Holzhaus in München abgefackelt - das steckt dahinter

Das Holzhaus brennt lichterloh, wenige Meter weiter stehen Feuerwehrleute in voller Montur, die Schläuche sind schon ausgerollt und doch greifen sie nicht ein. Was passiert da?
| Elke Richter/dpa
X
Sie haben den Artikel der Merkliste hinzugefügt.
zur Merkliste
Merken
1 Kommentar Artikel empfehlen
Großbrandversuch der Technischen Universität München: Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Sven Hoppe/dpa 8 Großbrandversuch der Technischen Universität München: Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen.
Sven Hoppe/dpa 8 Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen.
Wissenschaftler der Technischen Universität München beobachten einen Großbrandversuch. Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Sven Hoppe/dpa 8 Wissenschaftler der Technischen Universität München beobachten einen Großbrandversuch. Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen.
Sven Hoppe/dpa 8 Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen.
Feuer und Rauch sind bei einem Großbrandversuch der Technischen Universität München zu sehen. Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Sven Hoppe/dpa 8 Feuer und Rauch sind bei einem Großbrandversuch der Technischen Universität München zu sehen. Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen.
Sven Hoppe/dpa 8 Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen.
Großbrandversuch der Technischen Universität München: Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Sven Hoppe/dpa 8 Großbrandversuch der Technischen Universität München: Bei dem Versuch wurde ein Wohnungsbrand in einem Holzhaus simuliert.
Die Werksfeuerfeuerwehr der Technischen Universität München löschen nach dem Großbrandversuch das Feuer. Versuche in dieser Größenordnung gibt es nur selten.
Sven Hoppe/dpa 8 Die Werksfeuerfeuerwehr der Technischen Universität München löschen nach dem Großbrandversuch das Feuer. Versuche in dieser Größenordnung gibt es nur selten.

München - Es dauert keine fünf Minuten, bis aus dem bodentiefen Fenster dichter Rauch quillt und lichterloh Flammen schlagen. Kurz darauf tanzt eine Feuerwand rotgelb leuchtend an der Fassade nach oben.

Wenige Meter weiter stehen Feuerwehrleute in voller Montur, die Schläuche sind schon ausgerollt - doch niemand greift ein. Der kleine Bau auf dem Gelände der Technischen Universität München (TUM) brennt absichtlich: Der Versuch soll belegen, dass auch mehrstöckige Gebäude aus Holz brandschutztechnisch sicher sind. Und damit zum Klimaschutz beitragen können.

Holzbauten und Brandgefahr: TU München forscht

"Wir wollen alle mit Holz bauen. Nicht nur, weil es schön ist, sondern weil im Holz viel Kohlenstoff gespeichert ist", erläutert Prof. Stefan Winter vom Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der TUM. Der Kohlenstoff stammt aus dem CO2 der Atmosphäre. Die logische Konsequenz: Über Jahrzehnte verbautes Holz ist eine CO2-Senke und steht aus diesem Grunde auch politisch derzeit hoch im Kurs.

Lesen Sie auch

Doch viele befällt ein unwohles Gefühl, wenn sie an die Brandgefahr denken. Zu unrecht, wie Winter betont: "Wir wissen aufgrund unserer Forschung, dass der Holzbau bei Sicherheit und Risikoniveau mit anderen Bauweisen gleichwertig ist und wir gesichert bis zur Hochhausgrenze auch in Holz bauen können."

Projektleiter Engel: "Versuche in dieser Größenordnung gibt es nicht oft"

Die mehr als 250.000 Euro teure Versuchsreihe aus fünf Großbränden ist der Abschluss eines dreijährigen Forschungsprojekts, dessen Ergebnisse letztlich in die Musterbauordnung eingehen sollen. Insgesamt floss in das Verbundprojekt der TUM, der Hochschule Magdeburg/Stendal, der TU Braunschweig und dem Institut für Brand- und Katastrophenschutz Heyrothsberge eine Million Euro.

Lesen Sie auch

"Versuche in dieser Größenordnung gibt es nicht oft. Weltweit waren es im letzten Jahrzehnt etwa zehn Stück", erläutert der für den Brandaufbau zuständige Projektleiter Thomas Engel. Während des Versuchs zeichnen rund 400 Sensoren unter anderem Temperatur, Strömungsgeschwindigkeit und das Gewicht des verbrennenden "Mobiliars" auf.

Simuliert wird der typische Brand in der Ecke einer Hütte

Denn die Forscher haben ein mit Büchern und Möbeln vollgestopftes Wohnzimmer simuliert und angezündet - die Rauchwolke war am Donnerstag beim dritten Versuch der Reihe kilometerweit zu sehen. Im Inneren des 4,5 mal 4,5 Meter großen Raumes - bei den noch ausstehenden Versuchen wird die Größe auf 9 mal 4,5 Meter erweitert - stehen genormte Quader aus säuberlich in gleichmäßigen Abständen über kreuz geschichteten Holzstäben.

Lesen Sie auch

Deren Brandlast ist genau berechnet und deckt 90 Prozent der Wohnungen in Deutschland ab. "Das entspricht einem richtig vollgestellten Wohnzimmer, wo jemand richtig viel Zeug und Möbel drin hat", erläutert Engel. Simuliert wird der typische Brand in einer Ecke, etwa durch einen technischen Defekt oder eine Zigarette im Papierkorb. Darüber hinaus erhöhen die Forscher im Zuge der Versuchsreihe immer mehr den Anteil massivholzgebauter Wände und Decken.

Auch die Feuerwehr lernt aus dem TUM-Versuch

Der Einsatzleiter der TUM-Werkfeuerwehr, Jürgen Wettlaufer, bleibt dennoch gelassen. "Ein gut gemachtes Holzhaus stellt für die Feuerwehr kein Problem dar - wenn es gut gemacht ist!" Dazu gehörten etwa dichte Anschlussöffnungen und eine nicht brennbare Dämmung zwischen den Holzbauteilen.

Lesen Sie auch

Nach eineinhalb Stunden ist der Zimmernachbau soweit ausgebrannt, die Flammen reduzieren sich auf Mannshöhe. Auf dem Boden türmen sich Glutberge, hin und wieder fällt ein Stück der Deckenverkleidung herunter.

Nun kommt der Einsatz der Feuerwehr. Auch sie will aus den Versuchen lernen, wie sie am besten einen Holzhausbrand löscht. Denn das Besondere sind ja nicht nur die brennbaren Oberflächen, wie Fachberater Claudius Hammann von der Werkfeuerwehr sagt. Sondern auch das sogenannte Nachglimmverhalten: "Man hat dann Holzkohle, und das dauert einfach."

Lädt
Anmelden oder registrieren

Zum Login
Zu meinen Themen hinzufügen

Hinzufügen
Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten
Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen
Um "Meine AZ" nutzen zu können, müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen.

Zustimmen
Teilen 1  Kommentar – mitdiskutieren Artikel empfehlen
1 Kommentar
Artikel kommentieren