LMU untersucht, was das Abwasser über Corona verrät

Infizierte scheiden das Virus auch über den Urin aus. Forscher wollen die Daten besser nutzen.
| Christina Hertel
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Die LMU untersucht Münchner Abwässer auf Spuren von Coronaviren. (Symbolbild)
Die LMU untersucht Münchner Abwässer auf Spuren von Coronaviren. (Symbolbild) © IMAGO / Rupert Oberhäuser

München - Das Abwasser verrät, wie sich Corona verbreitet. Denn jeder Infizierte scheidet Spuren des Virus aus, spült sie über die Toilette in die Kanalisation - oft schon dann, bevor er selbst weiß, dass er sich angesteckt hat.

Mit Abwasseranalysen könnten Corona-Ausbrüche also schon früher erkannt werden als durch Schnelltests. Schließlich bilden die Zahlen, die das Robert-Koch-Institut liefert, das tatsächliche Infektionsgeschehen immer erst mit einer Verzögerung von bis zu zwei Wochen ab.

LMU seit einem Jahr mit den Untersuchungen beschäftigt

In ganz Deutschland beschäftigen sich Wissenschaftler deshalb mit dem Abwasser. Ihre Hoffnung: eine Art Corona-Frühwarnsystem zu entwickeln.

Auch die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München beteiligt sich seit gut einem Jahr an Studien dazu. Die Fraktionen von SPD und Grünen im Rathaus fordern nun, dieses Projekt zu verstetigen, um so das Infektionsgeschehen in der Stadt besser beobachten zu können.

Die LMU hat, so teilt es die SPD nun mit, an verschiedenen Stellen im Münchner Kanalnetz regelmäßig Abwasserproben entnommen und auf das Erbgut von Corona-Viren hin untersucht.

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Die Studie konnte zeigen, dass sich Rückstände im Abwasser bereits etwa zwei Wochen früher nachweisen lassen, als sich das Infektionsgeschehen dann auch anhand der Inzidenz ablesen lässt. Auch Corona-Mutationen sind erkennbar.

Zudem konnten die Forscher Rückschlüsse auf Personen, die keine oder nur kaum Symptome aufweisen, ziehen. So ließe sich besser feststellen, wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind. Die SPD fordert deshalb nun, so langfristige Strategien im Kampf gegen Corona zu entwickeln.

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