Hauptbahnhof: Bürgermeister Schmid will harte Hand

Im Schnitt ein Überfall pro Nacht: Am Bahnhof gibt es ein Problem mit der Sicherheit. In der AZ greift Bürgermeister Josef Schmid SPD und Grüne an – und fordert Kameras und Personal.
| Felix Müller
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Brennpunkt: Wenn es dunkel wird rund um den Bahnhof, wird es immer häufiger ungemütlich.
dpa Brennpunkt: Wenn es dunkel wird rund um den Bahnhof, wird es immer häufiger ungemütlich.

München Es sind dramatische Zahlen, die KVR-Chef Thomas Böhle (SPD) morgen dem Stadtrat präsentieren will. 60 Prozent mehr Straftaten im ersten Halbjahr am Bahnhof, zwischen 22 und 6 Uhr morgens stieg die Zahl gar um 85 Prozent.
Sogar 138 Prozent Steigerung vermeldet er für die Rohheitsdelikte: 188 Mal – mehr als einmal pro Nacht – wurden Menschen überfallen oder beraubt. Die Zahl der Körperverletzungen lag bei 167 (im Vorjahreszeitraum 70).

Die Stadt will auf die Situation reagieren – zumindest ein bisschen. Der Konsum von Alkohol soll zwischen 22 Uhr und 6 Uhr verboten werden. Härtere Maßnahmen wie einen städtischen Sicherheitsdienst oder eine massive Ausweitung der Kameraüberwachung lehnt Böhle ab. Im Gespräch mit der AZ zeigte sich Bürgermeister Josef Schmid (CSU) am Sonntag entsetzt über die Kriminalitätsentwicklung am Bahnhof – und darüber, wie zaghaft die Politik reagiere.

„Man muss sich Sorgen machen“, sagte Schmid. Dass Grünen-Fraktionschefin Gülseren Demirel in der AZ davor gewarnt hatte, man vertreibe nur Suchtkranke um eine Ecke, verstehe er „überhaupt nicht“.

„Wir haben hier nicht die Situation wie früher im Nußbaumpark oder am Orleansplatz“, sagte Schmid. „Es geht nicht darum, Drogensüchtige von A nach B zu schicken. Am Bahnhof ist eine neue Kriminalität entstanden.“

Schmid greift SPD und Grüne scharf an. „Das ist einfach Ideologie“, sagte er. „Sie wollen aus Prinzip keine Kameras und kein Sicherheitspersonal. Aber Streetworker-Denken hilft jetzt nicht mehr.“ Das Alkoholverbot werde nicht reichen, sagte Schmid. „Wir brauchen mehr Videoüberwachung – und wir brauchen Personal, damit Straftaten sofort nachgegangen werden kann.“

Böhle berichtet von teils „über 100 Betrunkenen“ schon nachmittags am Bahnhofsplatz.

Schmid erklärte gestern: „Ich will keine Frankfurter Verhältnisse an unserem Bahnhof. Aber wir laufen Gefahr, dass wir es nicht mehr gebacken kriegen.“

 

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