Jetzt geht's los: Hier bekommt München bald einen neuen Platz

Trist und grau ist es vor den Riem Arcaden. Das soll sich ändern – mit einem neuen Brunnen, einem kleinen Wald und blühenden Wiesen. Erste Maßnahmen laufen.
Autorenprofilbild Christina Hertel
Christina Hertel
|
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
115  Kommentare
lädt ... nicht eingeloggt
Teilen
100 neue Bäume will die Stadt auf dem Willy-Brandt-Platz pflanzen.
100 neue Bäume will die Stadt auf dem Willy-Brandt-Platz pflanzen. © Burger Landschaftsarchitekten

Update, 13. Januar: Der Willy-Brandt-Platz soll in neuem Glanz erstrahlen, jetzt geht das Baureferat die ersten vorbereitenden Maßnahmen für die umfassende Neugestaltung an.

Klimaangepasst und barrierefrei: So wird der Willy-Brandt-Platz 

"Dabei werden 50 stark geschwächte und teils erkrankte Bestandsbäume gefällt", teilt die Stadt dazu mit: "Ein unabhängiges Fachgutachten hat ergeben, dass viele dieser Bäume nicht mehr ausreichend vital oder standsicher sind und ersetzt werden müssen."

Das Ganze passiere in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde, dem Stadtrat sowie dem Bezirksausschuss Trudering-Riem. Das Baureferat pflanzt demnach insgesamt 98 neue, große Bäume.

Ehbauer: "Der Umbau steht für eine klimaverantwortliche Stadtentwicklung"

Der zentrale Platz der Messestadt Riem soll von einem bislang vollständig versiegelten Raum zu einem klimaangepassten, barrierefreien und attraktiven Aufenthaltsort mit vielfältiger Grünausstattung werden.

"Der Umbau steht für eine klimaverantwortliche Stadtentwicklung und einen lebendigen, einladenden öffentlichen Raum", sagt Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer (Grüne): "Große Teile der Platzfläche werden wir entsiegeln, naturnah gestalten und insgesamt ein hochwertiges, vielfältiges Aufenthaltsangebot schaffen."

Die Arbeiten an der Platzfläche sollen dann Ende März beginnen. Unter anderem soll eine  große, bodenbündige Brunnenfläche mit 44 Wasserfontänen entstehen und ein Schwerpunkt auf mehr Barrierefreiheit liegen.

2027 soll der neue Platz im Wesentlichen fertig sein

Erstmeldung, 6. Januar: Als wäre ein Betonlaster umgefallen – so sieht der Willy-Brandt-Platz vor den Riem Arcaden heute aus –, das findet zumindest Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). Im großen AZ-Interview hat er sich gewünscht, dass es dort gemütlicher wird.

Tatsächlich soll schon im Januar der Umbau beginnen. 2027 soll der neue Platz im Wesentlichen fertig sein. So kündigt es Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer von den Grünen gegenüber der AZ an.

"Noch gähnende Leere": Wie die Stadt den Willy-Brandt-Platz umbauen will

Sie ist sich sicher, dass sich dieser Platz, der tatsächlich doppelt so groß wie der Marienplatz sei, zum Besseren verändern werde. "Momentan herrscht dort doch gähnende Leere", sagt Ehbauer. Das liegt aus ihrer Sicht auch daran, dass es auf dem Willy-Brandt-Platz im Sommer viel zu heiß wird, als dass man sich dort gerne aufhalten würde.

Auch Feste oder Märkte sollen in Zukunft hier stattfinden können.
Auch Feste oder Märkte sollen in Zukunft hier stattfinden können. © Burger Landschaftsarchitekten

Das soll sich ändern. 100 neue Bäume will die Stadt auf dem Willy-Brandt-Platz pflanzen. Das sind doppelt so viele, wie dort heute stehen. Die 50 bestehenden Bäume sollen gefällt werden. Sie haben sich laut der Baureferentin schlecht entwickelt.

Außerdem soll es auf dem Platz einen neuen Brunnen geben. 40 Fontänen sollen Wasser in die Luft spritzen. Kinder sollen dort spielen können, sagt Ehbauer. Geplant sei auch, dass man den Brunnen abschalten kann, damit dort Feste oder Märkte stattfinden können.

100 Bäume und ein Wildstaudenmeer: Die Pläne der Stadt für den Willy-Brandt-Platz

In der Platzmitte soll eine blüten- und artenreiche Wiese angelegt werden, ein sogenanntes "Wildstaudenmeer", mit bis zu 75 verschiedenen, von Frühjahr bis Herbst blühenden Pflanzen, Stauden, Gräsern und Kräutern. Die Münchner sollen dort auch selbst garteln können. Auch Sportangebote, zahlreiche Sitzgelegenheiten und zwei Aussichtsplattformen sind geplant.

In der Platzmitte soll eine blüten- und artenreiche Wiese angelegt werden.
In der Platzmitte soll eine blüten- und artenreiche Wiese angelegt werden. © Burger Landschaftsarchitekten

Die grüne Baureferentin freut sich. Dem Chef des örtlichen Bezirksausschusses Stefan Ziegler von der CSU geht hingegen all das viel zu weit. Schließlich soll der Umbau 18,6 Millionen Euro kosten. "In diesen Zeiten, in denen das Rathaus am Sozialen spart, hätte man das Geld sinnvoller einsetzen können", findet er.

"Alles übertrieben": CSU kritisiert Pläne für Willy-Brandt-Platz

Zwar hat auch der Bezirksausschuss den Plänen ursprünglich zugestimmt – allerdings sei da noch nicht klar gewesen, wie viel das Ganze kosten soll. "Aus meiner Sicht ist das alles übertrieben", meint der CSUler. Außerdem fürchte er, dass die blühende Wiese, die sich das Baureferat vorstellt, im Sommer eher karg und verbrannt ausschaut und im Winter zur Sumpflandschaft wird.

Dass sich die Stadt einen so teuren Platzumbau nicht leisten kann, sieht Baureferentin Ehbauer anders. Von den 18,6 Millionen Euro würden rund acht Millionen durch den Freistaat und den Bund gefördert. Die Stadt muss also "nur" zehn Millionen Euro selbst zahlen.

Und die sind, so sieht es Ehbauer, gut investiert: "Dieser riesige Platz ist meistens menschenleer. Das kann sich München, wo so ein großer Druck auf die Freiflächen herrscht, nicht mehr leisten."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
 
115 Kommentare
Artikel kommentieren
  • Martin-Alois vor 5 Stunden / Bewertung:

    Und die Gesamtbevölkerung leidet bunter Abgasen, Feinstaub und Lärm.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Wendeltreppe vor 4 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Martin-Alois

    Was verstehen Sie denn unter "Gesamtbevölkerung" zum einen und zum anderen: Wie stellen sie sich denn eine solche Maßnahme in der Abwicklung vor ?

    Antworten lädt ... Kommentar melden
  • Mobilitätsfreund vor 4 Stunden / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Martin-Alois

    Die Gesamtbevölkerung begrüsst Abgase, Lärm und Feinstaub, solange es andere betrifft. Damit dies so bleibt und es zurück in die 1950 Jahre geht, gibt es die csu.

    Antworten lädt ... Kommentar melden
merken
Nicht mehr merken
X

Sie haben den Inhalt der Merkliste hinzugefügt.