Karfreitag in München– fast ein ganz „Stiller Tag“

Ruhe in der Stadt: Die Schwabinger Wirte machen ab 24 Uhr die Musik aus, das P1 veranstaltet eine „Silent Disco“ mit Kopfhörern. In einer Disco am Stachus brechen drei Männer ein.
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Party ohne Lärmbelästigung: die „Silent Disco“ der Urbanauten am Gärtnerplatz. Nach demselben Prinzip feierten am Karfreitag die Gäste im P1.
Daniel von Loeper Party ohne Lärmbelästigung: die „Silent Disco“ der Urbanauten am Gärtnerplatz. Nach demselben Prinzip feierten am Karfreitag die Gäste im P1.

MÜNCHEN - Ruhe in der Stadt: Die Schwabinger Wirte machen ab 24 Uhr die Musik aus, das P1 veranstaltet eine „Silent Disco“ mit Kopfhörern. In einer Disco am Stachus brechen drei Männer ein.

Auch wenn der Karfreitag offiziell als „Stiller Tag“ gilt – ruhig war es um dieses Datum in den vergangenen Jahren nicht. Oft hielten sich Münchens Wirte nicht an das Tanz- und Musikverbot, das das Gesetz vorschreibt. Die Folge: Bußgelder zwischen 260 und 1000 Euro.

Betroffen von den Kontrollen waren immer Kneipen rund um die Altschwabinger Feilitzschstraße. Doch dieses Jahr war das anders: „Alle haben pünktlich um 24 Uhr die Musik ausgemacht“, sagt Gerd Waldhauser, Wirt der Schwabinger Sieben. Beschwerden wegen Ruhestörung gab es keine.

Dem pflichtet auch Polizeisprecher Markus Dengler bei: „Es gab keinen einzigen Einsatz deswegen. Das Gesetz ist ja eine ganz alte Geschichte.“

Mit der sich die Wirte wohl abgefunden haben – zumindest Bußgelder wollten sie an diesem Abend keine riskieren. Die Regelung ist den Wirten trotzdem ein Dorn im Auge. In einem Brief an Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) fordern sie: "Schaffen Sie die stillen Tage ab“! Die FDP will das Gesetz jetzt modernisieren. Die CSU-Fraktion im Landtag ist dagegen.

Erst trinken die Einbrecher eine Flasche Gin, dann bauen sie die Musikanlage ab

Einen anderen Trick hatten die Betreiber des P1 auf Lager: die „Silent Disco“, bei der jeder Gast per Kopfhörer zur Musik tanzen konnte. Ruhestörung ausgeschlossen. Eine ähnliche Veranstaltung gab es bereits im Herbst 2008: Damals verteilten die Urbanauten auf dem Gärtnerplatz unter dem Motto „Viel Lärm um nichts“ 300 Kopfhörer an die Partygäste.

Erstmals Ärger mit den stillen Tagen gab es an Allerheiligen 2007. Die Stadt erteilte eine Ausnahmegenehmigung für die Show der MTV Europe Awards in der Olympiahalle. Auch die Wirte konnten damals noch solche Scheine für Halloween beantragen. Die Ausnahmen brachten Ärger mit der Kirche. Das Innenministerium untersagte dem Kreisverwaltungsreferat, solche Ausnahmen zu machen – daran hielten sich auch die meisten Wirte und sperrten ab 24 Uhr die Türen zu.

Davon wussten zwei Münchner und ihr Besucher aus Markt Schwaben offenbar nichts. Die drei 28 und 29 Jahre alten Männer wollten gegen 1.45 Uhr in die Disco „Match Club“ in die Neuhauser Straße. Doch die hatte zu – also brachen sie ein, tranken eine Flasche Gin leer und begannen dann, die Musikanlage des Clubs abzubauen und in Kisten zu verladen. Wert: 15000 Euro. Die Kisten stellten sie im Herzogpark ab. Ein Zeuge rief die Polizei, die die Männer festnahm.

Christoph Landsgesell

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