Krankenwagen verfolgt Raserin durch München

Ungewöhnlicher Einsatz eines BRK-Teams: Es fährt einer Frau nach, die über rote Ampeln rast und andere gefährdet – rund sieben Kilometer weit.
| Nina Job
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Ein Krankenwagen verfolgt eine Raserin in München mit Erfolg. (Symbolbild)
dpa Ein Krankenwagen verfolgt eine Raserin in München mit Erfolg. (Symbolbild)

München - Was für eine Einsatzfahrt! Am Dienstagabend fuhr eine Rettungswagenbesatzung des Roten Kreuzes (BRK) mit Blaulicht und Martinshorn vom Romanplatz in Richtung Klinikum Dritter Orden. Es war gegen 20.15 Uhr, als ihnen ein roter Mitsubishi unangenehm auffiel: Im Gegensatz zu anderen machte er keinen Platz. Der Sanka musste überholen, um schnell weiterzukommen.

Damit nahm die verrückte Fahrt ihren Anfang. Denn als der Sanka wieder eingeschert war, hängte sich die Mitsubishi-Fahrerin quasi an ihn dran. Rote Ampeln? – ignorierte sie.

Autofahrerin überholt Sanka bei Rot

Und es kam noch dreister: An der Kreuzung Wintrichring überholte die Frau wiederum den Sanka und fuhr erneut über Rot. Dann wendete sie plötzlich am Klinikum Dritter Orden und fuhr wieder zurück.

Die BRK-Mitarbeiter entschlossen sich, dem Auto mit eingeschaltetem Martinshorn und Blaulicht zu folgen. Einen Patienten hatten sie nicht an Bord. Kurz darauf wurde es richtig gefährlich: Am Romanplatz lenkte die Frau an einer Bushaltestelle nach rechts über den Gehweg, um einen Bus zu überholen. Dann raste sie weiter über die Wotanstraße in Richtung Laim. Erst rund sieben Kilometer weiter hatte der Spuk ein Ende. Die Frau hielt in der Menaristraße, der Sanka stellte sich davor. Kurz darauf traf die alarmierte Polizei ein.

Polizei lobt Verfolgungsjagd des Krankenwagens

Über das Motiv der Münchnerin (50) kann man nur rätseln. Betrunken war sie nicht. Ihr Autoschlüssel wurde sichergestellt, sie bekam eine Anzeige wegen Gefährdung des Straßenverkehrs.

Eine Polizeisprecherin lobte das Verhalten der BRKler: Sie hätten andere mit dem Martinshorn und Blaulicht gewarnt und dazu beigetragen, Schlimmeres zu verhindern. Bei anderen Rettungsdiensten sieht man das Verhalten etwas kritischer: "Sowas ist nicht unsere Aufgabe", meinte einer zur AZ. Ein anderer: "Bei uns hätte es dafür mindestens eine Abmahnung gegeben." Sönke Lase, Chef des BRK-Rettungsdienstes zur AZ: "Das war ein besonderer Ausnahmefall." Die Polizei sucht Zeugen.

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