Krawalle in München? Polizei hat dieses Hochrisikospiel im Blick

Die Münchner Polizei stuft die Nations-League-Partie Deutschland gegen Serbien lediglich als Mittelrisikospiel ein. Im Präsidium gibt man sich vor dem Anpfiff am Donnerstagabend in der Allianz Arena entspannt.
Hunderte Polizisten stehen bereit
Wiesn und Fußball sind eine heikle Konstellation: "Wir nehmen es, wie es kommt", sagte Polizeisprecher Damian Kania. "Die Situation durch das Spiel ist für uns zu handhaben. Wir sind vorbereitet und haben genug Einsatzkräfte, um die Sicherheit zu gewährleisten."
Mehrere Hundert Polizisten stehen bereit, um konkurrierende Fan-Lager auseinanderzuhalten. Wobei es nicht nur um die deutschen und serbischen Fans geht. Auch die Serben untereinander sind sich nicht alle grün, wenn es um die Rivalität der Fans von Roter Stern Belgrad und Partizan Belgrad geht.
Uefa-Strafe gegen Verband: Wenige Fans aus Serbien erwartet
"Wir sind solche Einsätze gewohnt", betont Damian Kania auf AZ-Anfrage. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hatte wie berichtet den Deutschen Fußball-Bund (DFB) um eine Verlegung gebeten, da das Oktoberfest in diesen Tagen schon so viele Ressourcen binde.
Die Polizei rechnet mit mehreren Tausend serbischen Fußballfans in der Stadt, darunter viele, die in München leben. Aus Serbien dürften dagegen wenige Fans anreisen. Grund: Der serbische Verband hatte wegen einer Uefa-Strafe nach Ausschreitungen seiner Fans keine Tickets an seine Anhänger für die Partie in München verkaufen können. "Durch den Fan-Bann der Uefa rechnen wir nicht mit großen Fangruppen aus Serbien", sagte Polizeisprecher Kania.
Basketball-Euroleague: Partizan-Auftritt in München als Hochrisikospiel eingeordnet
Bei der EM 2024 hatte es in München Ausschreitungen mit Beteiligung serbischer Fans gegeben. Rund um das Spiel gegen Dänemark warfen serbische Fans Flaschen und Stühle auf Polizisten. Mehrere Beamte wurden damals verletzt.
Die Polizei wird am Donnerstag mit starken Kräften den Tag über in der Innenstadt präsent sein – besonders in der Fußgängerzone. Vor Spielbeginn am Abend wird sich der Schwerpunkt zum Stadion verlagern.
Neben dem Fußball-Länderspiel in der Nations League beschäftigt auch das Basketball-Gastspiel von Partizan Belgrad am Freitag beim FC Bayern München in der Euroleague die Einsatzkräfte.
Partizan-Anhänger haben bereits früher in München Probleme gemacht. Die Polizei ordnet die Begegnung als Hochrisikospiel ein und ist mit etwa 150 Beamten im Einsatz.