Budget gnadenlos gekürzt: Münchner VHS kritisiert Entscheidung des Innenministeriums

Die Volkshochschule kritisiert die drastischen Kürzungen bei Integrationskursen, die nicht nur die Planung gefährden. Sie erschweren auch die Teilhabe von Geflüchteten und Asylbewerbern am Arbeitsmarkt.
Hüseyin Ince
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Der Managementdirektor der Münchner Volkshochschulen, Martin Ecker, kritisiert die plötzlichen Kürzungen des Bundesamts für Migration und Flucht scharf.
Der Managementdirektor der Münchner Volkshochschulen, Martin Ecker, kritisiert die plötzlichen Kürzungen des Bundesamts für Migration und Flucht scharf. © Loredana La Rocca

Das Unverständnis ist groß, die Volkshochschulen sind stark betroffen. "Die jüngsten Kürzungen des Bundesinnenministeriums sollten wieder rückgängig gemacht werden", sagt Martin Ecker, Managementdirektor bei den Münchner Volkshochschulen (MVHS).

Ein Schreiben des Bundesamtes für Migration und Flucht (BAMF) hatte vor wenigen Tagen alle kalt erwischt. "Das ist extrem kurzsichtig", so Ecker.

Bis auf Weiteres werden keine Anträge für die freiwilligen Integrationskurse mehr genehmigt. "Das bringt die langfristigen Planungen der Träger völlig durcheinander", sagt Ecker. Die MVHS erstelle als städtische Tochter ihre Jahrespläne noch vor dem Herbst, die bald darauf genehmigt werden.

Ein Integrationskurs der Münchner Volkshochschule im Sommer.
Ein Integrationskurs der Münchner Volkshochschule im Sommer. © Loredana La Rocca

Die Kurse sind ausgereift, seit mehr als 20 Jahren finden sie statt

Die Kürzungen von etwa 50 Prozent aller Integrationskurse – dem freiwilligen Anteil – werfe die Wirtschaftsplanung "völlig über den Haufen", nicht nur der MVHS. Zudem sind sie rückwirkend bis 1. Dezember. Sprich, sogar Bewerber, die ihren Antrag am 1. Dezember 2025 eingereicht haben, würden keinen Kursplatz bekommen. "Ganz zu schweigen von den Dozenten, die diese Kurse halten würden", sagt Ecker. Man könne sie nach aktuellem Stand nicht mehr bezahlen.

Sprache, Kultur, Gesellschaft: Die Kurse gebe es seit mehr als 20 Jahren. "Sie sind ausgereift", so Ecker. Sogar die Schweden hätten sich ein Beispiel genommen. "Man erwirbt am Ende die Sprachstufe B1", das EU-Mindestlevel für die Aufenthaltserlaubnis in der EU. Eine schwedische Delegation habe etwa nach einem Besuch in München vor etwa 15 Jahren die Kursstruktur zum Vorbild im eigenen Land gemacht.

Wenn es bei den aktuellen Kürzungen bleibt, werden der MVHS laut Ecker etwa 1,7 Millionen Euro künftig fehlen. Dabei sind die Kurse effizient und kostengünstig. 1500 Euro für 600 Stunden jährlich pro Person koste der Integrationskurs in etwa. Sprich: 2,50 Euro pro Unterrichtsstunde.

"Das Angebot müsste am Wirtschaftsstandort München eigentlich erweitert werden und nicht gekürzt"

Auch die dritte Bürgermeisterin Verena Dietl (SPD) sprang den Trägern zur Seite. Sie fordert ebenfalls die Rücknahme der Kürzungen durch die Bundesregierung. Etwa 250 Kurse der MVHS stünden auf der Kippe. Der Einschlag sei enorm. In der Wirtschaftslage "müsste das Angebot an Integrationskursen ausgebaut und nicht reduziert werden", so Dietl.

Es treffe vor allem Menschen, die dringend an diesen etablierten Integrationskursen teilnehmen müssten,  "vor allem Asylbewerber*innen, Geduldete, Geflüchtete aus der Ukraine sowie Unionsbürger*innen – also genau jene Menschen, die mit Sprachkompetenz in den Arbeitsmarkt einsteigen und von Sozialleistungen unabhängig werden wollen", sagt Dietl.

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18 Kommentare
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  • Gelegenheitsleserin am 18.02.2026 13:48 Uhr / Bewertung:

    @FRUSTI13
    "Und auch Sie haben es offensichtlich nicht verstanden! Die Zuschüsse sollen für Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive gekürzt werden! Was hat das jetzt mit Ausländern generell zu tun?"

    Und Sie haben offensichtlich den Artikel nicht zu Ende gelesen. Dort steht nämlich, wen die Maßnahme trifft - eben nicht "nur Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive"

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  • FRUSTI13 am 18.02.2026 19:59 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Gelegenheitsleserin

    Ja, das sagt der Dietl! Stimmt halt nur nicht!

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  • Der wahre tscharlie am 17.02.2026 17:45 Uhr / Bewertung:

    Das Innenministerium unter der Federführung von Dobrinth (CSU) halbiert die Gelder zur Integration.

    Sein bayr. Amtskollege Herrmann (CSU) sagte 2025 folgendes. Zitat:
    "Wir sind und bleiben in Bayern bundesweit Spitzenreiter bei der Integration von Ausländern in den Arbeitsmarkt." Bayern weist mit 75,5 Prozent die bundesweit höchste Erwerbstätigenquote von Menschen mit Migrationshintergrund aus (Bundesdurchschnitt: 69,6 Prozent). Zudem hat der Freistaat Bayern im ersten Halbjahr 2025 mit durchschnittlich 9,3 Prozent die niedrigste Arbeitslosenquote von Ausländern. Mit durchschnittlich 10,4 Prozent hat Bayern auch bei ausländischen Frauen die niedrigste Arbeitslosenquote. Herrmann: „Darauf können wir stolz sein! Im bundesweiten Durchschnitt lagen die Zahlen bei 15,3 und 17,6 Prozent.“

    Das die Weidel-Partei bei Dobrinths Ankündigung rote Handflächen vor lauter Beifallklatschen bekommt, davon kann man ausgehen.

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