Herbst in München: Hier kann man spazieren, schlemmen und stöbern

Draußen sein oder lieber gemütlich drinnen – im Herbst hat beides seinen Reiz. Wir haben Ihnen deshalb hier einige ausgewählte Tipps fürs Herbstwochenende in der Stadt zusammengestellt.
Myriam Siegert, Maja Aralica, Ruth Frömmer, Thomas Müller, Robert Braunmüller, Niclas Vaccalluzzo |
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Einst wurde er für die Internationale Gartenausstellung angelegt und das wirkt bis heute: Der Westpark ist gerade im Herbst besonders sehenswert. Hier etwa strahlen Sumpfzypressen am Ufer des Mollsees in tollsten Herbstfarben.
Einst wurde er für die Internationale Gartenausstellung angelegt und das wirkt bis heute: Der Westpark ist gerade im Herbst besonders sehenswert. Hier etwa strahlen Sumpfzypressen am Ufer des Mollsees in tollsten Herbstfarben. © IMAGO (www.imago-images.de)

Die Luft ist schon knackig frisch, es riecht nach Erde, nassem Holz, ein bisserl moosig-pilzig. Der Herbst ist in der Stadt und auch wenn die Herbstsonne sich gerade etwas rar macht – mit der richtigen Kleidung kann man trotzdem noch gut draußen sein, bevor es bald wirklich kahl und grau wird. Doch Obacht! Am Sonntag lohnt es, vorsichtshalber einen Schirm einzupacken.

Zum Aufwärmen findet sich immer ein schönes Plätzchen – ein paar Inspirationen für den Wochenend-Spaziergang nebst Einkehr oder Unterhaltungsprogramm finden Sie auf dieser Seite. Orte zum Spaziergehen hat München wahrlich viele schöne. Einer davon sticht aber gerade im Herbst besonders heraus – der Westpark. Seine Pflanzenvielfalt strahlt im Herbst in besonders prächtigen Farben und rahmt die beiden Seen wunderbar ein. Mit dem Gans am Wasser (gansamwasser.de) oder dem Rosengarten (der-rosengarten.de) gibt’s an jedem Ende außerdem eine Gastro zur Einkehr. Am besten vorher online schauen, ob auch wirklich geöffnet ist. Für die Kleinen finden sich jede Menge Spielplätze im Park. Nichts wie raus also!  

12 Ideen für ein schönes Herbstwochenende: Gemütlich Brunchen

Entspannt ausschlafen und dann ausgiebig frühstücken – das klingt nach einem perfekten Start in einen gemütlichen Herbsttag. Mit einem fast schon dörflichen Charme lädt das Little Café am Wiener Platz zum Verweilen ein. Dort gibt es Müsli, Joghurt, verschiedenes Gebäck und Kuchen. Ein Highlight ist der frisch gepresste Karotte-Apfel-Ingwer-Saft.

Frühstück bis 16 Uhr gibt es ebenfalls im Café Haidhausen in der Franziskanerstraße. Hier gibt es klassische Frühstücksvariationen mit Ei, Brotkorb und Orangensaft zu fairen Preisen. Auch im Café Ca Va im Westend gibt es Frühstücksklassiker zu fairen Preisen bis 16 Uhr. Gerade das Wiener Kaffeehaus-Flair macht es zu einem gemütlichen Treffpunkt, an dem man lange verweilen möchte.

Im Ca Va gibt es bis 16 Uhr Frühstück.
Im Ca Va gibt es bis 16 Uhr Frühstück. © ma

Wer es ein bisserl moderner mag, bestellt sich eine Açaí-Bowl oder ein Avocadobrot im Caffè Conte in der Maxvorstadt (Achtung: nur samstags geöffnet). 

Die Nacht durchfeiern

Vor 100 Jahren zogen die Kammerspiele von der Augusten- in die Maximilianstraße. Das wird am Samstag groß gefeiert. Um 18 Uhr öffnen sich die Türen des Schauspielhauses, wo ein Vampir, ein Koch, eine Schauspielerin und diverse Vierbeiner zu Kuchen einladen, bevor eine tänzerische Intervention von Doris Uhlich tiefer in die Architektur des Jugendstil-Theaters lockt. Die ganze lange Nacht der Zeitumstellung bleiben die Türen an einer der teuersten Straßen der Welt für alle geöffnet, die ihre Träume gestalten oder sich verbunden fühlen wollen. Und das Beste: Alles bei freiem Eintritt. 

Lesestoff fürs Sofa

Wenn’s im Herbst kühl und nass ist, will man sich am liebsten unter der Bettdecke verkriechen und das Haus nicht verlassen. Dann aber gerne mit einem guten Buch. Die Suche danach kann ein motivierender Anlass sein, doch noch kurz vor die Tür zu gehen.

Krimi-Fans kommen bei Glatteis in der Corneliusstraße auf ihre Kosten. Von Klassikern über Mystery bis Neo-Noir ist sicherlich für jeden Geschmack etwas dabei. Freundliche Beratung und eine große Auswahl aus allen Genres gibt es bei Bücher Hacker in Laim. Den Laden gibt es schon seit über 70 Jahren im Viertel.

Seit 70 Jahren gibt es die Buchhandlung in Laim schon.
Seit 70 Jahren gibt es die Buchhandlung in Laim schon. © ma

Ebenfalls ein Traditionsgeschäft ist Word’s Worth in der Schellingstraße. Seit über 40 Jahren werden in dem gemütlichen Laden Klassiker, Sachbücher und Neuerscheinungen in englischer Sprache verkauft. Queer-feministische Literatur gibt es bei Glitch im Univiertel. Der Laden wird seit 2023 ehrenamtlich von einem Kollektiv geführt.  Und wenn man mit frischen Büchern eingedeckt ist, geht’s ohne schlechtes Gewissen zurück auf die Couch. 

Karl Valentin und die Rittersleut’

Ein wunderbarer Herbstausflug bei jedem Wetter ist die Burg Grünwald immer – momentan aber ganz besonders, denn hier ist nur noch bis 15. November die Sonderausstellung "Karl Valentin und die alten Rittersleut" zu sehen". Interessant ist die Schau in den mittelalterlichen Gemäuern für alle, die sich für Karl Valentin, aber auch für das Thema "Ritter" interessieren.

Uniformen, Ritter und Mittelalter faszinierten Karl Valentin und seine Partnerin Liesl Karlstadt während ihres künstlerischen Lebens. Die Burg Grünwald diente Valentin als Rückzugsort und Inspiration für sein bekanntes Spottlied über "die alten Rittersleut". Besucher können neue Reime für das Lied erfinden und aktiv an der Tradition des Kult-Klassikers mitwirken. 

Zeillerstr. 3, Mi–So 10–17 Uhr, 4 Euro. Kombiticket mit Dauerausstellung 5 Euro.

Die Burg Grünwald war Rückzugsort für Karl Valentin.
Die Burg Grünwald war Rückzugsort für Karl Valentin. © ASM

Barocke Pracht

Mit zwei abwechslungsreichen Veranstaltungstagen geht an diesem Wochenende auch die Residenzwoche zu Ende. Weil diese sich heuer schwerpunktmäßig um Kurfürst Max Emanuel dreht, findet an diesem Wochenende vieles in "seiner" Schlossanlage in Schleißheim statt. Es gibt zahlreiche Führungen rund um die barocke Lebensweise des "Blauen Kurfürsten", Konzerte und Angebote für Kinder, wie etwa einen Entdeckerbogen, mit dem man auf Max Emanuels Spuren das Schloss erkunden kann. Aber Achtung! Von den vielen Angeboten zur Residenzwoche sind einige bereits ausverkauft – ein bisserl was ist aber noch zu haben. Und die Schlossanlage selbst ist mit dem Alten und Neuen Schloss von innen und dem herrlichen Schlosspark außen sowieso immer ein lohnendes Ausflugsziel. 

Samstag und Sonntag. Programm und Tickets unter: residenzwoche.de.

Wildgehege & Schokolade

Für eine kleinere Herbstrunde eignet sich der Hirschgarten – mit vielen Spielplätzen und dem Wildgehege. Wenn die Nase kalt wird, kehrt man in die Wirtschaft Königlicher Hirschgarten ein. Wer noch Energie hat, besucht noch Münchens erstes Schokoladenfestival Mucho im Pineapple Park an der alten Paketposthalle ganz in der Nähe. Dort präsentieren über 50 Aussteller, darunter Kakaobauern und Craft-Chocolate-Hersteller aus Österreich, Hawaii, Ecuador, Thailand und natürlich aus München ihre Köstlichkeiten. Bei Vorträgen, Filmen und Tastings kann man in den Kosmos der handwerklich hergestellten Schokoladen abtauchen, Kakao- und Schokoladenproduzenten persönlich kennenlernen und natürlich deren Produkte verkosten und direkt erwerben.

Sa. und So. Tickets: 9 € unter muchofestival.de. 

Schön bunt! Herbststimmung im Hirschgarten.
Schön bunt! Herbststimmung im Hirschgarten. © imago stock&people (imago stock&people)

Auf zum Auer-Dult-Finale

Nach diesem Wochenende ist es dann wirklich vorbei mit der Volksfest-Saison für dieses Jahr. Die dritte Dult des Jahres endet an diesem Sonntag. Drum schnell noch eine Runde im Kettenflieger, im Kinderkarussell oder mit dem Autoscooter drehen. Bratwurst, Schaschlik, Steckerlfisch und Hendl gibt’s dazu. Zur Nachspeise Zuckerwatte, gebrannte Mandeln, Schokofrüchte oder Dampfnudeln. Und dann noch mal eine Runde bummeln und stöbern bei den vielen Marktständen. Zubehör fürs Plätzchenbacken findet sich genauso wie neue Handschuhe oder warme Socken. Richtig schlau und vorausschauend ist, wer jetzt schon an Weihnachten denkt und sich mit Kunsthandwerk oder allerlei anderem Handgemachten für Weihnachtsgeschenke eindeckt.

Eine letzte Runde drehen auf der Herbstdult.
Eine letzte Runde drehen auf der Herbstdult. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber (www.imago-images.de)

Sa und So, 10–19 Uhr, Schausteller ab 10.30 Uhr

Herbst-Zauber rund ums Schloss

Der ganz große Touristen-Run ist inzwischen ja vorbei. Ein Grund mehr, mal wieder im Schlosspark Nymphenburg vorbeizuschauen. Die malerische Herbstfärbung der Bäume, die nach dem trockenen Sommer heuer erstaunlich lange satt grün geblieben sind, nimmt mittlerweile an Fahrt auf. Beste Gelegenheit also, durchs bunte Laub zu rascheln.

Oder die schönen Blickachsen im Park auf sich wirken zu lassen. Noch ist ja Oktober, und so stehen die Park-Tore noch herrlich lange offen: von 6 bis 20 Uhr, man kann sich also Zeit lassen, das 180 Hektar große Gelände zu Fuß zu erkunden. Der Besuch der Parkburgen ist heuer nicht mehr drin, die sind alle schon im Winterschlaf und öffnen erst wieder im April 2027.

Verwunschene Ecken im herbstlichen Schlosspark.
Verwunschene Ecken im herbstlichen Schlosspark. © IMAGO/imageBROKER/Birgit Koch (www.imago-images.de)

Wer dennoch Lust auf prächtige Barockgemächer, Prunk-Schlafzimmer und Festsäle hat: Das Schloss selbst hat bis 16 Uhr geöffnet. Ebenso wie das wirklich sehenswerte Marstallmuseum (nebst Nymphenburger Porzellan im Obergeschoss), das von 10 bis 16 Uhr geöffnet hat. Wer Hunger hat oder einen Kaffee braucht: Das Schlosscafé im Palmenhaus hat diesen Samstag von 10 bis 14 Uhr auf (danach geschlossene Veranstaltung), am Sonntag von 10 bis 18 Uhr.  

Religion, Kunst & Popkultur

Krishna, übersetzt "der Dunkle" oder "der Schwarze", ist eine der beliebtesten und vielgestaltigsten Gottheiten des Hinduismus. Erkennbar an der dunkelblauen Hautfarbe und häufig Flöte spielend, inspiriert Krishna seit Jahrhunderten Menschen: als göttlicher Held, als spiritueller Liebhaber und als weiser Lehrer. Die Sonderausstellung "Krishna. Religion, Kunst und Popkultur" ist nur noch bis 8. November zu sehen. Sie zeigt die Bandbreite dieser faszinierenden Gestalt und verfolgt die Spuren von religiösen Traditionen über klassische Kunstwerke bis in die moderne Popkultur anhand von über 100 Objekten wie Skulpturen, Malereien und Ritualgegenständen. 

Maximilianstr. 42, Di–So 9.30 –17.30 Uhr, 6 Euro

Kreativ in der heimischen Küche

Mit Kürbis lässt sich einiges anstellen. Wie wäre es etwa mit einem Flammkuchen, der fix gemacht ist?

Zutaten: 

  • ¼ Hokkaido- Kürbis
  • 200 g Schmand
  • 1 Flammkuchenteig
  • 1 Lauchzwiebel
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Den Teig mit Schmand bestreichen, mit Salz und Pfeffer würzen. Die Lauchzwiebel in feine Ringe schneiden und darüberstreuen. Anschließend den Kürbis mithilfe eines Sparschälers in hauchdünne Scheiben hobeln und großzügig verteilen. Mit einer Prise Muskatnuss verfeinern. Wer es herzhafter mag, ergänzt Speck. Auch Ziegenkäse, Honig und Walnüsse passen wunderbar. Anschließend bei 220 Grad für etwa 15 Minuten backen. 

Schmeckt gut und sieht toll aus.
Schmeckt gut und sieht toll aus. © nv

Die ganze Welt der Pflanzen

Ab Sonntag, 25. Oktober, startet im Botanischen Garten die sogenannte Winteröffnungszeit – und das hat ja auch sein Gutes: In der Winterzeit ist der Eintritt ins riesige Freiland-Gelände des Botanischen Gartens nämlich kostenlos. Und auch im Herbst wirklich ein Erlebnis. Wer im Schlosspark Nymphenburg unterwegs ist, kann, gleich hinter der Magdalenenklause, einfach rüber zum Botanischen Garten wechseln.

Freilich weiterhin Eintritt (5,50/erm. 4 Euro, unter 18 J. frei) kosten dann nur die Gewächshäuser (9 bis 16 Uhr), was, je nach Witterung, ja eine gute Gelegenheit sein kann, sich ein bisserl aufzuwärmen. Offen hat übrigens auch das sehr schnucklige Café inmitten des Freigeländes – grundsätzlich Mittwoch bis Sonntag 10 bis 16 Uhr.  

Tee wärmt auch die Seele

Zum Frühstück, zwischendurch, nach dem Essen, vor dem Einschlafen, wenn ich krank bin, wenn ich fit bin: Ich trinke das ganze Jahr über in jeder Lebenslage Tee. Und damit meine ich richtig guten Tee, keine Teebeutel aus dem Supermarkt. Am liebsten kaufe ich ihn in der Teeschale am Viktualienmarkt. Die Familie Lämmlein betreibt den Laden kompetent und mit viel Herzblut. Dank der guten Beratung schmeckt mein Matcha Latte zu Hause besser als in jedem Café – und kostet nur einen Bruchteil.

Habe ich ein Wehwehchen, findet Frau Lämmlein die passende Kräutermischung für mich. Ihren "Nach-dem-Essen"-Tee habe ich zum Beispiel immer daheim. Der Rooibos-Tee "Mango Grey" schmeckt wunderbar mit einem Schuss Hafermilch. Die English-Breakfast-Mischung trinke ich nicht nur zum Frühstück. Jetzt im Herbst koche ich damit Chai. Dafür zerstoße ich  Kardamom, Nelken, Pfeffer und ein Stück Zimtstange im Mörser und lasse sie kurz im Teewasser köcheln. Dann gebe ich geriebenen Ingwer und den English-Breakfast-Tee dazu und koche das Ganze für ein paar Minuten. Zum Schluss noch einmal mit Milch und Zucker durchkochen und fertig. 

Westenriederstr. 6

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