Italiener-Kurztrip für Corona-Impfung: Razzia in München!

Im Zuge des Impf-Eklats um italienische Hotel-Mitarbeiter in München hat es nun eine Razzia gegeben. Mehrere Gebäude wurden durchsucht, gegen sieben Personen wird ermittelt.
| AZ/dpa
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Die Mitarbeiter sollen kurz am Flughafen geimpft worden sein, danach ging es wieder zurück nach Italien. (Archivbild)
Die Mitarbeiter sollen kurz am Flughafen geimpft worden sein, danach ging es wieder zurück nach Italien. (Archivbild) © Daniel von Loeper

München - Nach der Impfung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen einer italienischen Ferienanlage in München hat die Staatsanwaltschaft am Freitag mehrere Gebäude in der Landeshauptstadt durchsuchen lassen.

Für Corona-Impfung: Italiener flogen nach München

Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Nürnberg bestehe der Verdacht der Unterschlagung von Impfstoff, der Bestechung und der Bestechlichkeit im Gesundheitswesen. Es wird gegen sieben Beschuldigte – einen Apotheker, Ärzte und einen Rechtsanwalt – ermittelt.

Söder: "Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland"

Am 21. Mai waren rund 120 Mitarbeiter des Ferien-Ressorts Forte Village nach München geflogen, um dort geimpft zu werden. Nach einem kurzen Aufenthalt flogen die Hotel-Beschäftigten zurück auf die Insel Sardinien.

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Die Impf-Aktion am Münchner Flughafen sorgt seit Tagen in Deutschland und Italien für Schlagzeilen. Insbesondere die Herkunft des Impfstoffs hat Fragen aufgeworfen.

Sowohl das Bundesgesundheitsministerium als auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatten Aufklärung verlangt. "Wir wollen keinen Impftourismus nach Deutschland", sagte Söder.

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Mediziner soll die Impf-Präparate angekauft haben

Den Ermittlern zufolge gibt es den Verdacht, dass sich der Apotheker der Unterschlagung schuldig gemacht hat, indem er die Arzneimittel zur Verfügung gestellt hat. Ein Mediziner soll die Präparate angekauft haben, weitere Ärzte hätten geholfen. Der Anwalt soll den Vertrag für die Aktion entworfen haben.

Oberstaatsanwalt Matthias Held erläuterte, dass der vom Bund eingekaufte Corona-Impfstoff nur dem berechtigten Personenkreis zur Verfügung stehe. "Die geimpften Mitarbeiter des italienischen Hotels waren nicht impfberechtigt und hatten daher, unabhängig von der Impfpriorisierung, in Deutschland keinen Anspruch auf eine Impfung gegen das Coronavirus", sagte Held.

Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen ermittelt

Das italienische Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass "der verwendete Impfstoff selbstverständlich nicht dem staatlichen deutschen Bestand entstammt". Außerdem sei es nicht ungewöhnlich, dass EU-Bürger in einem anderen Mitgliedsstaat geimpft würden. Bei der Pandemiebekämpfung handele es sich um eine weltweite Aufgabe.

Untersucht wird der Fall nun von der Zentralstelle zur Bekämpfung von Betrug und Korruption im Gesundheitswesen. Die bei der Nürnberger Generalstaatsanwaltschaft eingerichtete Fachstelle ist für ganz Bayern zuständig.

Die Hotelanlage Forte Village gilt als eine exklusive Adresse. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 absolvierte die deutsche Nationalmannschaft dort ein Trainingslager.

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