverlauf schwankte die ADR zwischen 330 Euro (März) und 529 Euro (Mai). Zum Vergleich: Der durchschnittliche Zimmererlös über alle Hotels in München lag 2025 bei knapp 103 Euro.

Das traditionsreiche Hotel Bayerischer Hof mit Palais Montgelas.
Das traditionsreiche Hotel Bayerischer Hof mit Palais Montgelas. © Imago/Raimund Kutter

Die Auslastung der Luxushotels schwankt zwischen etwas mehr als 50 Prozent im ersten Vierteljahr und zwischen knapp über 60 Prozent und 81,9 Prozent (September) im Rest des Jahres. Dass im Sommer und Herbst sowohl die Preise als auch die Auslastung steigen, deute auf "eine Phase ausgeprägter Nachfrage" hin, so die Studie von "Christie & Co.".

USA, arabischer Raum, Deutschland Österreich und die Schweiz

Aber wer kommt denn da überhaupt nach München? Vor allem Gäste aus Deutschland, Österreich und der Schweiz – und aus den USA seien "das stabile Fundament", so die Studie.

Und: "Gäste aus den Golfstaaten und dem arabischen Raum", weiß Rupp. Die bleiben lange, geben hier viel Geld aus und sind luxusaffin. Besonders in den Sommermonaten, wenn die Temperaturen in den Herkunftsländern sehr hoch sind, sei München attraktiv. Auch Faktoren: "die medizinische Infrastruktur und der Ruf als sichere Destination", sagt Rupp.

Das Luxushotel Andaz im Münchner Norden.
Das Luxushotel Andaz im Münchner Norden. © Imago

In manchen Hotels, so haben die Studienmacher es in Interviews mit den Münchner Hotelbetreibern erfahren, seien diese bereits die drittgrößte Gästegruppe. Der Irankrieg macht sich bei einigen negativ bemerkbar, man hofft aber auf den Sommer: "Viele arabische Gäste suchen gezielt friedliche, sichere Regionen und können verstärkt nach München ausweichen", so wird ein Hotelbetreiber anonym zitiert in der Studie.

Ein anderer berichtet, dass ausbleibende "umsatzstarke arabische Individualreisende" dadurch kompensiert werden, dass das Hotel unter der Woche mit "Beratungen und Banken" gefüllt werde.

Ein Dritter erzählt: "Der Trend geht zu Wochenend-Trips im Luxussegment". Die Anzahl der Freizeit-Touristen "wächst spürbar", so heißt es in der Studie.

Noch teurer: London oder Zürich

Es gibt aber im weltweiten Vergleich Luxusdestinationen, die München preislich noch übertreffen, London oder Zürich zum Beispiel. Das Preisniveau in München sei im internationalen Vergleich "weiterhin attraktiv, obwohl die durchschnittlichen Zimmerpreise in den vergangenen Jahren gestiegen sind", sagt Rupp.

Und: Auch das Münchner Luxus-Hotelsegment wird wohl nicht ewig weiter wachsen. "Die Zahl der geeigneten Innenstadtlagen ist stark limitiert", sagt Rupp. "Die Grundstücks- und Entwicklungskosten gehören zu den höchsten Europas". Sie rechne langfristig eher mit einer "qualitativen Weiterentwicklung".

Außergewöhnlich übrigens: Acht dieser Luxushotels sind in Münchner Hand, zum Beispiel der Bayerische Hof (Familie Volkhardt), das Platzl Hotel und der Koenigshof (Familie Inselkammer), das Hotel München Palace (Familie Kuffler) oder das Rosewood (Bayerische Hausbau, Familie Schörghuber).

Sie wollen wissen, wie es sich im absoluten Luxus lebt? Hier zeigt die AZ einen Blick durchs Schlüsselloch der teuersten Luxus-Suiten in den Münchner Nobelhotels. 

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