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Historische Bilder: Münchens erste Messe und ein neuer Justizpalast

Weitere Münchner Foto-Schätze aus der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte. Der Glaspalast, Münchens erstes großes Ausstellungsgebäude ist damals sagenhafte 240 Meter lang und bis zu 60 Meter breit.
| Thomas Müller
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Unfassbar, dass der Glaspalast, wie der 240 Meter lange Stahl-Koloss genannt wurde, 1853/54 für die Allgemeine Deutsche Industrieausstellung in nur neun Monaten errichtet werden konnte. Vorbild für das Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude - Münchens erste Messe, wenn man so will - war übrigens der für die Weltausstellung errichtete Crystal Palace in London.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 Unfassbar, dass der Glaspalast, wie der 240 Meter lange Stahl-Koloss genannt wurde, 1853/54 für die Allgemeine Deutsche Industrieausstellung in nur neun Monaten errichtet werden konnte. Vorbild für das Veranstaltungs- und Ausstellungsgebäude - Münchens erste Messe, wenn man so will - war übrigens der für die Weltausstellung errichtete Crystal Palace in London.
In der Nacht zum 6. Juni 1931 stand der Glaspalast in Flammen: 3.000 Kunstwerke wurden vernichtet, darunter sämtliche 110 Gemälde der Ausstellung deutscher Romantiker. Brandursache: bis heute unklar.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 In der Nacht zum 6. Juni 1931 stand der Glaspalast in Flammen: 3.000 Kunstwerke wurden vernichtet, darunter sämtliche 110 Gemälde der Ausstellung deutscher Romantiker. Brandursache: bis heute unklar.
Im Inneren: In einer Ausstellung 1876 sind im Saal 1 Werke älterer Meister ausgestellt. Und Ritterrüstungen gibt's auch.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 Im Inneren: In einer Ausstellung 1876 sind im Saal 1 Werke älterer Meister ausgestellt. Und Ritterrüstungen gibt's auch.
Weil der 1897 errichtete Justizpalast nach ein paar Jahren schon zu klein war, durfte Architekt Friedrich von Thiersch 1905 gleich einen zweiten daneben bauen - den neuen Justizpalast. Und wie auf alten Fotos zu sehen ist, war dieser Ziegelbau auf geschlämmtem Putz sogar farbig bemalt. Lange hielt es nicht - schon nach wenigen Jahren blätterte die Pracht ab und ist heute völlig verschwunden.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 Weil der 1897 errichtete Justizpalast nach ein paar Jahren schon zu klein war, durfte Architekt Friedrich von Thiersch 1905 gleich einen zweiten daneben bauen - den neuen Justizpalast. Und wie auf alten Fotos zu sehen ist, war dieser Ziegelbau auf geschlämmtem Putz sogar farbig bemalt. Lange hielt es nicht - schon nach wenigen Jahren blätterte die Pracht ab und ist heute völlig verschwunden.
1975: Die Bemalung ist weg. Und weg ist auch das Hotel Schottenhamel, auf dem hier geparkt wird. In den 80ern entsteht hier der Elisenhof.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 1975: Die Bemalung ist weg. Und weg ist auch das Hotel Schottenhamel, auf dem hier geparkt wird. In den 80ern entsteht hier der Elisenhof.
Seit 1813 steht hier am Marienplatz schon ein Brunnen. Der alte Fischbrunnen, der hier zu sehen ist vor einem Teil des Neubaus des Neuen Rathauses (komplett war es erst 1908 fertig) zierte den Platz von 1865 bis zur Zerstörung 1944. Der heutige schlichtere Nachfolger datiert aus dem Jahr 1954. Und obwohl noch viele der alten Figuren erhalten sind, hat die Stadt eine Rekonstruktion abgelehnt. Zu teuer - findet sie.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 Seit 1813 steht hier am Marienplatz schon ein Brunnen. Der alte Fischbrunnen, der hier zu sehen ist vor einem Teil des Neubaus des Neuen Rathauses (komplett war es erst 1908 fertig) zierte den Platz von 1865 bis zur Zerstörung 1944. Der heutige schlichtere Nachfolger datiert aus dem Jahr 1954. Und obwohl noch viele der alten Figuren erhalten sind, hat die Stadt eine Rekonstruktion abgelehnt. Zu teuer - findet sie.
1946: Der Turm der Pfarrkirche St. Anna wird repariert.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 1946: Der Turm der Pfarrkirche St. Anna wird repariert.
1946: Blick vom Wittelsbacherbrunnen rüber zur gut erhaltenen Maxburg, die bald darauf abgerissen wird.
Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 8 1946: Blick vom Wittelsbacherbrunnen rüber zur gut erhaltenen Maxburg, die bald darauf abgerissen wird.

München - Das staatliche Zentralinstitut für Kunstgeschichte (ZI), das hinterm Königsplatz im ehemaligen Verwaltungsbau der NSDAP residiert, hütet unermessliche Schätze: Es besitzt die weltweit bedeutendste kunst- historische Fachbibliothek - und eine Photothek mit
1,1 Millionen Fotografien, Abbildungen, Repros, Dias und Negativen. Darunter auch Tausende Foto-Raritäten von München: 16.245 wurden mit Hilfe von Google digitalisiert und sind jetzt auf Google Arts & Culture im Netz hochauflösend zu bewundern. Und in etwa nochmal so viele kommen bis 2022 hinzu.

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Die AZ zeigt in einer Serie immer wieder rare Aufnahmen aus der Stadt aus der Zeit vor dem Krieg, aus der Nachkriegszeit, aber auch aus den 70er und 80er Jahren - eine interessante und faszinierende Zeitreise.

Diesmal geht es um Münchens erste Messe, den neuen Justizpalast und den alten Fischbrunnen. Die Bilder gibt's oben zum Durchklicken!


Alle derzeit 16.245 München-Fotos aus der Photothek gibt's kostenlos im Netz auf Google Arts & Culture - unter azmuc.de/a/30AQQmQ. Infos zum Zentralinstitut für Kunstgeschichte finden Sie unter www.zikg.eu

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