Krank durch Schimmel-Turnhalle? Lehrer will von Stadt Schmerzensgeld

In der Turnhalle, in der der Pädagoge jahrelang Unterricht gegeben hat, soll der Boden verschimmelt gewesen sein. Der Mann will Schmerzensgeld.
| John Schneider
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Kein seltener Anblick: eine marode Turnhalle. (Symbolbild)
Kein seltener Anblick: eine marode Turnhalle. (Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa

München - Weil er jahrelang in einer Turnhalle mit Schimmelpilzen trainiert haben soll, ist ein Münchner Berufsschullehrer krank geworden sein. Sagt er. Und hat die Stadt verklagt.

Der Kläger ist beamteter Lehrer und hat im Jahr 2008 eine Zusatzausbildung als Sportlehrer absolviert. Wie er sagt, habe er regelmäßig in der Turnhalle einer Obermenzinger Schule trainiert. Später hat er dort auch Sport unterrichtet.

Der Kläger behauptete, in der Turnhalle habe es mehrere Wasserschäden gegeben. Dies habe dazu geführt, dass sich unter dem Hallenboden Schimmel gebildet habe.

Münchner Lehrer fordert 96.000 Euro Schmerzensgeld

Der Kläger sei jahrelang diesem Schimmel ausgesetzt gewesen, und habe dadurch eine Lungenkrankheit entwickelt, die ihn stark beeinträchtige. Er fordert ein Schmerzensgeld von 96.000 Euro.

Seine Begründung: Die Stadt sei Hinweisen auf Wasserschäden in den Jahren 2000, 2010 und 2014 nicht rechtzeitig nachgegangen.

Nach den jeweiligen Wasserschäden sei deshalb auch keine ausreichende Sanierung erfolgt. Die Stadt hält dagegen und sagt, dass sie erst im Jahr 2016 von dem Problem erfahren habe. Man habe dann sofort reagiert und die Halle saniert. Unabhängig davon hält die Stadt ein Schmerzensgeld für rechtlich ausgeschlossen.

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In der Verhandlung vor dem Landgericht weist dann der Richter Frank Tholl darauf hin, dass es dem Kläger wohl nur schwer gelingen werde, frühere Wasserschäden zu beweisen. Selbst wenn: Ein Gutachten müsste außerdem belegen, dass der Schimmel Schuld an der 2016 diagnostizierten Erkrankung ist.

Richter schlägt Vergleich vor

Der Richter schlägt deshalb einen Vergleich vor. 10.000 Euro, also nur ein gutes Zehntel der geforderten Summe, solle die Stadt zahlen. Tholl will den Parteien auf dem Büroweg mitteilen, wie der Prozess weitergehen wird.

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