Knapp 150 Müller-Brot-Filialen sind verkauft

Insolvenzverwalter Hubert Ampferl teilte am Donnerstag mit, dass Höflinger und Müller 148 der mehr als 200 Filialen übernehmen sowie zunächst 435 Mitarbeiter.
| dapd
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Neufahrn - Über einen Kauf der Produktionsstätte wollen sie noch verhandeln. Evi Müller und Franz Höflinger teilten mit: „Wir freuen uns, dass der Gläubigerausschuss einstimmig unser Angebot angenommen hat. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Mitarbeitern, Partnern und Lieferanten Müller-Brot in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.“ Die neuen Eigentümer wollen bei einer Pressekonferenz am Freitag (11.00 Uhr) bei Müller-Brot in Neufahrn ausführlich Stellung beziehen. Der Geschäftsübergang erfolgt am Ostersamstag Der Gläubigerausschuss des Unternehmens hatte die Übertragung am Donnerstag einstimmig abgesegnet.

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart. Ein erneutes Angebot vom bisherigen Eigentümer Klaus Ostendorf lehnte der Gläubigerausschuss indes am Donnerstagmorgen ab, „da dieser wiederum keine Finanzierungsbestätigung vorgelegt hatte und das Angebot unter weiteren Bedingungen stand“.

Ampferl bezeichnete die Übernahme durch Müller und deren Geschäftspartner Franz Höflinger als „bestmögliche Lösung für Müller-Brot“. Der Verkauf stelle „die Zukunft der Bäckerei als regional verankertes und auf Qualitätsprodukte konzentriertes Unternehmen nachhaltig sicher“. Die neuen Eigentümer übernehmen ab sofort die Belieferung der Filialen. Laut Ampferl ist es Ziel, zunächst „das Filialnetz zu stabilisieren“. In einem zweiten Schritt sollen die Verhandlungen über den Verkauf der Müller-Brot-Produktion an Höflinger und Müller aufgenommen werden. Voraussetzung hierfür sei aber die Genehmigung der Gesundheitsbehörden zur Wiederaufnahme der Fertigung, hieß es weiter.

Betroffen von dem Kauf sind alle 353 Mitarbeiter der eigenbetriebenen Filialen sowie 58 Mitarbeiter in der Logistik und 24 in der Verwaltung. Für die nicht mit dem Verkauf übertragenen Filialen sucht der Insolvenzverwalter nun nach „Einzellösungen“. Insgesamt beschäftigte Müller-Brot vor der Insolvenz rund 1.100 Mitarbeiter. Aktuell sind 400 Mitarbeiter im Betrieb und vorerst nicht beurlaubt. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) begrüßte den Verkauf. NGG-Funktionär Freddy Adjan sagte, endlich herrsche für die Beschäftigten „Klarheit“.

Zugleich betonte er: „Ein Sorgenkind haben wir noch und das ist die Produktion.“ Er hoffe, dass Müller und Höflinger auch dafür eine Lösung fänden. Sonst bestünden für die rund 600 dort Beschäftigten „keine Chancen“ mehr. Erleichterung herrschte auch bei der Politik. Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) sprach von einem „positiven und erfreulichen Signal“.

Die neuen Investoren stünden für einen klaren Neuanfang, der von vielen Beteiligten erhofft wurde. Der FDP-Wirtschaftsexperte im Landtag, Dietrich von Gumppenberg, betonte, es sei „aus vielerlei Gründen“ richtig gewesen das Unternehmen nicht wieder in die Hände von Ostendorf zu geben.

Der Rückkauf der nach Hygienemängeln in die Insolvenz gerutschten Brotfabrik durch Ostendorf war am Dienstag wegen eines fehlenden Finanzierungskonzepts geplatzt. Zuvor hatte Ostendorf im Übernahme-Poker um Müller-Brot den Vortritt vor Müller und Höflinger erhalten, weil er vier Millionen Euro mehr geboten hatte. Nach Ostendorfs Scheitern blieb das Duo Müller/Höflinger einziger Kaufinteressent.

 

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