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Freibier für die Mitarbeiter: Hofbräu-Chef verrät, wie viel jeder bekommt

Klein, aber fein ist die staatliche Brauerei, zu der auch das weltberühmte Hofbräuhaus am Platzl in München gehört. Seit Januar 2026 führt der Berliner Jörg Lehmann Hofbräu. Im AZ-Interview erzählt er, wie er den "schlafenden Löwen" wachküssen will, wie das neue Wiesnzelt ausschaut – und wie viele Lederhosn er schon im Schrank hat.
Nina Job
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„Ich bin Brauer mit Seele“: Hofbräu-Direktor Jörg Lehmann (56).
Daniel von Loeper 12 „Ich bin Brauer mit Seele“: Hofbräu-Direktor Jörg Lehmann (56).
Weltberühmt und Münchner Institution zugleich: Das Hofbräuhaus am Platzl prägt das Image der Staatsbrauerei wie kein anderer Ort.
IMAGO/HMB Media/Heike Feiner 12 Weltberühmt und Münchner Institution zugleich: Das Hofbräuhaus am Platzl prägt das Image der Staatsbrauerei wie kein anderer Ort.
Die weltberühmte Schwemme im Hofbräuhaus – unter dem historischen Gewölbe, das sogar den Krieg überstanden hat, standen früher die Sudkessel.
imago 12 Die weltberühmte Schwemme im Hofbräuhaus – unter dem historischen Gewölbe, das sogar den Krieg überstanden hat, standen früher die Sudkessel.
1935: der Hofbräukeller Am Wiener Platz. Links davon – in der Inneren Wiener Straße – die Brauerei, die hier von 1896 bis 1987 ihren Sitz gehabt hat.
Stadtarchiv 12 1935: der Hofbräukeller Am Wiener Platz. Links davon – in der Inneren Wiener Straße – die Brauerei, die hier von 1896 bis 1987 ihren Sitz gehabt hat.
Das Zerwirkgewölbe am Alten Hof: Genau rechts davon entstand 1591 der erste Bau des Hofbräuhauses.
imago 12 Das Zerwirkgewölbe am Alten Hof: Genau rechts davon entstand 1591 der erste Bau des Hofbräuhauses.
6. April 1987: Vollbrand im Höfbräukeller! Die Mälzerei steht in Flammen und greift auf den Bierkeller und die Brauerei (links) über.
imago 12 6. April 1987: Vollbrand im Höfbräukeller! Die Mälzerei steht in Flammen und greift auf den Bierkeller und die Brauerei (links) über.
Genuss pur! Drei Hofbräu-Mitarbeiter bei ihrer Mittagspause vor einer Wand aus HB-Tragln.
Foto: AZ-Archiv/Camay Sungu 12 Genuss pur! Drei Hofbräu-Mitarbeiter bei ihrer Mittagspause vor einer Wand aus HB-Tragln.
Chromblitzender Edelstahl, wohin das Auge reicht, hier der Blick in die Fassfüllanlage. Die Kegs (engl.: kleines Fass) sind natürlich nicht aus Holz, sondern aus Alu.
Daniel von Loeper 12 Chromblitzender Edelstahl, wohin das Auge reicht, hier der Blick in die Fassfüllanlage. Die Kegs (engl.: kleines Fass) sind natürlich nicht aus Holz, sondern aus Alu.
Flaschen über Flaschen: So schaut's in der Abfüllerei bei Hofbräu aus.
Daniel von Loeper 12 Flaschen über Flaschen: So schaut's in der Abfüllerei bei Hofbräu aus.
Obacht, hier tropft's! Blick in den langen Gang unter den aufrecht stehenden Gärtanks.
Daniel von Loeper 12 Obacht, hier tropft's! Blick in den langen Gang unter den aufrecht stehenden Gärtanks.
Bescheiden: Das Büro des Hofbräu-Chefs ist im 1. Stock dieses Zweckbaus. Seit 1988 ist der Sitz der Brauerei im Stadtteil Riem.
Daniel von Loeper 12 Bescheiden: Das Büro des Hofbräu-Chefs ist im 1. Stock dieses Zweckbaus. Seit 1988 ist der Sitz der Brauerei im Stadtteil Riem.
Das aktuelle Hofbräu-Zelt. Welche Änderungen wird es in Zukunft geben?
imago 12 Das aktuelle Hofbräu-Zelt. Welche Änderungen wird es in Zukunft geben?

Sie haben sich quasi die Klinke in die Hand gegeben: der alte und der neue Direktor von Hofbräu. Am 31. Dezember hat der gebürtige Österreicher Michael Möller nach 25 Jahren aufgehört. Am 1. Januar 2026 hat der gebürtige Berliner Jörg Lehmann (56) angefangen.

„Ich bin Brauer mit Seele“: Hofbräu-Direktor Jörg Lehmann (56).
„Ich bin Brauer mit Seele“: Hofbräu-Direktor Jörg Lehmann (56). © Daniel von Loeper

Der Neue ist zwar neu bei Hofbräu, aber alles andere als frisch in Bayern. Lehmann hat an der TU Weihenstephan Brauwesen studiert, über Hefe promoviert und viele Jahre für andere Münchner Brauereien gearbeitet: Er war Technik-Geschäftsführer bei Spaten-Franziskaner und Vorstand bei Löwenbräu, außerdem CEO bei Paulaner und Vorstandssprecher bei Kulmbacher (gehört zu 63,8 Prozent Paulaner).

Die AZ traf den schlanken Bier-Doktor in der Brauerei. Rund 350.000 Hektoliter werden hier pro Jahr gebraut und abgefüllt, davon geht etwa die Hälfte in den Export. Hofbräu braut nun schon seit bald 40 Jahren neben der Riemer Autobahn (A94). Von seinem Büro aus sieht Lehmann auf Hopfen, der für die Besucher angepflanzt wurde – und auf ein riesiges Löschbecken, das ausschaut wie ein XL-Swimmingpool.

Stammtische

Gut 125 Stammtische mit rund 3500 Stammgästen gibt es im Hofbräuhaus. Die Stammtische bestehen aus den unterschiedlichsten Gruppen: Handwerker, Flugkapitäne, Trachtengruppen, Polizisten oder Taxler. Viele Stammgäste bewahren ihren eigenen Maßkrug im berühmten Maßkrugtresor auf – es gibt 616 Fächer. Diese Fächer kann man nicht kaufen, sie sind ausschließlich Stammgästen vorbehalten.

AZ: Herr Lehmann, seit Januar 2026 sind Sie neuer Direktor von Hofbräu. War es schwer, Sie abzuwerben?
JÖRG LEHMANN: Nein. Hofbräu ist eine Marke, die strahlt – in München, in Bayern, in Deutschland. Vielleicht strahlt sie auch noch ein bisschen mehr, je weiter man wegkommt von München.

Erleben Sie das so?
Nördlich von Frankfurt, was ja für Bayern teilweise schon Ausland ist, hat Hofbräu noch eine ganz andere Bedeutung. Ich war in Erfurt, da gibt es ein Hofbräu am Dom, das ist einfach ein Aushängeschild. Da gehen die Leute gerne rein, erwarten bayerische Gastronomie und tolles Bier und bekommen die natürlich auch. Damit ist es eine Sache, die Spaß macht. Das ist die Marke, die mich angezogen hat.

"Das ist eine Besonderheit"

Außer bei Augustiner waren Sie schon bei allen großen Münchner Brauereien. Hofbräu ist die erste staatliche, ist das ein großer Unterschied?
Es ist eine Brauerei „wie jede andere“, was es natürlich für mich leichter macht. Die Themen sind identisch. Auch wenn man sich an das eine oder andere schon gewöhnen muss.

Das Lied zum Bier

Das berühmteste Lied über das Hofbräuhaus („In München steht ein Hofbräuhaus, oans, zwoa, gsuffa“) stammt von einem Berliner. Wilhelm „Wiga“ Gabriel (1897–1964) hat es 1935 komponiert. Die Ähnlichkeit mit dem Lied „Solang der Alte Peter“ ist auffallend. Berühmte Interpreten: Volkschauspieler Maxl Graf und Jodl-König Franzl Lang.

Woran müssen Sie sich erst noch gewöhnen?
Genehmigungsprozesse, die Zusammenarbeit mit dem Finanzministerium und so etwas.

Und allgemein die Münchner Brauereien, sind sie sehr verschieden?
Es gibt eine Klammer: Das ist das Münchner Bier. Das ist eine Besonderheit. Wir treten gemeinsam auf, spielen das Thema gemeinsam, die Herkunftsbezeichnung ist ja geschützt. Dadurch kennt man sich. Man ist Konkurrent, aber man spielt in einer Liga. Es gibt unterschiedliche Charaktere, so würde ich es auch über die Brauereien sagen. Hofbräu ist ein wirklich bayerisches Unternehmen in der Hand der Bürger. Das ist doch eine tolle Geschichte!

Die weltberühmte Schwemme im Hofbräuhaus – unter dem historischen Gewölbe, das sogar den Krieg überstanden hat, standen früher die Sudkessel.
Die weltberühmte Schwemme im Hofbräuhaus – unter dem historischen Gewölbe, das sogar den Krieg überstanden hat, standen früher die Sudkessel. © imago

Wie sehen Sie die Marke HB?
Sie ist ein bisschen Underdog. Wir sind klein, aber fein. Aber auch sehr bekannt. Für mich ist sie ein bisschen wie ein Riese oder schlafender Löwe, der erst wachgeküsst werden muss.

HB: Das Bier in Zahlen

● Ausstoß in Hektoliter: ca. 350.000
● Export-Anteil: ca. 50 Prozent
● Mitarbeiter: rund 150
● Biersorten: 14 (inkl. Radler/Alkfrei)
● Lokale: Hofbräuhaus (am Platzl), Hofbräukeller (Innere-Wiener-Str.), Papa Benz (Leopoldstraße), Hofbräu im Deutschen Theater (Schwanthalerstraße), Alter Wirt (Dachauer Str.), Harlachinger Jagdschlössl (Geiselgasteigstr.), Kiosk im Engl. Garten „Mini-Hofbräuhaus“, Aumeister, Restaurant und Biergarten am Chinesischen Turm, Muffatwerk, Park Cafe, Olympiaturm Drehrestaurant (derzeit geschlossen).

"Wie stellen wir unser Portfolio auf?"

Das ist doch ein schönes Bild. Und wie wollen Sie den Löwen wachküssen?
Mit viel Liebe. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Und sicherlich auch mit Mut an der ein oder anderen Stelle.

Was wollen Sie ändern?
Es gab jetzt 25 Jahre lang eine Linie. Nun geht es darum, neue Sachen anzugehen wie die Digitalisierung zum Beispiel. Oder auch die Produktion neu zu denken, wo wir wirklich gut besetzt sind. Vielleicht auch Leute mal an anderer Stelle einzusetzen, um Stärken neu zu nutzen und Vertriebswege neu zu denken. Ein Thema ist auch: Wie stellen wir unser Portfolio auf? Wir wollen mit einer Konsumentenbefragung erfahren, wofür HB steht und wie die Verbraucher auf die Marke gucken.

Bescheiden: Das Büro des Hofbräu-Chefs ist im 1. Stock dieses Zweckbaus. Seit 1988 ist der Sitz der Brauerei im Stadtteil Riem.
Bescheiden: Das Büro des Hofbräu-Chefs ist im 1. Stock dieses Zweckbaus. Seit 1988 ist der Sitz der Brauerei im Stadtteil Riem. © Daniel von Loeper

Was würden Sie denn sagen, was der Markenkern ist?
Das ist für mich momentan noch nicht so klar. Da ist zum einen natürlich die lange Geschichte mit dem Gründungsjahr 1589. Wir waren die Ersten, die Weißbier gebraut haben, die Ersten, die königlich unterwegs waren. Und wir sind natürlich mit dem Hofbräuhaus eine Institution, die für eine lange Tradition steht – mitsamt Maßkrugtresor und Stammtischen. Hofbräu hat außerdem diese Weltoffenheit. Etwas, das in München vielleicht auch ein bisschen negativ ankommt.

Wiesnzelt

Auf dem Oktoberfest ist Hofbräu erst nach dem Zweiten Weltkrieg vertreten: seit 1952 gibt es ein HB-Zelt auf der Wiesn. Das Hofbräu- Festzelt ist mit circa 10.000 Plätzen (davon 6500 drinnen und 3500 im Biergarten) eines der größten Festzelte der Wiesn und mit Sicherheit das internationalste Zelt auf dem Oktoberfest. Als einziges Zelt bietet das Hofbräu- Festzelt knapp 1000 Gästen vor dem Musikpodium einen Stehbereich. 2027 geht HB mit einem komplett neuen Wiesnzelt an den Start.

"Gastronomie nicht gerade der Wachstumsbereich"

Was meinen Sie damit?
Hofbräu sei ja nur für Touristen – was ich aber überhaupt nicht so sehe! Das Schöne ist, dass diese beiden Kerne nebeneinander existieren und sich gegenseitig auch befruchten. Das können wir noch ein bisschen besser herausarbeiten.

Der Bierkonsum geht zurück und auch ausgegangen und konsumiert wird immer weniger.
Ja, aktuell ist die Gastronomie nicht gerade der Wachstumsbereich. Da müssen alle ein bisschen kämpfen. Aber wir haben bei Hofbräu Glück, dass wir Gastronomie haben, wo die Leute hingehen wollen. Da hilft uns das internationale Publikum. Denen ist das egal. Kommen sie nach München, wollen sie ins Hofbräuhaus, weil sie das Erlebnis haben wollen.

Flaschen über Flaschen: So schaut's in der Abfüllerei bei Hofbräu aus.
Flaschen über Flaschen: So schaut's in der Abfüllerei bei Hofbräu aus. © Daniel von Loeper

Wie kann Hofbräu wachsen?
Wir müssen einfach gucken, was wir unseren Konsumenten in Zukunft geben. Wir sind sehr gut in der Gastronomie. Den Handel haben wir bisher sehr wenig bearbeitet. Das Ziel muss für mich nachhaltiges Wachstum sein, ein Massenprodukt macht für mich keinen Sinn. Wir sind eine Premium-Marke, eine Gastronomie-Marke, und das wollen wir auch bleiben.

Wird Hofbräu auch mal Cola und andere Erfrischungsgetränke vertreiben?
Das tun wir ja jetzt schon. Da haben wir unsere Partner. Aber unter unserer Marke momentan nicht.

Warum nicht?
Weil wir von der Tradition leben. Wenn ich daneben eine Schiene aufbaue, muss sie vom Konsumenten zumindest verstanden werden. Wenn ich jetzt einfach nur sage, ich mache ein Hofbräu-Cola-Mix, kann ich zwar einen Hektoliter damit machen, aber das verwässert den Markenkern. Und gerade Konsumenten aus dem Ausland muss ich nicht hier beibringen, was ein Spezi ist. Das ist übrigens auch bei den Konkurrenten am Nockherberg schwierig. Spezi ist ein bayerisches, ein deutsches Phänomen.++

HB-Bier im Spaten-Zelt

Seit 1867 wird auf der Wiesn im Schottenhamel Spaten ausgeschenkt – bis heute. Eine kleine Ausnahme aber gab’s: 1950 (beim ersten OB-Anzapfen mit Thomas Wimmer) bis 1953 floss kein Spaten im Schottenhamel, sondern: Hofbräu! Banaler Grund: Der Wirt war sich mit Spaten nicht über den Bierpreis einig geworden...

"Da war ich der Saupreiß"

Heißt das, Hofbräu bleibt ausschließlich eine Bierbrauerei?
Hofbräu ist eine Brauerei und soll eine bleiben. Nichtsdestotrotz brauchen wir Lösungen, wo wir Alternativen anbieten können.

Was kann das dann sein?
Alkoholfreie Biere auszubauen, wäre ein Ansatz. So lange wir da nicht alle Kapazitäten und Ressourcen ausgeschöpft haben, wird es nicht irgendwelche anderen wilden Sachen geben, also keine Mango-, Litschi-, Kombucha-Getränke oder so was.

Sie waren schon auf Asien-Reise. Wollen Sie dort noch ein Hofbräuhaus eröffnen?
Ich war in Tokio und China und wollte erst mal unsere Partner kennenlernen. Unser Ziel ist, Hofbräu in Tokio als Gaststätte und Markenbotschafter zu installieren, auch in Brasilien wollen wir neue Hofbräugaststätten eröffnen. Und wir wollen dort sowie in den USA im Handel präsenter werden. Es muss nicht immer ein Hofbräuhaus sein mit Bierhalle, wir möchten das Hofbräu-Erlebnis weitergeben und auch auf kleiner Fläche möglich machen.

Obacht, hier tropft's! Blick in den langen Gang unter den aufrecht stehenden Gärtanks.
Obacht, hier tropft's! Blick in den langen Gang unter den aufrecht stehenden Gärtanks. © Daniel von Loeper

Sie sind Berliner. Müssen Sie sich oft Sprüche anhören?
Ja, erst gestern wieder.

Was war das?
„Mei, Sie kenna scho a weng mehr Boarisch redn!“ Am Stammtisch war das. Aber ich bin auch schon mehrfach beschimpft worden, dass ich aus Bayern komme.

Wie das?
Wir sind oft umgezogen. Als wir von Berlin nach Nürnberg gezogen sind, war ich der Saupreiß. Als wir von Nürnberg nach Duisburg gezogen bin, da war ich in der Schule der Sepp. Aber irgendwie ist das ja auch schön.

Warum das?
Es zeigt, dass jede Region einen gewissen Charakter, einen gewissen Stolz und eine Tradition hat. Und das ist ja das, womit wir bei Hofbräu spielen und was wir verkaufen. Wenn ich jetzt nach Texas fahre, da ist in meinem Gepäck die Lederhosn.

Wann haben Sie sich Ihre erste gekauft?
Das muss 2000 gewesen sein. Als die Leute aus der Brauerei und der Braumeister gesagt haben, so jetzt ist es aber an der Zeit, bin ich nach Berchtesgaden gefahren und habe mir eine maßschneidern lassen. Und dort wird gerade meine zweite geschneidert.

OB Thomas Wimmers erstes Anzapfen 1950 – mit HB-Krügen und -Bier im Spatenzelt.

Foto: Stadtarchiv

"Wurde ich halt auch als Bayer veräppelt"

Sie haben dann also zwei?
Ja. Auch da geht es nicht um Quantität, sondern um Qualität.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in der Brauerei?
Ich bin einfach Brauer mit Seele. Mir macht es Spaß, durch die Brauerei zu gehen, mit den Leuten vor Ort zu reden, das Bier zu erleben, auch in den verschiedenen Stufen des Produktionsprozesses. Ich bin gern mittendrin, mit Ärmel hochkrempeln und unter den Füller gucken. Oder in der Gastronomie im Gespräch mit Leuten.

Gibt’s bei HB eigentlich auch ein Bierdeputat? Also ein monatliches Kontingent Freibier für die Mitarbeiter?
Ja, klar! Das ist tarifvertraglich geregelt. Den kriegen alle im Braugewerbe.

Und wie viel gibt es?
78 Liter.

So viel? Jeden Monat?
Die kaufen dazu, wenn die 78 Liter nicht reichen! (lacht) Der Haustrunk dient dem Konsum in der Familie. Man kann auch einen Teil alkoholfreie Getränke nehmen.

Und was haben Sie zuletzt mit nach Hause genommen?
Einen Kasten Alkoholfreies und vier Kästen Hofbräuhaus Hell.

Stimmt es eigentlich, dass Sie mal als Berufswunsch angegeben haben, dass Sie König von Bayern werden wollen?
Das war nicht mein Wunsch, das war das, was mir meine Mitschüler in die Abizeitung reingeschrieben haben.

1632: Bier für Frieden

Während des Dreißigjährigen Kriegs 1632 wurde München von schwedischen Truppen belagert und auch eingenommen. Die drohende Zerstörung Münchens konnte verhindert werden, indem man dem Schweden-König Gustaf-Adolf versprach, 300.000 Reichstaler Lösegeld aufzubringen. Weil das nicht gelang, wurden 42 Geiseln gestellt (die später fliehen konnten). Zur Besänftigung trug sicherlich auch bei, dass das Hofbräuhaus den Schweden 23.168 Liter Bier kredenzte.

Wie kamen die denn da drauf?
Na ja, da wurde ich halt auch als Bayer veräppelt.

Braucht man eigentlich einen Doktortitel, um Direktor von Hofbräu zu werden? Ihr Vorgänger hatte auch einen ...
Ich glaube, es war schon wichtig, dass es einer mit Braukompetenz ist. Und mein Vorgänger und ich haben beide einen Doktor im Brauwesen.

2027 soll es ja ein neues Wiesnzelt geben...
...ja, wir sind gerade in der Phase, in der wir die ganzen Abstimmungen festzurren mit den Behörden, Feuerwehr, Polizei und so weiter.

Und wie wird das neue HB-Zelt?
Es wird etwas großzügiger werden in vielen Bereichen. Wir werden die Toilettenanlagen verbessern, die waren nicht mehr zeitgerecht. Auch die Küchenbereiche werden angepasst. Der Charakter bleibt erhalten.

Das aktuelle Hofbräu-Zelt. Welche Änderungen wird es in Zukunft geben?
Das aktuelle Hofbräu-Zelt. Welche Änderungen wird es in Zukunft geben? © imago

Wird es größer werden?
Nein. Es wird etwas schöner werden.

Wodurch?
Es wird sich optisch an der Fassade des Hofbräuhauses orientieren. Lassen Sie sich überraschen!

Wird es überdachte Außenbereiche geben?
Nein, aber Schirme. Wärmeschutz und so was schauen wir uns später an. Momentan geht es um die Hülle.

Verraten Sie uns ein Detail?
In dem Erker am Zelt wird man künftig sitzen können, dort wird es einen Tisch geben.

Ein historischer Überblick

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