Kulturstrand: Ein Jahr Pause?

Ob der Kulturstrand heuer stattfindet, ist fraglich: Die Urbanauten wollen weiterklagen. Die Sieger der Ausschreibung sind trotzdem optimistisch.
| Anja Perkuhn
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Weit und breit weder Kultur noch Strand: Die traditionelle Sommerparty am Vater-Rhein-Brunnen lässt auf sich warten – der Streit darum, wer das Projekt führen darf, verzögert die Feier.
Daniel von Loeper Weit und breit weder Kultur noch Strand: Die traditionelle Sommerparty am Vater-Rhein-Brunnen lässt auf sich warten – der Streit darum, wer das Projekt führen darf, verzögert die Feier.

Isarvorstadt – Noch kein einziges Körnchen Stadtstrandsand liegt bisher vor dem Vater-Rhein-Brunnen – die urbane Sommerparty in München ist in diesem Jahr schon zu spät dran wegen des Streites darum, wer sie ausrichten darf.

Ob es in diesem Jahr noch etwas wird, bezweifeln nicht nur die bisherigen Veranstalter.

Die Grünen-Fraktion wird nach AZ-Informationen am Mittwoch einen Antrag in die finale Form bringen, in dem sie fordert, dass das Vergabeverfahren für die Veranstaltung abgespeckt wird und eine Vergabe ab sofort für einen Zeitraum von drei Jahren erfolgt. „Das ist momentan eine Chaossituation“, sagt die Fraktionsvorsitzende Gülseren Demirel. „Wir werden das KVR aufforden, so schnell wie möglich eine interfraktionelle Runde einzuberufen zur Frage, wie man ein vereinfachtes Ausschreibungsverfahren durchführen kann.“

Fällt der Kulturstrand 2016 ganz aus?

Das drängendste Problem löst das aber nicht: „Wir neigen zur Annahme, dass die Veranstaltung 2016 ausfallen wird“, sagt Demirel. „Es müssen wieder alle Bezirksausschüsse abgefragt werden, und es ist fraglich, ob das zeitlich zu schaffen ist.“

Die Urbanauten sehen das ähnlich: „Man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass es in diesem Jahr keinen Kulturstrand geben wird“, sagt Chef Benjamin David. „Der einzige Weg für uns wäre, wenn OB Reiter das KVR auffordert, Vergleichsverhandlungen zu führen, und wir uns auf einen Kompromiss einigen.“

Benjamin David, Urbanauten.

Die Urbanauten haben den Kulturstrand zehn Jahre lang ausgerichtet – und nach der überraschenden Vergabe an die Urban League um Zehra Spindler gegen das Auswahlverfahren geklagt. Das Verwaltungsgericht hatte auch geurteilt, dass das Verfahren in einigen Punkten fehlerhaft ist. Die werden nun nachgebessert, die Bewerber neu bewertet – und wenn die Urban League wieder gewinnt, sagt David, „ würden wir nochmal klagen“.

„Wir planen mit dem Strand vom 23. Juni bis zum 23. September“

Spindler geht davon aus, dass die Urban League auch die zweite Vergabe gewinnt. „Wir planen mit dem Stadtstrand vom 23. Juni bis zum 23. September. Aber sollte doch jemand anders gewinnen, sehen wir das sportlich. Dann wollen wir natürlich das Geld von der Stadt zurück, das wir schon reingesteckt haben, aber das ist ja normal. Den meisten Leuten ist ja wurscht, wer der Veranstalter ist“, sagt Spindler. „Hauptsache, es gibt Sand und schöne Sachen für alle.“

Zehra Spindler, Urban League.

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