Hubschrauberstaffel: Heli-Cops, Helden der Lüfte

Die Hubschrauberstaffel der bayerischen Polizei fliegt 2015 fast 2200 Einsätze, meist geht es um Vermisstensuchen und Rettung aus Bergnot – nicht immer mit Erfolg.
| Nina Job
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Markus Langer (51) mit der Video- und Wärmebildkamera. Der EOS-Operator sitzt als dritter Mann im Helikopter. Er kann Bilder direkt in die Einsatzzentralen schicken.
Nina Job Markus Langer (51) mit der Video- und Wärmebildkamera. Der EOS-Operator sitzt als dritter Mann im Helikopter. Er kann Bilder direkt in die Einsatzzentralen schicken.

München - Die retten umherirrende, demente Menschen vor dem Erfrierungstod und holen Bergsteiger aus Situationen, in denen es kein Vor und Zurück gibt. Bayerns Heli-Cops bringen verletzte Kinder auf schnellstem Wege in die Klinik.

Und beim nächsten Einsatz fliegen sie ihre Kollegen vom Spezialeinsatzkommando (SEK) zu einem heiklen Einsatz irgendwo in Bayern oder transportieren Löschwasser zu einem Waldbrand. „Es gibt keinen besseren und abwechslungsreicheren Job“, ist Flugtechniker Sebastian Reeck überzeugt. Seit 2010 gehört der 38-Jährige zu den Rettern der Bereitschaftspolizei, die von oben – aus der Luft – kommen.

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Die 27 Teams der Polizeihubschrauberstaffel sind rund um die Uhr im Einsatz. Im vergangenen Jahr flogen sie 2163 Einsätze, ein Drittel davon (763 Flüge) bei Nacht. Gestern stellten Wolfgang Sommer, Präsident der Bereitschaftspolizei, und Joachim Walzik, Chef der Hubschrauberstaffel, ihre Jahresbilanz 2015 vor.

Die Kamera liefert gute Bilder: Sogar kalte Nasen sind zu erkennen

Die meisten Einsätze flog die Staffel, um Verletzte zu transportieren, Menschen aus Bergnot zu retten sowie Löscheinsätze. Insgesamt 979 Einsätze kamen so zusammen. Einer der spektakulärsten war die Rettung von 14 Bergsteigern am Watzmann.

Die Suche nach Vermissten: Einen großen Anteil der Einsätze macht die Suche nach Vermissten aus. Am vergangenen Wochenende bei der Suche nach dem fünfjährigen Alex, der sich in einem Wald bei Vohburg verirrt hatte, war die bayerische Hubschrauberstaffel ebenfalls mit zwei Helikoptern beteiligt. 2015 Jahr startete sie zu 789 Vermisstensuchen vom Münchner Flughafen oder vom zweiten Standort in Roth aus. 369 dieser Absuchen fanden nachts statt.

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Vor 25 Jahren waren solche Nachteinsätze noch undenkbar. Damals flogen die Hubschrauberpiloten nur auf Sicht. Heute sind die Helikopter mit modernster Technik ausgestattet. Suchscheinwerfer, Wärmebild- und Videokameras liefern detailgenaue Bilder. EOS-Operatoren wie Markus Langer können die Bilder direkt in die Einsatzzentralen oder zu den Führungsstäben senden. „Wir haben die leistungsstärkste Staffeln aller Landespolizeien“, betont Polizeipräsident Sommer.

Die Bilder aus der Luft, die eine außen befestigte 360-Grad-Kamera liefert, sind dabei so detailgenau, dass die Besatzung im Edelweißhubschrauber sogar erkennen kann, was eine Person am Boden für Schuhe trägt. Oder ob sie eine kalte Nase hat. Ab 0,1 Grad Celsius werden Temperaturunterschiede dargestellt. Doch nicht immer verläuft die Suche erfolgreich – und nicht immer werden die Gesuchten lebend gefunden.

Bilanz der Staffel: Von 789 Vermisstensuchen waren 90 erfolgreich. Dass die beiden Hubschrauber den kleinen Alex nicht entdeckten, hatte wohl zwei Gründe: Das Kind hatte sich aus Angst mehrmals versteckt. Und es hatte die Bundesstraße B300 überquert, wo die Polizisten nicht suchten.

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