JUler legt sich mit CSU-Fraktionsspitze an

Der JU-Kreisvorsitzende Laurenz Kiefer fordert Fraktionschef Hans Podiuk zum Rücktritt auf  – und wird dafür ordentlich abgewatscht.
| Florian Zick
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So schön weiß-blau ist der Himmel über dem Rathaus für die CSU gerade nicht. Nach dem Wechsel von zwei Stadträten zur Bayernpartei gibt es bei den Schwarzen momentan eher ein Gewittergrollen.
dpa So schön weiß-blau ist der Himmel über dem Rathaus für die CSU gerade nicht. Nach dem Wechsel von zwei Stadträten zur Bayernpartei gibt es bei den Schwarzen momentan eher ein Gewittergrollen.

München - Als man Hans Podiuk am Donnerstag mitteilte, wer da seinen Rücktritt fordert, musste er erst einmal nachfragen: Laurenz Kiefer? Wer war das denn gleich noch mal?

Kiefer ist Chef des JU-Kreisverbandes München-Mitte. Nach dem Überlaufen der beiden CSU-Stadträten Eva Caim und Mario Schmidbauer zur Bayernpartei hatte dieser die Spitze der Rathausfraktion für ihren Führungsstil harsch kritisiert und Fraktionschef Podiuk nahegelegt, seinen Posten umgehend für einen Jüngeren zu räumen.

Bei Podiuk dürfte sich Kiefer damit nachhaltig ins Gedächtnis gebrannt haben. Und auch in der restlichen Partei kam sein Vorpreschen nicht gut an. Der Münchner Bezirksverband der Jungen Union (JU) widersprach umgehend. Und auch im Stadtrat schepperte es gewaltig.

„Solchen Nachwuchs braucht die CSU nicht“, schimpfte etwa Richard Quaas. „Nassforsche Kleinfunktionäre“ wie Kiefer müssten endlich zur Räson gebracht werden. Er hoffe, so Quaas, dass Bezirkschef Ludwig Spaenle ein paar deutliche Worte finden werde. Die erwartete Wortmeldung von Spaenle blieb am Freitag zwar noch aus.

Kiefer dürfte sich mit seiner Aktion aber ordentlich ins Abseits katapultiert haben. Er sei jetzt schon nur fünfte oder sechste Reihe, heißt es aus Parteikreisen. Sich näher mit ihm zu befassen, sei deshalb überflüssig.

Kiefer stört es nicht weiter, was über ihn gesprochen wird: Er hege nicht die Ambition, Berufspolitiker zu werden, sagte er am Freitag der AZ. Er werde weiter wann immer nötig den Finger in die Wunde legen. Und auf die Schelte von Richard Quaas sagt er nur: „Noch nicht einmal ignorieren.“

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