Hausärzte-Mangel in Münchner Stadtteilen: Das könnte die Lösung sein

In einigen Münchner Vierteln gibt es viel zu wenige Allgemeinmediziner. Wie Politik und Patientenverband reagieren wollen.
| Felix Müller
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In einigen Stadtteilen Münchens gibt es zu wenig Hausärzte. (Symbolbild)
dpa/Maurizio Gambarini In einigen Stadtteilen Münchens gibt es zu wenig Hausärzte. (Symbolbild)

München - Auf dem Papier ist die Sache klar: 1.700 Münchner sollen höchstens auf einen Hausarzt kommen. Die Quote wird stadtweit locker erfüllt. Aber in einzelnen Stadtteilen sieht es richtig düster aus. In Sendling-Westpark liegt die Quote bei 2.086 Bewohnern pro Hausarzt. Milbertshofen-Am Hart: 2.220, Hadern (München): 2.284. Zum Vergleich: Im Bezirk Altstadt-Lehel kommen nur 201 Bewohner auf einen Hausarzt.

Immer mehr Münchner haben keinen Hausarzt

In der AZ hat die städtische Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs (parteilos) kürzlich um Hilfe gerufen. Immer mehr Münchner haben keinen Hausarzt, sagt sie. Und das Problem nehme zu, weil ganze Viertel bei Hausärzten (und auch bei Kinderärzten) unterversorgt sind. Als Problem hat sie den zu großen Planungsbereich ausgemacht. Wer eine Arzt-Praxis im Hasenbergl übernimmt, kann nach Solln oder ins Lehel umsiedeln – dorthin, wo mehr lukrative Privatpatienten warten. Würde der Bereich verkleinert, wäre genauer zu steuern, wo Arztpraxen ihren Sitz haben.

Jacobs bekommt von Fachleuten viel Unterstützung, wie eine Umfrage der AZ zeigt. So hat die Patientenvertetung im Dezember einen Antrag in den Landesausschuss der Ärzte und Krankenkassen in Bayern eingebracht, mit dem sie eine Reform fordert. Sie verweist darauf, dass in Berlin gemeinsam mit dem Senat eine "ausgewogene ambulante Versorgung" zum Ziel erklärt wurde.

Politik: "Situation in München nicht hinnehmbar"

Die Patientenvertretung fordert, dass der Ausschuss heuer festlegt, wann und wie auch in München neue Kriterien erprobt werden können. Und: Sie hat schon einen konkreten Vorschlag. Sie wünscht sich, dass kleine Planungsbereiche definiert werden. Als Vorbild könnten die sogenannten Sozialregionen der Landeshauptstadt dienen. 15 Bereiche, über das ganze Stadtgebiet verteilt. So sind etwa Feldmoching-Hasenbergl und Milbertshofen-Am Hart ein Bereich, Berg am Laim und Trudering-Riem gehören zusammen, Altstadt-Lehel und die Maxvorstadt. In jedem dieser Bereiche müsste nach einer solchen Reform die vorgeschriebene Quote erfüllt werden, Umzüge in andere Teile der Stadt wären nicht mehr einfach möglich.

Parteiübergreifend sind sich die Fachpolitiker einig, dass die Situation in München nicht hinnehmbar ist. Zum Beispiel Markus Blume, CSU-Gesundheitspolitiker und als Landtagsabgeordneter für Riem zuständig, einen der Stadtteile, die als unterversorgt gelten. "Es besteht Handlungsbedarf", betont er im Gespräch mit der AZ. "Mit der Berechtigung, mit der man im ländlichen Bereich Unterversorgung anerkennt, sollte man auch anerkennen, dass es in überversorgten Bereichen Unterversorgung gibt."

Arbeit in München: Wenn ein Job nicht zum Leben reicht

Auf dem Land ist es Kommunen erlaubt, günstig Praxen zu vermieten – in München nicht, weil die Stadt als überversorgt gilt. Auch Uli Leiner, der gesundheitspolitische Sprecher der Landtags-Grünen, ist unzufrieden. „Wir müssen die Versorgungsgebiete am Bedarf der Menschen ausrichten“, sagt er. Auch Leiner will die Stadt mehr in die Pflicht nehmen – etwa, indem sie günstige Praxisräume anbietet. Das würde die Stadt auch gerne tun. Nur: Bisher darf sie es nicht.

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