Im Morgengrauen zum Bierzelt – kein Wiesn-Problem

Schon in den frühen Morgenstunden strömen junge Besucher zum Bierzelt – Auswüchse beim Alkoholkonsum auf dem Oktoberfest sind nach Ansicht von Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl aber „kein Wiesn-Problem“, sondern Zeichen einer gesellschaftlichen Entwicklung.
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MÜNCHEN - Schon in den frühen Morgenstunden strömen junge Besucher zum Bierzelt – Auswüchse beim Alkoholkonsum auf dem Oktoberfest sind nach Ansicht von Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl aber „kein Wiesn-Problem“, sondern Zeichen einer gesellschaftlichen Entwicklung.

„Sie haben das überall in der Gesellschaft“, sagte die Festleiterin.

„Wir haben mit Entsetzen festgestellt, dass im Morgengrauen Massen junger Leute anrücken, teils vorgeglüht, und aufs Oktoberfest gehen“, sagte Weishäupl am Dienstagabend in München. „Selbstverständlich ist uns die Entwicklung nicht entgangen.“ Vor den Zelten seien Sperren angebracht worden, gegen den Trend an sich komme die Festleitung aber nicht an. „Das zu ändern – das können wir nicht.“

Auch Wirtesprecher Toni Roiderer ist die Entwicklung nicht entgangen. Man könne aber kaum verhindern, dass die Gäste vor allem an den Samstagen immer früher auf das Festgelände drängen. In den Zelten werde niemand zum Trinken gezwungen; Gäste, die schon vorher völlig betrunken sind, würden nicht hineingelassen, betonte er. „Glauben Sie, dass wir Besoffene im Bierzelt haben wollen?“ Niemand müsse mehr trinken, als ihm bekomme. „Uns ist recht, wenn einer vier Maß trinkt, und uns ist recht, wenn er fünf verträgt – aber er ist nicht verpflichtet.“

Beim traditionellen Aufregerthema Bierpreis verteidigte Roiderer, dass die Wiesn-Maß heuer zwischen 8,30 Euro und 8,90 Euro kostet. Allein der Aufbau eines Wiesn-Festzeltes, das nicht aus Aluminium, sondern aus Holz bestehe, koste zwei Millionen Euro. Nur für Ordner müsse er 300 000 Euro ausgeben. „Da erklärt sich der Bierpreis.“

Weishäupl räumte ein, es sei klar, dass es rund ums Oktoberfest auch ums Geschäft gehe. Preissteigerungen bei den Hotelzimmern bis zu 300 Prozent gefielen dem Tourismusamt der Stadt zwar nicht, aber es gebe keine Handhabe. „Das ist das Spiel von Angebot und Nachfrage. Die Mittel, die wir haben, sind Appelle.“

dpa

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