Helly Hansen eröffnet ersten Deutschland-Shop in München

In der traditionsreichen Sendlinger Straße eröffnet Helly Hansen sein erstes deutsches Geschäft. Während Kultläden wie Kare verschwinden, dominieren zunehmend Ketten das Bild der Münchner Einkaufsmeile.
von  Nina Job
Neu in der Sendlinger Straße: der Laden von Helly Hansen.
Neu in der Sendlinger Straße: der Laden von Helly Hansen. © Helly Hansen

Bäumchen wechsel dich in der Sendlinger Straße: Das bunt-verrückte Münchner Einrichtungsgeschäft Kare zieht nach 35 Jahren Ende des Sommers weg. Nur wenige Meter entfernt gibt es schon jetzt einen Neuzugang: Helly Hansen, der norwegische Hersteller für Outdoorkleidung, hat in der Sendlinger Straße 35 sein deutschlandweit erstes Geschäft eröffnet. Die Firma produziert und vertreibt Funktionsbekleidung, unter anderem für Berg-, Segel- und andere Wassersportarten.

General Manager Michael Uhl sagt: "München vereint vieles von dem, wofür Helly Hansen steht: die Nähe zu Bergen und Seen, die Begeisterung für Outdoor-Aktivitäten sowie den hohen Anspruch an Qualität und Funktion."

 

"Steinwüste ohne richtigen Schatten": Marktexperte Stephan Kippes wünscht sich mehr Grün in der Sendlinger Straße.
"Steinwüste ohne richtigen Schatten": Marktexperte Stephan Kippes wünscht sich mehr Grün in der Sendlinger Straße. © IMAGO

Die Fluktuation in der Sendlinger Straße ist schon seit Jahren hoch. Das liege laut Immobilien- und Marktprofi Stephan Kippes daran, dass sie von einer klassischen Verkaufsstraße zur Fußgängerzone umgewandelt wurde. Seitdem hätten Vermieter teils "gewagt die Miete erhöht", was sich viele kleinere Ladenbetreiber nicht mehr leisten können. Auch würden sich andere Geschäfte ansiedeln, da Kunden nicht mehr in der Straße parken können.

Positiv sieht er die Entwicklung der Straße in Richtung Sendlinger Tor. "Unser Eindruck ist, dass sie gewonnen hat, seitdem am Sendlinger Tor die Dauerbaustelle weg ist." Die Flanierqualität ließe sich aber noch deutlich steigern: "Die Sendlinger Straße ist eine Steinwüste ohne richtigen Schatten." Es fehle an Grün.

Unverwechselbare Geschäfte werden weniger

Kippes, der das Marktforschungsinstitut IVD leitet, beobachtet, dass sich zunehmend Filialisten in der Sendlinger Straße niederlassen. Betrug ihr Anteil 2015 noch 60 Prozent, waren es 2025 bereits 84 Prozent.

„Kleine individuelle Geschäfte, die das Salz in der Suppe ausmachen, gibt es dort immer weniger“, sagt der Professor für Immobilienmarketing. Noch größer sei der Anteil an Filialisten in der Kaufingerstraße. Dort liege die Quote bei 92 Prozent.

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