Kämpft gegen Homophobie: Hass auf Münchner Priester

Wolfgang Rothe hat einen homophoben Geistlichen in Polen angezeigt - nun erlebt er enorme Hetze.
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Der Münchner Priester Wolfgang Roethe.
Felix Hörhager/dpa Der Münchner Priester Wolfgang Roethe.

München – Wenn ein katholischer Priester Schwule übel beleidigt, als "Parasiten" bezeichnet oder als "Krebsgeschwür" - hat er dann die Meinungsfreiheit auf seiner Seite? Das Amtsgericht Köln hat diese Frage klar beantwortet: nein. Es verhängte gegen den polnischen Theologieprofessor Dariusz Oko einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung.

Deshalb laufen nationalkonservative Polen nun Sturm gegen die deutsche Justiz. Der polnische Vize-Justizminister Marcin Romanowski wettert sogar gegen "freiheitsfeindliche Tendenzen im deutschen Rechtsschutzsystem". "Die Verhängung von Strafen für wissenschaftliche Tätigkeiten ist eine Bedrohung der Grundfreiheiten und europäischen Standards", sagte Romanowski. Er gehört der nationalkonservativen Partei Solidarisches Polen (SP) an und nach Medienberichten auch der erzkatholischen Organisation Opus Dei.

Münchner Priester brachte das Verfahren in Gang

Dem Urteil zufolge muss Oko für seinen Beitrag in der in Köln erscheinenden Zeitschrift "Theologisches" 4.800 Euro zahlen. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin hat er Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt. Damit kommt es wohl zum Prozess.

Ins Rollen kam das Verfahren durch eine Anzeige des Münchner Priesters Wolfgang Rothe. Für Hass und Hetze dieser Art dürfe in der katholischen Kirche kein Platz sein, sagte Rothe.

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Inzwischen steht der Münchner nach eigenen Angaben im Zentrum eines Shitstorms, wird von polnischen Konservativen angefeindet und bedroht. Sicherheitshalber hat Rothe sein Namensschild von der Tür entfernt. "Jetzt werde ich in polnischen Medien und Talkshows beschimpft und verleumdet. Als Missbrauchstäter bezeichnet, obwohl ich Missbrauchsopfer bin."

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