"Hat eine halbe Milliarde Euro nach München gebracht" – die OB-Kandidaten auf Instagram

+++ Social-Media-Wahlkampf: Die letzten Manöver der OB-Kandidaten +++
7. März, 18.10 Uhr: Auch am Tag vor der Wahl sind die Kandidaten noch in den sozialen Netzwerken – allen voran auf Instagram – unterwegs, um Wählerstimmen einzuwerben.
Überraschender Gast bei Dominik Krause: Der Spitzenkandidat der Grünen hatte gestern seinen letzten großen öffentlichen Auftritt vor der Wahl. Zur Verwunderung einiger teilte er sich ausgerechnet mit SPD-Mitglied und Ex-OB Christian Ude gestern Abend eine Bühne im "D INGS" (ehemaliges Kino am Sendlinger Tor). Das Gespräch stand unter dem Motto "Haltung zeigen: Wie bleibt München weltoffen?" In der Stadt zeigte sich Krause heute am Samstag unter anderem noch einmal an den Wahlkampfständen der Grünen am Pariser Platz, in Neuhausen-Nymphenburg und in Moosach, wie seine Posts belegen.
Schadenbegrenzung bei Dieter Reiter (SPD): Der amtierende OB bemüht sich um Schadensbegrenzung in seiner "Posten-Affäre" beim FC Bayern (die AZ berichtete). In einem Video auf Instagram bittet er die Münchner Bürger am Freitag "ausdrücklich" um Verzeihung: "Ich habe einen Fehler gemacht. Ich hätte sie und den Stadtrat von Anfang an (..) informieren müssen, dass ich für meine Tätigkeit beim FC Bayern Geld bekomme." Nach der Verheimlichung jetzt das Versprechen: "Wir werden für volle Transparenz sorgen." Er sichert zu, bis zur juristischen Klärung der Sache nicht mehr an Sitzungen, Beratungen oder Entscheidungen des Rekordmeisters teilzunehmen.
"Macher-Markenkern" stärken bei Clemens Baumgärtner (CSU): Münchens vielleicht bekanntester Brillenträger zeigt sich auch im Wahlkampfabschluss noch einmal mit seinem neugewonnenen Polit-Buddy Philip Windsperger (Betreiber des populären Accounts "Münchner Gsindel" – und selbst Stadtratskandidat auf der CSU-Liste). Die zehn Adele-Konzerte im Jahr 2024 hätten "eine halbe Milliarde Euro" nach München gebracht, erklärt Baumgärtner in einem gemeinsamen Video, als es um seine Verdienste als Wirtschaftsreferent für München geht. Auch die IAA sei sehr einträglich für die Stadtkasse: "Kann man diskutieren, aber bringt viel Geld nach München". Windsberger ergänzt: "Und ein Auto braucht irgendwie trotzdem noch jeder." Auf Instagram sieht man Baumgärtner am Samstag ferner an den CSU-Wahlkampfständen in Laim und in der Maxvorstadt sowie an der Seite von CSU-Parteikollegen wie Markus Blume (Staatsminister für Wissenschaft und Kunst in Bayern).
Präsenz auf Anti-AfD-Demo bei Stefan Jagel (Die Linke): Der Spitzenkandidat der Münchner Linken zeigte sich auf der Gegendemo zur AfD-Wahlkampf-Abschlussveranstaltung am Freitag am Odeonsplatz. "München stabil - kein Fußbreit den Nazis", schreibt er dazu unter einem Instagram-Post. Später zeigte sich Jagel mit vielen anderen Wahlkämpfern vor dem PEP-Einkaufszentrum. Eine humorvolle Note bringt der "Mietendackel" der Linken auf's Tablett. In einem Video mit einem – na klar – Dackel wird für einen Bürgerantrag der Linken nach bayerischer Gemeindeordnung geworben.
Was genau wird gewählt?
Ob fürs Stadtviertel, den Stadtrat oder die Stadtspitze: 1.097.098 Wahlberechtigte Münchnerinnen und Münchner sind an diesem Wahlsonntag aufgerufen, bei der Kommunalwahl ihre Stimme abzugeben. Alle sechs Jahre können sie ihre direkten Vertreterinnen und Vertreter wählen und damit die Richtung der Stadtpolitik für die nächste Wahlperiode bestimmen.
Oft geht’s dabei um Dinge direkt vor der eigenen Haustür, oft um solche, die die Stadtentwicklung über Jahre und Jahrzehnte prägen. Umso wichtiger, dass möglichst viele Bürger abstimmen.

Abgestimmt wird auf drei Wahlzetteln. Für die Wahl des Oberbürgermeisters haben Sie genau eine Stimme und dürfen auch nur eine Person ankreuzen. Für den Stadtrat haben Sie 80 Stimmen. Für den Bezirksausschuss haben Sie zwischen 19 und 45 Stimmen – je nach Größe des Stadtbezirks. Sie können kumulieren, panaschieren oder eine Liste wählen.
Den Stimmzettel für die Bezirksausschusswahl erhält nur, wer zwei Monate oder länger im jeweiligen Stadtbezirk mit Hauptwohnsitz gemeldet sind.
Warum Münchner vor einem riesigen Wahlzettel sitzen – und wie sie ihre Stimmen verteilen können
Bei der Münchner Stadtratswahl dürfen Wähler gleich 80 Stimmen vergeben. Der Grund: Der Stadtrat hat genau 80 Sitze – und damit auch 80 zu verteilende Stimmen. Der Münchner Stimmzettel ist entsprechend groß: Er enthält mehrere hundert Kandidaten.

Wer möchte, kann einfach eine komplette Liste ankreuzen. Dann werden die Stimmen automatisch auf alle Kandidaten dieser Liste verteilt. Hinter den Listen stehen in der Regel Parteien oder lokale Bündnisse, die gemeinsam als eigene Liste zur Wahl antreten.
Es ist aber auch möglich, einzelne Kandidaten gezielt zu unterstützen: Bis zu drei Stimmen pro Person sind erlaubt – das nennt man Kumulieren. Außerdem können Stimmen auf Kandidaten verschiedener Parteien verteilt werden, das sogenannte Panaschieren. Wichtig: Insgesamt dürfen am Ende nicht mehr als 80 Stimmen vergeben werden, sonst wird der Stimmzettel ungültig. Wer panaschiert, muss also ein bisschen mitrechnen.
Auch eine Kombination ist möglich: Wird eine Liste angekreuzt und zusätzlich einzelnen Kandidaten Stimmen gegeben, werden die übrigen Stimmen automatisch dieser Liste zugerechnet – beginnend mit den Kandidaten weiter oben auf der Liste.
Wo wähle ich?
Die Adresse Ihres Stimmlokals ist oben rechts auf Ihrer Wahlbenachrichtigung eingetragen.
Wie läuft die Wahl am Sonntag ab?
Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Sie müssen ihre Wahlbenachrichtigung und einen amtlichen Lichtbildausweis mitbringen.
Ist die Wahlbenachrichtigung am Wahltag nicht auffindbar, können Sie mit einem gültigen Ausweisdokument in Ihrem Wahllokal wählen.
Ihre Briefwahlunterlagen müssen bis Sonntag, 18 Uhr, bei der Stadt eingegangen sein. Sie können Briefwahlunterlagen nicht in den Wahlräumen abgeben! Die Wahlbriefe können persönlich in die Behördenbriefkästen am KVR und am Rathaus sowie an den Sonderabgabestellen (nur am Wahlsonntag) eingeworfen werden. Diese befinden sich am KVR, Ruppertstraße 19 und Ruppertstraße 11, sowie am Rathaus, Marienplatz 8.

Die Standorte der Sonderabgabestellen werden am Sonntag hier auf der Webseite der Stadt veröffentlicht. Dort befindet sich entweder eine versiegelte Wahlurne, die von Sicherheitspersonal beaufsichtigt wird, oder es gibt einen gekennzeichneten "Wahlbriefkasten". Die letzte Leerung der Wahlurnen/Briefkästen an den Sonderabgabestellen ist am 8. März 2026, 18 Uhr.
Was ist, wenn ich am Wahlsonntag krank bin?
Spontan erkrankte Wahlberechtigte können am Wahlsonntag bis 15 Uhr Briefwahlunterlagen im Kreisverwaltungsreferat abholen lassen. Vorzulegen sind ein ärztliches Attest, eine Vollmacht und ein Ausweis der bevollmächtigten Person.
Wann gibt’s die ersten Wahlergebnisse?
Die Ergebnisse der Kommunalwahlen werden auf der Wahl-Webseite der Stadt veröffentlicht. Am Wahlsonntag ist von etwa 9.30 bis 17.30 Uhr der Stand der Wahlbeteiligung abrufbar. Mit ersten validen Ergebnissen zur OB-Wahl kann voraussichtlich ab 19.30 Uhr gerechnet werden. Trendmeldungen zur Stadtratswahl, einschließlich der voraussichtlichen Sitzverteilung, werden nach Eingang der Ergebnisse ab circa 21 Uhr präsentiert.

Vorläufige Auszählungsergebnisse der Stadtratswahl nach Bewerbern sind am Montag, 9. März 2026, ab 17 Uhr abrufbar. Geprüfte vorläufige Auszählungsergebnisse sind am Mittwoch, 11. März 2026 abends online. Die geprüften vorläufigen Auszählungsergebnisse der Bezirksausschusswahlen werden am Freitag, 13. März 2026 veröffentlicht.
Wann kommt es zur Stichwahl?
Sollte bei der Wahl zum Oberbürgermeister am 8. März kein Kandidat über 50 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten, so kommt es zur Stichwahl. Der Termin ist immer 14 Tage nach der Wahl angesetzt, also Sonntag, 22. März 2026.