Handwerksbetriebe in München trifft Corona-Krise härter

Auch im Handwerk kommt die Krise an - warum München besonders betroffen ist.
| Myriam Siegert
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Auch Handwerker leiden unter der Corona-Krise. (Symbolbild)
Auch Handwerker leiden unter der Corona-Krise. (Symbolbild) © Jan Woitas/zb/dpa/dpa

München - Lange war das Handwerk von der Corona-Pandemie eher wenig beeindruckt, doch nun macht sich die Krise auch hier bemerkbar, vor allem in bestimmten Bereichen - und vor allem in München.

Handwerkliche Dienstleistungen haben es schwer

Franz Xaver Peteranderl, Präsident des Bayerischen Handwerkstags, erklärt: Im Münchner Handwerk seien verbrauchernahe Dienstleister stark vertreten.

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Maßschneider, Friseure, Kosmetiker, Konditoren, Bäcker oder Raumausstatter wurden von den Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie besonders hart getroffen - und können trotz Wiedereröffnung wegen geltender Regeln, wie etwa 20 Quadratmeter pro Kunde und Testpflicht für Kunden, noch nicht wieder kostendeckend arbeiten.

Unzufriedenheit mit der Rathaus-Politik

Wegen "dieser strukturellen Besonderheit trifft die Corona-Krise das Handwerk in der Landeshauptstadt stärker als die Betriebe in der Region", sagt er. Auch die aktuelle Rathaus-Politik macht den Handwerks-Chef nicht glücklich:

"So begrüßenswert es ist, dass sich die Rathauskoalition über die Belebung der Innenstadt Gedanken macht, so problematisch ist ihre Ursachenanalyse", so Peteranderl.

Findet das Verkehrskonzept nicht genug Beachtung?

Es werde etwa vollständig ausgeblendet, welche Auswirkungen ihr Verkehrskonzept habe. Ein Vorschlag der Handwerkskammer, separate Wegeverbindungen und Erschließungsachsen für Fahrrad und Individual- sowie Wirtschaftsverkehr zu schaffen, sei unbeantwortet geblieben.

"Höchstmaß an Unsicherheit" erreicht

"Stattdessen wird ohne Gesamtkonzept ein weiterer Straßenumbau vorgenommen." So werde der Wirtschaftsverkehr ausgebremst, ohne Rücksicht auf weitrechende Folgen für Handwerk und Mittelstand", sagt Peteranderl.

Auch mit der großen Politik ist man unglücklich: Mit der verwirrenden Vielfalt von Anti-Corona-Maßnahmen sei nun ein "Höchstmaß an Unsicherheit" erreicht. Dass Bayern über die Vorgaben des Bundesinfektionsschutzgesetzes hinausgeht und strengere Regeln anwendet, bedeute für bayerische Unternehmen eine "Wettbewerbsverzerrung", klagte Peteranderl.

Der Umsatz sank um fünf Prozent

Denn auch beim Blick auf ganz Bayern ist die Krise angekommen: Vor allem das Kraftfahrzeughandwerk und die Lebensmittel verarbeitenden Betriebe hätten Probleme. Im ersten Quartal sank der Umsatz im bayerischen Handwerk im Vorjahresvergleich um fünf Prozent auf etwa 25 Milliarden Euro.

Die Zahl der Beschäftigten sank um etwa 0,9 Prozent. Als gut und befriedigend bewerten 76 Prozent der Betriebsinhaber die Lage, drei Prozentpunkte weniger als 2020.

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In die Zukunft schaut das Handwerk trotzdem optimistischer. 20 Prozent erwarten eine Verbesserung in den nächsten Monaten, 65 Prozent gleichbleibende Geschäfte. Außerdem gab es sogar eine "kleine Gründungswelle", so Peteranderl.

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