Glaube trifft Gastro: Sorgentelefon für Corona-geplagte Wirte

Der Gaststättenverband Dehoga und die evangelische Kirche haben ein Sorgentelefon für Wirte eingerichtet - der Bedarf sei groß. Die Gastro zeigt sich offen für gelockerte Regeln für Geimpfte.
| Annette Baronikians, Leonie Meltzer
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Die Corona-Krise habe bei den Gastronomen auch Kraft und Innovationsstärke geweckt, heißt es von Dehoga-Seite.
Die Corona-Krise habe bei den Gastronomen auch Kraft und Innovationsstärke geweckt, heißt es von Dehoga-Seite. © imago images/Sven Simon

München - Das Jahr 2020 ist ein bitteres für Gastronomie und Hotellerie. "Wir waren ohne Verschulden die ersten, die schließen mussten, und sind wohl die letzten, die wieder aufsperren dürfen", sagte am Dienstag Angela Inselkammer, Bayern-Präsidentin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), in einer virtuellen Pressekonferenz. Zudem sprach Christian Kopp, evangelischer Regionalbischof für München und Oberbayern.

Sorgentelefon für die Gastronomie: Es besteht Redebedarf

Die Gastronomie zuzusperren, und alles was zu ihrem Kosmos gehöre, sei schwer gewesen, so Inselkammer. "Und ein bisschen ist man sich so vorgekommen, als ob man gar nicht mehr notwendig wäre."

Hofft auf bessere Zeiten: Angela Inselkammer.
Hofft auf bessere Zeiten: Angela Inselkammer. © Thomas Straub/Dehoga Bayern/dpa

Die Krise habe dennoch Kraft und Innovationsstärke geweckt. Eine Errungenschaft aus der Notsituation sei die Partnerschaft mit Regionalbischof Christian Kopp. Gemeinsam mit dem kirchlichen Dienst habe man ein Sorgentelefon für Wirtinnen und Wirte mit acht ehrenamtlichen Mitarbeitern eingerichtet. Es gebe viel Redebedarf. "Wir brauchen die Möglichkeit, in Ruhe miteinander sprechen zu können", sagte Inselkammer. Das würde ich mir auch von der Politik wünschen."

Corona-Krise: Viele Wirte müssen sich verschulden

Die Wirte vertrauten demnach voll auf die Zusage der Bundesregierung, mit den November- und Dezemberhilfen 75 Prozent ihres entgangenen Umsatzes ersetzt zu bekommen - auch wenn sie bislang noch "keine wesentlichen Zahlungen erhalten" hätten.

Der evangelische Regionalbischof in München und Oberbayern, Christian Kopp.
Der evangelische Regionalbischof in München und Oberbayern, Christian Kopp. © dpa

Viele Wirte hätten schon ihre gesamten Ersparnisse samt Altersversorgung eingesetzt und sich verschuldet. "57 Prozent der Betriebe sehen sich in ihrer Existenz gefährdet", sagte Inselkammer. "Die Not ist brutal." Es gebe 40.000 Betriebe in Bayern, mit einzelnen Schicksalsschlägen, Sorgen und Nöten. "Es geht um Betriebe, bei denen die ganze Familie, vielleicht seit Generationen, mitarbeitet", so die Wirtin. Es benötige eine Perspektive und Planbarkeit für die Unternehmen.

Angela Inselkammer: "Der Mensch ist ein soziales Wesen"

Viele Menschen hätten erfahren, dass ein Leben ohne die Wirtshäuser ärmer sei. "Der Mensch ist ein soziales Wesen", das Begegnungsstätten benötige, sagte die Wirtin. Aus der Not heraus hätten viele Wirte mit dem Außer-Haus-Verkauf Geld verdient oder andere neue Konzepte ausprobiert. Auch wenn manche davon erhalten bleiben, könne dies nur ein Zusatzgeschäft sein.

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Christian Kopp: "Corona haben wir alle"

Als eine Lösung könne sich der Dehoga gelockerte Corona-Regeln für Geimpfte vorstellen. Auch Kindergärten verlangten Impfungen. Wenn 50 Menschen im Gasthaus zusammen feiern wollen "und alle geimpft sind, warum nicht?", sagte Inselkammer.

Regionalbischof Kopp appellierte, Vertrauen zu haben: "In sich selbst, die Politik und das Miteinander der Gesellschaft." Die Krise sei eine "Weltkrise" und gehe jeden etwas an. "Corona haben wir alle", so Kopp.


Das Sorgentelefon für Dehoga-Wirte: Telefon 089/28760222

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