"Ich bin fassungslos": Münchner Biergarten-Wirt sauer auf bestimmten Gast

Normalerweise zeigt sich Thomas Fesenmair, Wirt des Königlichen Hirschgarten, in seinen Instagram-Videos stets von seiner fröhlichen Seite. Beim letzten Clip ist er allerdings sichtlich angesäuert – aus gutem Grund.
von  André Wagner
Thomas Fesenmair (r.), Wirt des Königlichen Hirschgarten, ist sauer wegen Vandalismus in seinem Biergarten.
Thomas Fesenmair (r.), Wirt des Königlichen Hirschgarten, ist sauer wegen Vandalismus in seinem Biergarten. © IMAGO/STL Studio Liebhart

Thomas Fesenmair, Wirt des Königlichen Biergarten, ist in den sozialen Medien sehr aktiv. Regelmäßig postet er kurze Videos auf seinem Instagram-Account, um über Neuigkeiten aus seinem Biergarten zu berichten. Stets beginnen die Clips mit einem fröhlich gestimmten "Servus, grias euch, da Thomas aus’m Hirschgarten".

Auch das letzte Video beginnt Fesenmair mit diesen Worten, doch diesmal scheint der Wirt alles andere als gut gelaunt zu sein und statt im Biergarten oder im Wirtshaus wurde der Clip an einem außergewöhnlichen Ort gedreht bzw. Örtchen, nämlich dem stillen.

Und warum Fesenmair sichtbar stinksauer in die Kamera schaut, wird deutlich, wenn man einen Blick auf die Wand und die Toilettenschüssel hinter ihm wirft.

"Kauft’s euch ein Malbuch oder sowas": Biergarten-Wirt stinksauer auf Schmierfinken

Dort haben sich ein oder mehrere Schmierfinken mit einem dicken, roten Stift verewigt, die man mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Fanszene des FC Bayern München lokalisieren dürfte. Jedenfalls nähren Schmierereien wie "SCHEISS TSV" oder "FCBAYERN", die in großen roten Lettern auf Wand, Kacheln und Klobrille einer Toilettenkabine gekritzelt wurden, diese Vermutung.

"Ich muss sagen, ich bin ein bisschen fassungslos. Wir haben diese Toiletten im Frühjahr für viel Geld renoviert und saniert und können das Ganze jetzt quasi nochmal machen", beginnt Fesenmair nach seiner angesäuerten Begrüßung zu erzählen.

Der Wirt gibt auch deutlich zu verstehen, dass er für solche Aktionen keinerlei Verständnis hat und der oder die Schmierfinken mit Konsequenzen rechnen müssen. "Das ist eine Form von Vandalismus und Sachbeschädigung von fremdem Eigentum, die wir natürlich zur Anzeige bringen – ist klar", so Fesenmair.

Anzeige für den Anbieter Instagram Reel über den Consent-Anbieter verweigert

Eine Botschaft an den Möchtegernkünstler hat der Biergarten-Wirt auch gleich parat: "An diejenigen, die sich da so gütlich tun und so gerne malen – sucht euch halt was anderes zu malen, kauft’s euch ein Malbuch oder sowas", empfiehlt Fesenmair sichtlich angefressen.

Mit den Worten: "Am Ende des Tages muss das ja jemand zahlen und wie es allgemein ist in dieser Gesellschaft, wenn Kosten entstehen, werden diese auf alle umgelegt. Also letztlich bleibt’s bei euch wieder hängen. Lasst es bitte bleiben, brauchen wir hier im Biergarten nicht", schließt der Wirt sein Video ab.

In einem Kommentar zu dem Clip bittet der Wirt etwaige Zeugen, Hinweise, wer hinter den Schmierereien stecken könnte, direkt an ihn zu schicken.

Follower zeigen Verständnis für wütenden Hirschgarten-Wirt

In der Kommentarspalte zeigen viele Follower Verständnis für den Unmut des Hirschgarten-Wirtes. Unter anderem ist dort zu lesen: "Ich hoffe ihr findet die Schmierfinken und dann Biergartenverbot in ganz München!", "Was sind das bloß für Menschen? Ich verstehe das nicht.", "Narrenhände beschmieren Tische und Wände. In München diese infantilen Sprühwettbewerbe zwischen sogenannten "Bayern"- und sogenannten "1860er"-Fans, erst rot angesprüht, dann blau, dann rot, dann blau …" oder "Das kümmert die nicht wirklich, weil sie wissen, es passiert ihnen am Ende nicht viel. Nur traurig, dass man überall mit Kameras aufrüsten muss und die Betreiber das mit hohen Kosten wieder herrichten müssen, was sich dann wohl wieder bei den Preisen auswirken wird für uns alle. Echt beschämend."

Schmierereien, die eindeutig der Fanszene des FC Bayern und des TSV 1860 München zuzuordnen sind, werden in München immer mehr zum Problem. Erst am Dienstag wurde ein Trio junger Bayern-Fans festgenommen, die in Hadern mehrere Stromkästen beschmiert hatten und damit einen Schaden von mehreren tausend Euro verursachten.

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