Jetzt ist es fix: Umbau für Radl und Fußgänger kommt

Der Giesinger Berg bekommt einen Radweg, die Kreuzung an der Ichostraße wirdsicherer. Schon Mitte März sollen die Bauarbeiten beginnen.
Myriam Siegert
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Blick in Richtung Giesinger Berg. Bergab wird es nach dem Umbau nur noch eine Pkw-Spur geben und einen breiteren Radweg. Die Querungsmöglichkeiten an der Kreuzung sollen sicherer und barrierefrei werden.
Blick in Richtung Giesinger Berg. Bergab wird es nach dem Umbau nur noch eine Pkw-Spur geben und einen breiteren Radweg. Die Querungsmöglichkeiten an der Kreuzung sollen sicherer und barrierefrei werden. © CSU/Freie Wähler

Neue Radwege sind in München eines der Top-Streitthemen. Das beweist einmal mehr die Diskussion um den Giesinger Berg.
Dass dieser radfreundlicher umgebaut werden soll, ist schon seit 2023 beschlossen. Die konkreten Pläne waren in den letzten Wochen Anlass für reichlich Diskussionen.
Was vielleicht auch am Wahlkampf liegt. Dicht an dicht hängen entlang des Giesinger Bergs die Wahlplakate: "Hier baut Grün-Rot die nächste Staufalle“ hat die CSU darauf schreiben lassen. Mit einem Änderungsantrag hatte sie bis zuletzt versucht, das Vorhaben zu stoppen.

BAs und Eltern aus dem Viertel kämpfen für die Umgestaltung

Doch der Radweg wird kommen. Zumindest einen ersten Abschnitt – die Umgestaltung entlang des Giesinger Bergs und die der Kreuzung zur Ichostraße – haben Grüne und SPD am Mittwoch im Mobilitätsausschuss noch einmal bestätigt.
Das zweite Stück an der Martin-Luther-Straße wird separat behandelt und wohl in der März-Sitzung des Ausschusses behandelt werden. Hier hatte ein Verkehrsversuch mit abmarkierten Radwegen stattgefunden, dessen Auswertung derzeit noch zur Anhörung bei den Bezirksausschüssen liegt.

Die beiden Chefinnen der zuständigen Bezirksausschüsse, Carmen Dullinger-Oßwald (Obergiesing-Fasangarten, Grüne) und Anais Schuster-Brandis (Untergiesing-Harlaching, Grüne) hatten sich deutlich für den Umbau ausgesprochen. Und auch eine Initiative von Eltern der Ichoschule hat erst kürzlich mit einem offenen Brief an OB Dieter Reiter sowie mit einer Petition für den rad- und fußgängerfreundlichen Umbau getrommelt.

Umbau für den ersten Abschnitt startet Mitte März

Am 16. März beginnen nun die Arbeiten. Eigentlich hätte das schon im vergangenen Jahr der Fall sein sollen, doch man wartete noch auf Fördermittel des Bundes. Diese Wartezeit werde aber durch 616.000 Euro Bundesmitteln wieder wettgemacht, so die Stadtrats-Grünen.

Sie erklären außerdem, "eine Kehrtwende wäre für die Steuerzahler teuer geworden, da die Stadt den für den Giesinger Berg bereits beauftragten Baufirmen Leistungen bis zu drei Millionen Euro hätte erstatten müssen.

Ein Jahr soll die Umgestaltung dauern. Fußgänger und Fahrradfahrer sollen hier dann sicher unterwegs sein können. Bergauf, wo es bislang nur einen schmalen Gehweg gab, werden getrennte Wege für Radler und Fußgänger geschaffen. Bergab wird der bereits bestehende Radweg auf zwei Meter verbreitert.

Bergab nur noch eine Autospur

Für den Autoverkehr bleibt es bei zwei Fahrspuren bergauf, bergab wird es aber nur noch eine Spur geben.
An der Kreuzung Ichostraße/Silberhornstraße werden die Querungsmöglichkeiten verbessert. Gerade für die Kinder, die die Ichoschule besuchen, sei das ein wichtiger Schritt für mehr Schulwegsicherheit, so die Grünen. Zugleich entstehe so ein barrierefreier Übergang über die große Kreuzung, die bisher nur durch eine nicht barrierefreie Fußgängerunterführung unterquert werden kann.

Gudrun Lux, mobilitätspolitische Sprecherin der Fraktion Die Grünen/Rosa Liste/Volt ist überzeugt: "Sicher den Giesinger Berg hoch und runterradeln können: Das ist der explizite Wunsch vieler Giesinger Familien", so Lux. "Verkehrssicherheit, vor allem für unsere Kinder, ist nicht verhandelbar.“

Sie kritisiert, die CSU wolle wichtige Projekte, die für mehr Verkehrssicherheit sorgen, mit aller Kraft stoppen – obwohl diese längst in der Umsetzung seien. "Dass dadurch hohe Kosten entstanden wären, und das völlig ohne Not, ist den Christsozialen offensichtlich egal."

Kommt die Brücke über den Giesinger Berg trotzdem irgendwann?

CSU-Fraktionschef Manuel Pretzl sagt, die CSU halte es für falsch, den Giesinger Berg umzubauen, bevor über die Zukunft der Martin-Luther-Straße beschlossen wurde. "Ein neuer Stadtrat könnte eine Planung beschließen, die dann auch politisch Bestand hat. Diese Chance wurde heute vertan“, so Pretzl.

Er betont, "Verkehrssicherheit ist uns allen wichtig", deshalb habe seine Fraktion auch die sicherste Variante einer Rad- und Fußwegbrücke gefordert. Dafür solle man auf den Umbau des Giesinger Bergs und der Martin-Luther-Straße verzichten. Doch "dafür wollte Grün-Rot leider kein Geld ausgeben", so Pretzl.

Tatsächlich sind sich CSU und Grüne bei dieser Frage ungewohnt einig, denn auch die Grünen wollen, dass die schon lange geplante und immer wieder vertagte Brücke gebaut wird. Sie fordern dazu unlängst in einem Antrag, dass OB Reiter die Finanzierung des Baus aus dem Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur und Klimaneutralität beantragt.

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  • Wickie712 vor 12 Minuten / Bewertung:

    "Neue Radwege sind in München eines der Top-Streitthemen. " Das Thema Rad und KFZ bringt dieser Zeitung am meisten Kommentare.

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  • Newi83 vor 41 Minuten / Bewertung:

    Schule, Schüler, Kinder? Die CSU interessiert nur Eines. Autos!

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  • Radl Rainer vor einer Stunde / Bewertung:

    Sehr gut. Jetzt auch machen, nicht nur reden.

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