"Ein Riesenschritt": Erste Corona-Impfungen in Münchner Unikliniken

Großer Andrang und viel Erleichterung: Die AZ war beim Impfstart für die Mitarbeiter im Klinikum Großhadern dabei.
| Eva von Steinburg
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Sarah Geschwendtner impft Daniel (29), Assistenzarzt auf einer Corona-Normalstation.
Sarah Geschwendtner impft Daniel (29), Assistenzarzt auf einer Corona-Normalstation. © Daniel von Loeper

München - Ein erster Schutz für die Kämpfer an vorderster Front: Am Dienstag konnten die beiden großen Münchner Unikliniken ihren gefährdetsten Mitarbeitern die erste Dosis der neuen Corona-Schutzimpfung spritzen. Über 350 bekamen die erste von zwei Spritzen.

Am Mittwoch geht die Impfaktion weiter

Rund 300 Mitarbeiter von Covid-Stationen und der Notaufnahme des Klinikum Großhadern der Ludwig-Maximilians-Universität und dem Standort Ziemssenstraße sowie 72 Mitarbeiter vom Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität waren als erste an der Reihe. Manche sagten, sie fühlen sich daher "privilegiert". Am Mittwoch geht die Impf-Aktion an den beiden Münchner Kliniken weiter.

Assistenzarzt Daniel: "Ich habe mich gefreut, gleich dranzukommen"

Mit dem gelben Impfheft in der Hand und einem Aufklärungsbogen steht medizinisches Personal im Krankenhaus Großhadern am Dienstag in einer Warteschlange.

In Kabine 4 sagt die Ärztin: "Einfach locker lassen, es piekt. Schmerz?", fragt sie. "Nee", antwortet der Kollege, der Assistenzarzt Daniel (29), der auf einer Corona-Normalstation im Innenstadt-Campus Ziemssenstraße arbeitet: "Ich habe mich gefreut, gleich dranzukommen. Der Schutz gibt mir die Hoffnung, nicht mehr Überträger im Privatleben und für Patienten sein zu können", sagt er. In drei Wochen bekommt er die zweite Dosis. Sie ist bereits reserviert.

Ärztin Jessica Jin und Jaqueline Putz, die Covid-Patienten Blut abnimmt
Ärztin Jessica Jin und Jaqueline Putz, die Covid-Patienten Blut abnimmt © Daniel von Loeper

Medizinische Fachangestellte: "Die Angst war immer da"

"Ich bin total froh und erleichtert über meine Impfung", sagt Jaqueline Putz (36), eine medizinische Fachangestellte. In Zukunft soll sie bei Covid-Patienten Blut abnehmen für eine Studie: "Ich hatte Glück, dass ich heute unter die Ersten falle. Denn die Angst, Corona zu bekommen, war immer da. Und die Gefahr für die Kollegen sich anzustecken, sehe ich immer noch als groß", sagt die Frau aus Pasing.

Karl-Walter Jauch, Ärztlicher Direktor des LMU Klinikums, beschwert sich zwar, dass die Zahl der Impfdosen nicht ganz so üppig aufgefallen ist, wie gewünscht: Nur 2.000 Dosen habe man zunächst bekommen.

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Denn viele möchten geimpft werden und auch Reinigungskräfte auf Covid-Stationen und Techniker in Röntgenräumen werden mit Priorität geschützt. Die Klinik der LMU hat mit allen Standorten rund 11.000 Mitarbeiter. Wer im Krankenhaus arbeitet, muss einen Impfschutz gegen Masern vorweisen. Die neue Corona-Impfung bleibt freiwillig. 

Tropenmedizinerin Camilla Rothe erklärt, welche Fragen beim Aufklärungsgespräch bei Mitarbeitern aufgekommen sind: "Impfen bei Kinderwunsch?" — "Erstmal nicht." "Impfen nach überstandener Covid-Infektion?" — "Erstmal abwarten", lautet ihr Rat.

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Klinikdirektor von Bergwelt: "Diese Impfung ist ein Riesenschritt"

Gesundheitsfachkräfte wissen, wie sie sich vor Corona schützen. Ein Risiko kann das Ausziehen von kontaminierter Schutzkleidung sein. Trotz Abstand und Lüften werden jetzt Pausenräume und Raucherecken in Krankenhäusern als Covid-19-Übertragungsorte untersucht, weil hier die Masken unten sind.

Klinikdirektor Michael von Bergwelt, wurde am Dienstag auch geimpft. Er ist zuversichtlich: "Partiellen Impfschutz gibt es nach 14 Tagen, vollen nach einem Monat. Diese Impfung ist ein Riesenschritt!"

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