Heino Ferch in Disco verprügelt: Der Prozess

Vor dem Amtsgericht: Zwei Männer sind wegen gefährlicher Körperverletzung nach der Wiesn 2014 angeklagt. Ihr Opfer, Schauspieler Heino Ferch, sollen sie vor der Disco "Heart" blutig geschlagen haben.
| John Schneider
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Warten vor dem Gerichtssaal: Schauspieler Heino Ferch und seine Frau Marie-Jeanette sagten am Montag als Zeugen aus.
jot Warten vor dem Gerichtssaal: Schauspieler Heino Ferch und seine Frau Marie-Jeanette sagten am Montag als Zeugen aus.

München Es ist fast ein Jahr her, doch die Erinnerung macht Marie-Jeanette Ferch (38) immer noch zu schaffen. Die Frau des Schauspielers Heino Ferch („Hanni und Nanni“, „Vincent will Meer“) musste mitansehen, wie ihr Mann nach einem Wiesnbesuch am 28. September gegen zwei Uhr in der Früh in der Discothek „Heart“ blutig geschlagen wurde. Auf der Anklagebank haben der 32-jährige Oberliga-Fußballer Steve R. und dessen Spezl (31) Platz genommen. Wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die Stimme der 38-Jährigen überschlägt sich, sie schluchzt im Zeugenstand des Amtsgerichts. „Geht es?“, fragt Amtsrichterin Margret Eisenmann. Es geht. Marie-Jeanette Ferch berichtet, dass sie nach dem Wiesnbesuch mit Freunden zum Lenbachplatz gefahren seien, um weiterzufeiern.

Sie habe mit ihrem Mann zunächst aber alleine am reservierten Tisch gesessen. Dort sei Heino Ferch angegriffen worden. Vor allem die Brutalität der Attacke habe sie geschockt. Als ihr Mann am Boden lag, habe sie sich auf ihn gestürzt, um seinen Kopf zu schützen. Sie habe um ihn Todesangst gehabt. „Ich habe geschrieen wie am Spieß“, erinnert sie sich.

Wer den Streit begonnen hat? Da scheiden sich die Geister. Während die Angeklagten beteuern, dass der bekannte Schauspieler den ersten Schlag führte und davor bereits mit Eiswürfeln geworfen habe, erklärt dieser, dass er nach wechselseitigen Beschimpfungen aufgestanden sei, um sich und seine Frau in Sicherheit zu bringen.

Heino Ferch: „Meine Frau und ich saßen mit dem Rücken an der Wand. Es war sehr eng und bedrohlich.“ Ein großer Sektkübel sei immer wieder in seine Richtung geschoben worden. Er habe sich das verbeten: „Ich habe ‘Lassen Sie den Scheiß’, gesagt.“ Die Antwort kam prompt: „Halt’s Maul, du Arschloch!“, sollen die Angeklagten zu ihm gesagt haben.

Die beiden lassen ihre Anwälte zum Prozessbeginn am Montag aber erklären, dass Ferch mit Eiswürfeln aus dem Kübel nach ihnen geworfen habe. Und dass er einen der beiden am Hals gepackt und versucht habe auf den zweiten einzuschlagen.

Dass er zuerst zugeschlagen und zielgerichtet mit Eiswürfeln geworfen habe, bestreitet Ferch. Es könne allenfalls sein, dass einzelne Würfel bei dem Geschiebe aus dem Kübel geflogen seien. Seine Frau wird diese Aussage wenig später bestätigen. Heino Ferch erinnert sich wie er nach einem Schlag am Boden lag und versuchte, die Schläge und Tritte abzuwehren.

Ferchs Verletzungen waren erheblich: Jochbein und Kiefer waren getroffen worden, er habe zudem Fleischwunden am Ellenbogen und am Knie davon getragen. „Ich war blutüberströmt.“ Zwei Wochen habe er strake Schmerzen gehabt.

Den Angeklagten könnte auch eine 300 000 Euro teure Zivilklage drohen. Wegen der Verletzungen musste Ferch Dreharbeiten absagen. „Ich war zwei Wochen krank geschrieben“, erklärt der Schauspieler. Man wolle aber erst den Ausgang des Strafverfahrens abwarten, so der Anwalt des Nebenklägers Heino Ferch.

Der Prozess konnte am Montag aber noch nicht beendet werden. Ein wichtiger Zeuge fehlte.

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