Grabkreuz landet im Fundbüro

1,50 Meter groß und aus massivem Holz: Ein Hausmeister hat es an einem Baum in Laim gefunden. Der Fundsachenverwalter findet's befremdlich.  
| Johanna Jauernig
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Eigenartiger Fund: Charles Reinbold und das Grabreuz.
Petra Schramek Eigenartiger Fund: Charles Reinbold und das Grabreuz.

1,50 Meter groß und aus massivem Holz: Ein Hausmeister hat es an einem Baum in Laim gefunden. Der Fundsachenverwalter findet's befremdlich.

München - 
Beim Münchner Fundsachenverwalter Charles Reinbold ist in den 19 Jahren, die er im Fundbüro arbeitet, ja schon einiges angekommen. Geldbörsen natürlich, Fahrräder, Brillen und vieles mehr, was Menschen so verlieren (siehe Kasten unten).

Jetzt aber hat ihm die Polizei ein ganz besonderes Stück vorbei gebracht: ein gewaltiges Grabkreuz. Das hatte – offenbar achtlos abgestellt – an einem Baum in Laim in der Ludlstraße gelehnt.
Charles Reinbold ist überzeugt, dass Randalierer das Grabmal von einem Friedhof geklaut und später einfach weggeworfen haben. Das regt ihn auf: „Wer macht denn so was? Denen hat man ja vergessen, im Hirn umzurühren!“

Die Polizei schließt nicht aus, dass die Besitzer das Holzkreuz selbst entsorgt haben.
Etwa 1,50 Meter hoch und geschätzte 50 Jahre alt ist das Totenkreuz. „Hier ruhen – Eltern Stephani – Familie Kechelen“, steht in drei Zeilen auf dem massiven Sockel.
Ein Hausmeister hatte das Grabmal gefunden. Er rief die Polizei, und die schleppte das Denkmal aus Massiv-Holz schließlich ins Fundbüro.

Fundsachenverwalter Reinbold sagt: „Wir dachten zunächst, das stammt sicher vom Waldfriedhof.“ Der liegt immerhin nur etwa fünf Kilometer vom Fundort entfernt. Doch die Friedhofsverwaltung hat erklärt, dass auf dem 164 Hektar großen Friedhof kein Holzkreuz vermisst würde.

Wer also hat das Kreuz verloren oder abgestellt? Kechelen ist ein seltener Name in Bayern. Nur eine Familie Kechelen gibt es laut Telefonbuch in Oberbayern. Die AZ hat sie angerufen: Ein Grabkreuz vermisse man nicht. Vorerst bleibt es also im Fundbüro.


Kaninchen, Klobürste und Koffer mit Messern

 

 

Was die Menschen so mit sich herumtragen, erfährt man oft erst, wenn die Habseligkeiten irgendwo vergessen werden. 75 000 Gegenstände pro Jahr vergessen Reisende allein am Münchner Flughafen. Hier eine kleine Auswahl dessen, was in Taxen, Ämtern, Lokalen und natürlich auch auf der Wiesn schon alles gefunden worden ist.

eine Kettensäge

ein BMW-Motor

Musikinstrumente

eine Klobürste – originalverpackt

ein Brautkleid

Spiegelreflexkameras

Videorekorder

Brillen

Gebisse

ein weiblicher Mops

Jacken

Krücken

ein Buddelschiff

eine Tuba

weißes Kaninchen 

ein Tischfeuerwerk

zahlreiche Eheringe

eine Taucherbrille

ein Paar Skistiefel

ein Feuerlöscher

ein Rauhaardackel

zwei Rubin-Ohrringe

ein Koffer voller Schlachtermesser

Katzenstreu

ein Haartrockner

Krokodillederhandschuhe

ein Absperrpfosten

eine Arm-Prothese

ein Rollstuhl

Laptops

 

 

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