Kaufhof am Stachus: Ein letzter Rettungsversuch startet

Der Betriebsrat von Kaufhof und die Gewerkschaft Verdi treffen sich mit einem Konzernvertreter sowie dem Vermieter zu einem Gespräch am Runden Tisch. Es geht um den Erhalt von 200 Jobs.
| Ralph Hub
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Am Freitag soll noch einmal über die Rettung der Stachus-Filiale gesprochen werden.
Daniel von Loeper Am Freitag soll noch einmal über die Rettung der Stachus-Filiale gesprochen werden.

München - Die letzte hochkarätig besetzte Verhandlungsrunde war gescheitert, doch die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat geben nicht auf: Am Freitag soll ein letzter Versuch unternommen werden, die Kaufhof-Filiale am Stachus zu retten.

Die Arbeitnehmerseite hat den Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, der als Generalbevollmächtigter und Verhandlungsführer für Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) in den Verhandlungen agiert und den Vermieter der Immobilie, Michael Zechbauer, zu einem Runden Tisch ins Gewerkschaftshaus eingeladen.

"In dem Gespräch sollen noch einmal alle Alternativen ausgelotet und ergebnisoffen diskutiert werden", sagt Hubert Thiermeyer von der Landesleitung Fachbereich Handel in Bayern. Zu Details der Verhandlungen wollte sich der Gewerkschafter am Donnerstag noch nicht äußern.

Runder Tisch zur Rettung der Münchner Kaufhof-Filiale

Die Freitagsrunde besteht nach AZ-Informationen aus acht Teilnehmern, Vertreter der Stadt sind nicht dabei. Zwei Stunden sind für die Gespräche angesetzt. Im Anschluss sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.

Ziel ist der Erhalt von 200 Arbeitsplätzen am Stachus und die Sicherung des Standorts für die Kunden. Sollten die Verhandlungen erfolgreich sein, könnte das auch Signalwirkung für andere von der Schließung betroffenen Filialen haben.

Das angeschlagene und durch die Corona-Krise zusätzlich belastete Unternehmen will drei seiner acht Häuser in München aufgeben: Neben dem Kaufhof am Stachus werden die Standorte am Nordbad und einer der beiden im Olympia Einkaufszentrum geschlossen. Auch Karstadt Sport soll aufgegeben werden.

Wolfgang Fischer: "Wir begrüßen jede Initiative"

Frühere Verhandlungen zwischen Eigentümer, Vermieter und Stadt waren erfolglos. Am 21. Juli teilte OB Dieter Reiter (SPD) das Aus für das seit knapp 70 Jahren bestehende Warenhaus am Stachus mit. Zechbauer, der mit seiner Familie den größten Teil der Filiale am Stachus vermietet, hatte angeboten, drei Viertel der Miete zu erlassen, um den Betrieb vorübergehend aufrecht zu erhalten.

Letztlich sei eine Einigung an Differenzen über die Laufzeit des Vertrags gescheitert: Die GKK habe auf vier Jahren bestanden, hieß es. "Wenn ein stadtbildprägendes Haus wie der Kaufhof am Stachus wegfiele, dann wäre das ein herber Verlust für die Münchner Innenstadt", sagt Wolfgang Fischer, Geschäftsführer des Vereins City Partner, in dem sich die Münchner Innenstadthändler zusammengeschlossen haben. "Wir begrüßen jede Initiative, die es ermöglicht, die Filiale am Stachus zu erhalten."

Lesen Sie hier: Kaufhof am Stachus - Eine besondere (Einkaufs-) Geschichte

 

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