Lebendige Geschichte: Kennen Sie Münchens Dorfkerne?

Fotos, Karten, bäuerliche Details: Eine neue Broschüre gibt einen Überblick über die historischen dörflichen Ensembles am Stadtrand.
| Eva von Steinburg
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Blick in die Heiglhofstraße auf den alten Dorfkern von Hadern: Der Zwiebelturm der katholischen Barockkirche St. Peter und umgebende frühere Bauernhöfe. Mehr Münchner Dorfkerne hier zum Durchklicken.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Blick in die Heiglhofstraße auf den alten Dorfkern von Hadern: Der Zwiebelturm der katholischen Barockkirche St. Peter und umgebende frühere Bauernhöfe. Mehr Münchner Dorfkerne hier zum Durchklicken.
Seit 1913 Stadtgebiet: Bauernhaus mit Gemüsegarten in Oberföhring.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Seit 1913 Stadtgebiet: Bauernhaus mit Gemüsegarten in Oberföhring.
Dieser romantische Bauernhof mit Nebengebäuden gehört zum Ensemble "ehemaliger Dorfkern Englschalking".
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Dieser romantische Bauernhof mit Nebengebäuden gehört zum Ensemble "ehemaliger Dorfkern Englschalking".
Die alte Dorfkirche von Johanneskirchen: St. Johann Baptist mit Mauer.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Die alte Dorfkirche von Johanneskirchen: St. Johann Baptist mit Mauer.
Teil des Dorfkern-Ensembles Ramersdorf: Das ehemalige Jagdhaus mit Vorgarten an der Aribonenstraße.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Teil des Dorfkern-Ensembles Ramersdorf: Das ehemalige Jagdhaus mit Vorgarten an der Aribonenstraße.
Ensemblegerechter Neubau mit naturroten Ziegeln und Holzfenstern: Ein Beispiel aus der Altostraße in Aubing.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Ensemblegerechter Neubau mit naturroten Ziegeln und Holzfenstern: Ein Beispiel aus der Altostraße in Aubing.
1942 wurde das Dorf Langwied nach München eingemeindet: Der "Landgasthof Langwied" am Waidachanger ist ein Denkmal.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 1942 wurde das Dorf Langwied nach München eingemeindet: Der "Landgasthof Langwied" am Waidachanger ist ein Denkmal.
Rekonstruiertes Holzfenster von einem Hof in Pipping an der Würm.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Rekonstruiertes Holzfenster von einem Hof in Pipping an der Würm.
Mit roten Fensterläden: Frühere Mühle an der Langwieder Hauptstraße.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Mit roten Fensterläden: Frühere Mühle an der Langwieder Hauptstraße.
Diese Karte zeigt die Lage aller 18 Münchner Dorfkern-Ensembles.
Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde 10 Diese Karte zeigt die Lage aller 18 Münchner Dorfkern-Ensembles.

München - Ein Kranz von Dörfern hat München umgeben, die deutlich älter als das Zentrum sind. Bis ins 19. Jahrhundert war das so. Insgesamt 60 Dörfer wurden in die Stadt eingemeindet. Dazu zählen das frühere Dorf Schwabing oder die ehemalige Gemeinde Bogenhausen.

Überblick über die letzten erhaltenen Dorfkerne in München

Hoftore, alte Fenster, Scheunen, Heiligenfiguren, Kirchen und Wirtshäuser erzählen in der Stadt noch die Geschichten aus einer früheren Zeit. Eine neue Broschüre des Planungsreferats gibt einen Überblick über die letzten erhaltenen Dorfkerne in München. 18 Haus-Ansammlungen mit Kirche, Bauernanwesen, mit denkmalgeschützter Friedhofsmauer, Marienstatuen und Kriegsdenkmälern stehen aktuell in München unter Ensembleschutz: Darunter in Allach, Großhadern, Moosach, Perlach, Solln und Untersendling.

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Aus Denkmalsicht bedeutet das für Haus-Eigentümer im historischen Dorfkern: Moderne Photovoltaikanlagen auf den Dächern sind im Ensemble nicht erlaubt. Und Neubauten müssen sich einpassen. Die Dorfkerne sind "ein Schatz mit einer identitätsstiftenden und emotionalen Bedeutung für die Münchner", heißt es in der Broschüre. Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) schreibt im Vorwort: "Wer die Dorfkerne nicht kennt, kennt München nicht".

Seit 1913 Stadtgebiet: Bauernhaus mit Gemüsegarten in Oberföhring.
Seit 1913 Stadtgebiet: Bauernhaus mit Gemüsegarten in Oberföhring. © Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde

Dorfzentren als wirtschaftlicher Mittelpunkt des Viertels

Meist sind die alten Dorfzentren heute noch wirtschaftlicher Mittelpunkt des Viertels. Ihre Attraktion: Traditionelle bayerische Wirtshäuser mit Biergärten. In ehemaligen Bauernhäusern sind Bäckereien, Schuster oder Textilreinigungen eingezogen, Freiberufler nutzen sie als Büros. In der Ubostraße in Aubing gibt es Hofverkäufe von Bio-Eiern, Kartoffeln und Rindfleisch. Die Anwohner schätzen die kurzen Wege: "Das menschliche Bedüfnis nach Überschaubarkeit, Nähe und Tradition stehen als Werte im Vordergrund", informiert das 44-Seiten-Heft.

Mit roten Fensterläden: Frühere Mühle an der Langwieder Hauptstraße.
Mit roten Fensterläden: Frühere Mühle an der Langwieder Hauptstraße. © Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde

Aubings Dorfkern hat etwa 15 Einzeldenkmäler

Der stadtweit besterhaltene historische Dorfkern liegt in Alt-Perlach: am Pflanzeltplatz entlang des Hachinger Bachs. Daglfing und Englschalking gelten als die kleinsten bäuerlichen Ensembles in München, dafür sind sie äußerst charmant. Den größten bäuerlichen Dorfkern hat Aubing mit zirka 15 Einzeldenkmälern. Vereine, wie "1.000 Jahre Urkunde Aubing" haben sich jahrelang dafür eingesetzt, dass an der Ubo- und Altostraße sowie in der Rassogasse der Ensembleschutz bestehen bleibt, obwohl viele Gehöfte schon abgerissen und stark umgebaut worden sind. 1942 war das Dorf Aubing im Westen nach München eingemeindet worden.

Ensemblegerechter Neubau mit naturroten Ziegeln und Holzfenstern: Ein Beispiel aus der Altostraße in Aubing.
Ensemblegerechter Neubau mit naturroten Ziegeln und Holzfenstern: Ein Beispiel aus der Altostraße in Aubing. © Referat für Stadtplanung und Bauordnung/Untere Denkmalschutzbehörde

Für ein geschütztes Dorfkern-Ensemble gibt es übrigens keinen Baustopp. Die Altostraße in Aubing hat einen ensemblegerechten Neubau: ein Wohnhaus mit Satteldach und naturroten Ziegeln. Mit der Geometrie seiner Fenster — und einem Vorgarten mit einheimischen Bäumen und Blumen — fügt es sich in die früher landwirtschaftlich geprägte Dorflandschaft von Aubing ein. Die Broschüre steht im Internet zum Download bereit.

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