Infizierter Tiger: Wie reagieren Tierpark und Tierheim?

So geht es den Viecherln im Tierpark und Tierheim in der Corona-Krise. Was die Mitarbeiter dort sorgt.
| Jasmin Menrad
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Kuschelnde, erkältungsfreie Tiger genießen im Tierpark die Sonne.
Maria Nicole Fencik/Tierpark Hellabrunn Kuschelnde, erkältungsfreie Tiger genießen im Tierpark die Sonne.

München - Den Begriff "Coronakatzen" haben die Mitarbeiter vom Tierschutzverein von der Homepage entfernt. Zu irreführend. Denn was Tierfreunde jahrelang als Coronakatze bezeichnet haben, hat mit Covid-19 nichts zu tun. Das Feline Coronavirus, das bei Katzen Fieber auslöst, eine Bauchfellentzündung und bei Hunden eine milde Durchfallerkrankung, ist nicht vom Tier auf den Menschen übertragbar.

Jetzt aber wurde ein Fall aus New York bekannt, bei dem ein Tierpfleger, der symptomfrei war, Covid-19 auf einen Tiger übertragen hat.

Der und einige seiner Artgenossen leiden nun unter trockenem Husten und Appetitlosigkeit. Bereits Ende März war der Fall einer Katze in Belgien bekanntgeworden, die eine dem Menschen ähnliche Corona-Infektion hat. Allerdings ist weltweit kein Fall bekannt, bei dem das Virus vom Tier auf den Menschen übertragen wurde.

Tierheim besorgt wegen dünner Besetzung

Im Tierpark gibt man sich deshalb gelassen – zumal laut Sprecherin Lena Pirzer kein Tier Symptome aufweise: "Unsere geltenden, ohnehin strengen Hygienevorschriften wurden bereits mit dem Aufkommen der Corona-Thematik noch weiter verstärkt." Auch im Tierheim herrscht Gelassenheit, wenn es um Tiere mit Corona-Symptome geht: Es gibt noch keine.

Die Mitarbeiter sorgt etwas anderes. "Wir sind sowieso dünn besetzt und waren am Wochenende damit beschäftigt, Besucher vom Gelände zu bitten. Da der Tierpark geschlossen hat, sehen uns wohl viele Münchner als lohnendes Ausflugsziel an", sagt Tierheim-Sprecherin Judith Brettmeister.

Fundtiere können im Tierheim weiterhin abgegeben werden

Das Tierheim ist für den Besucherverkehr geschlossen. Die Tiervermittlung läuft zwar weiter, aber nur nach telefonischer Anmeldung. Von 13 bis 16 Uhr sind Mitarbeiter erreichbar. Auch Fundtiere können abgegeben werden. Derzeit kommen vermehrt Tiere nach Riem, deren Besitzer unter Quarantäne stehen und die sich deshalb zeitweise nicht um ihre Lieblinge kümmern können.

Gleichzeitig erreicht das Tierheim viele Angebote von Menschen, die Tiere zur Pflege nehmen wollen. Allerdings: "Neue Pflegestellen können wir nicht annehmen, da wir zur Zeit nicht kontrollieren können", sagt Judith Brettmeister. Auch neue Ehrenamtler, etwa zum Gassigehen, können derzeit nicht angelernt werden.

Lesen Sie hier: Hellabrunn in der Corona-Krise - Wie die Tiere reagieren

Lesen Sie hier: Tiger infiziert - Können Tiere das Coronavirus bekommen?

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