Grün-Rot: Stadtwerke München sollen kein Öl mehr fördern

SPD und Grüne wollen, dass die Stadtwerke aus dem Geschäft in der Nordsee aussteigen. Dabei war das in der Vergangenheit lukrativ.
| Christina Hertel
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Wenn es nach der grün-roten Mehrheit im Rathaus geht, dann sollen die Stadtwerke kein Öl und Gas mehr in der Nordsee fördern (Symbolbild).
Wenn es nach der grün-roten Mehrheit im Rathaus geht, dann sollen die Stadtwerke kein Öl und Gas mehr in der Nordsee fördern (Symbolbild). © Sebastian Widmann/Archiv/dpa

München - In der Nordsee stehen Bohrinseln, die Erdöl und -gas aus den Tiefen schöpfen. An diesem Geschäft sind die Stadtwerke München (SWM) beteiligt. Vor drei Jahren gründeten sie gemeinsam mit einem britischen Konzern das Unternehmen Spirit Energy, das dort Öl und Gas fördert. Doch das soll nun aufhören - wenn es nach der grün-roten Rathaus-Mehrheit geht.

Keine Öl und Gasförderung mehr: SWM soll Ausstiegsplan vorlegen

Die Fraktionen fordern, dass die Stadtwerke einen Ausstiegsplan aus der Gasförderung vorlegen. Die SWM solle ihre Anteile an dem Unternehmen Spirit Energy verkaufen. Momentan halten die SWM daran 31 Prozent. Bis wann das passieren soll, darauf wollen sich Grüne und SPD nicht festlegen. Es hänge davon ab, wie der Ausstiegsplan der Stadtwerke konkret aussehe, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Dominik Krause. Außerdem müsse erst ein Käufer für die Anteile gefunden werden. Vorstellbar sei aus seiner Sicht auch ein sukzessiver Ausstieg.

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Diese Variante bevorzugen auch die Stadtwerke. Denn das gesamte Gas, das die Münchner zum Heizen, Kochen und für die Strom- und Wärmeerzeugung benötigen, wird laut SWM durch das Unternehmen Spirit Energy abgedeckt. Momentan fördere die Spirit Energy etwa nicht in der Arktis. Mit ihren Anteilen würden die SWM jedoch auch ihre Einflussmöglichkeiten verlieren, wo das Öl herkommt.

Rathauskoalition fordert keine Förderung in der Arktis

Denn die SWM müssten die benötigten Gasmengen dann an den Großhandelsmärkten beschaffen, schreibt die Pressestelle. "Wir haben hier allerdings keinen Einfluss auf die Herkunft und Gewinnungsgebiete." Zudem könnten Abhängigkeiten von großen Produzenten entstehen.

Dabei ist sowohl Grünen als auch der SPD wichtig, dass keine Förderung von Gas aus der Arktis oder der Barentssee erfolgt - so geht es aus ihren Anträgen hervor. In der Vergangenheit machte die Spirit Energy Probebohrungen in der der Barentssee. Die SWM hatten sich nach eigenen Angaben dafür eingesetzt, das Engagement dort zu beenden. Seitdem habe es dort keine Bohrungen mehr gegeben.

Bis 2035 will München klimaneutral sein

Statt auf einem Verkauf der Anteile sollte der Fokus aus Sicht der SWM daher darauf liegen, weniger Gas zu verbrauchen. "Entsprechend eines sinkenden Gasverbrauchs in München könnte die Beteiligung an der Spirit Energy sukzessive reduziert werden", so die SWM. Geschehen könne dies zum Beispiel durch den Ausbau von Geothermie.

Grüne und SPD verweisen jedoch auf die ambitionierten Klimaziele, die sich die Stadt gesetzt hat. Bis 2035 will München klimaneutral werden. Zu diesem Ziel passe nicht, wenn sich die Stadt auf der anderen Seite an einem Unternehmen beteiligt, das Öl und Gas fördert, so der Grüne Krause. Tatsächlich machte die Stadt mit ihrer Beteiligung an dem Gasunternehmen in der Vergangenheit Millionen-Gewinne. Alleine 2018 waren es mehr als 100 Millionen Euro. Selbst in diesem Jahr, in dem die Energie-Preise stark schwankten, erwarte die SWM einen niedrigen Gewinn.

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