München: Horror-Haus wird nach Bluttat abgerissen

Ruhig ist es in der Lerchenau am Dienstagvormittag. Wie immer eigentlich. Nur in der Glockenblumenstraße ist Baulärm zu hören. Dort ragt gerade der Arm eines Baggers in die Höhe. Die angebrachte, riesige Schere sticht mit Leichtigkeit durch den dicken Beton der Ruine eines Hauses, in dem einst eine Familie lebte.
Die Wiesn musste nach Bomben abgesucht werden
Am Morgen des 1. Oktober letzten Jahres spielten sich hier unfassbare Szenen ab. Martin P., ein 57 Jahre alter Handwerker, legte sein Elternhaus in Brand, griff seine Familie an, verschickte Drohbriefe und nahm sich im Anschluss das Leben. Vermutlich tötete er seinen Vater (90), seine Mutter überlebte mit Schussverletzungen (81), seine Tochter (21) erlitt eine Rauchgasvergiftung.
Folgen hatte das damals in der ganzen Stadt. Da eines der Drohschreiben explizit die Wiesn ins Visier nahm, wurde das Festgelände vorsorglich nach Sprengstoff abgesucht und erst am Nachmittag geöffnet. Auf den Handys der Münchner schrillte eine Katastrophenwarnung.
Nachbarn erleichtert über Abriss
Beim AZ-Besuch an der Hausruine ist die Erleichterung unter Nachbarn groß. "Hoffentlich kehrt jetzt Ruhe ein", sagt einer. "Es gab hier viele Neugierige, die sich aus Sensation heraus die Ruine anschauen wollten. Das war schlimm", sagt der Mann, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Die von ihm erwähnte Ruhe – genau das zeichnet die Lerchenau sonst aus.