Kommunaler Außendienst der Stadt München: Mehr Sicherheit rund um den Hauptbahnhof - eine Zwischenbilanz

Seit Juli sind im Bahnhofsviertel Uniformierte des KVR unterwegs. Die Bayernpartei wollte in einer Anfrage wissen, ob es bereits Bedarf für Veränderungen gibt. Die Antwort der Stadt liegt jetzt vor.
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Müller, Job

München - Pfefferspray am Gürtel, Einweghandschuhe in der Hosentasche und eine dunkelblaue Uniform mit dem Wappen der Stadt: So ausgerüstet sind seit Anfang Juli zwei Frauen und 38 Männer des Kommunalen Außendienstes (KAD) unterwegs, um im Bahnhofsviertel für mehr Ordnung und Sauberkeit zu sorgen. Die AZ berichtete bereits im September über eine erste, vorsichtige Bilanz.

In einer Anfrage vom 7. September wollte die Bayernpartei unter anderem wissen, wie die Einführung des Kommunalen Außendienstes (KAD) aus Sicht der Stadt gelaufen ist - und ob noch Veränderungsbedarf bestehe.

Die Antwort von Kreisverwaltungschef Thomas Böhle liegt nun vor. In der Mitteilung heißt es: "Bürgerschaft und Gewerbetreibende im Einsatzgebiet haben den KAD sehr positiv aufgenommen; die von Jedermann direkt ansprechbare Fußstreife wird sehr begrüßt." Dem KAD sei es bereits jetzt gelungen, zwischen den beiden Polen "Stärkung von Ordnung und Sicherheit einerseits" und dem Bewahren großstädtischer Liberalität andererseits eine gute Balance zu finden. Und auch die Vernetzung mit anderen Sicherheitsakteuren und sozialen Einrichtungen im Einsatzgebiet mache "gute Fortschritte".

KAD soll "innenstadtnah umziehen" 

Rechtzeitig "vor Erreichen der Sollstärke" müsse der KAD innenstadtnah umziehen, heißt es zudem in der Mitteilung der Stadt, "da der gegenwärtige Standort an der Hackenstraße zu klein werden wird". Konkret heißt es dazu weiter: "Ideal wäre, wenn ein zukünftiger Standort den Bedarf der Außendienstkräfte arbeitsergonomisch und mitarbeiterfreundlich abdecken könnte (Spinde, Räume zum Umziehen, Duschen etc.) und einen gewissen Spielraum 'nach oben' zuließe." Das eventuell zur Disposition stehende Objekt Marsstraße 19 sei hierfür optimal geeignet. 

Das Einsatzgebiet des KAD reicht - wie berichtet -  vom Alten Botanischen Garten bis zur Landwehrstraße inklusive Paul-Heyse-Unterführung, Bahnhofsplatz und Stachus. Gelegentlich wird auch im Nußbaumpark kontrolliert. 

Die Initiative aus dem Stadtrat, das Einsatzgebiet um den Königsplatz zu erweitern, werde derzeit geprüft, teilte das KVR auf die Anfrage der Bayernpartei weiter mit.

Am häufigsten wurden Stadtschandis wegen Bettlern aktiv

In der Mitteilung sind zudem jene Fälle aufgelistet, in denen der KAD bereits aktiv war:

In den ersten zehn Wochen (KW 27 bis KW 36) seien von den Streifenkräften des KAD insgesamt rund 800 Maßnahmen getroffen worden.

Das waren der Stadt zufolge unter anderem:

"78 Ansprachen zum Beispiel von bettelnden Personen, etwa wegen Verkehrsbehinderung, Belehrung über erlaubte und unerlaubte Bettelformen

336 Ermahnungen zum Beispiel wegen Nächtigens im Alten Botanischen Garten, Entsorgen von Unrat, Lärmbelästigung

149 Hilfeleistungen für Bürgerinnen und Bürger, Erste Hilfe, Unterstützung von Sanitätern, Prüfen der Vitalfunktion bei regungslosen Personen, Fundsachen ans Fundbüro weitergeben

115 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen (etwa Betteln in der Fußgängerzone, aggressives Betteln, wildes Urinieren, Pöbeln, Verstoß gegen Ladenschlusszeiten, Verstöße gegen nächtliches Alkoholverbot am Hauptbahnhof)

72 Platzverweise (Personen ohne Kinder auf Spielplatz im Alten Botanischen Garten, Trinker in der Fußgängerzone, aggressive Lärmbelästigung, unerlaubtes Betteln)

27 andere Tatmaßnahmen (z.B. benutzte Drogen-Spritzen einsammeln und entsorgen, Sicherung des Gehwegs an defekter Litfaßsäule)".

Auch darüber, dass die Zahl der Mitarbeiter noch erhöht werden soll, hatte die AZ zuletzt berichtet.

 

Lesen Sie hier: Betteln in der Fußgängerzone: Die dreisten Maschen

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