"Wir dürfen nicht nachlassen": Starkes Zeichen gegen Rechts beim Giro di Monaco

Rund 10.000 Menschen laufen am vergangenen Sonntag beim diesjährigen Spendenlauf "Giro di Monaco" mit. Das Motto: Vielfalt statt Einfalt. Auch der Alt-OB und diverse Promis schauen vorbei.
Leonhard Pangratz |
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Mehrere Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammeln sich am vergangenen Sonntag zum Giro di Monaco. Start- und Zielpunkt war die Blumenstraße.
Mehrere Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammeln sich am vergangenen Sonntag zum Giro di Monaco. Start- und Zielpunkt war die Blumenstraße. © Leonhard Pangratz

Die Blumenstraße ist rappelvoll: Rund 10.000 Menschen warten am Sonntagvormittag auf den Startschuss. Der Giro di Monaco ist mittlerweile eine Münchner Tradition, bereits zum fünften Mal findet der Spendenlauf statt.

Die Teilnehmer müssen knapp fünf Kilometer über den gesperrten Altstadtring laufen. Das Motto in diesem Jahr: Vielfalt statt Einfalt. Wer hier mitläuft, setzt ein Zeichen für Demokratie und gegen Rassismus. Die Spenden gehen an das Bellevue di Monaco, das mit dem Geld Projekte für Geflüchtete finanziert.

Vielfalt ist etwas typisch münchnerisches

Den Läufern wird dafür einiges geboten: Zahlreiche Prominente begleiten das Event. Carolin Matzko moderiert, Hannes Ringlstetter steht mit seiner Band auf der Bühne, auch Simon Pearce und Paul Breitner sind mit dabei.

Das meiste Aufsehen erregen jedoch Alt-OB Dieter Reiter (SPD) und sein Nachfolger, der neue Münchner Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne). Beide stehen zusammen auf der Bühne und wirken gut gelaunt: "Solange sowas noch funktioniert, kann nix schiefgehen in München", schwärmt Reiter in seiner kurzen Ansprache über den Lauf. Seine aktuelle Situation nimmt er mit Humor. "An alle, die darüber nachdenken, länger zu arbeiten: Ich finde, Freizeit und Ruhestand sind auch was Schönes."

Alt-OB Dieter Reiter übergibt den symbolischen Staffelstab.
Alt-OB Dieter Reiter übergibt den symbolischen Staffelstab. © Leonhard Pangratz


OB Dominik Krause ist der neue Schirmherr des Laufs und kommt in seiner Rede schnell zum eigentlichen Thema. "Das Motto ist Vielfalt statt Einfalt. Ich finde, etwas mehr münchnerisches kann es kaum geben", ruft er dem laut jubelnden Publikum zu.

Krause: "Wir müssen weiterhin Flagge zeigen"

Wie wichtig den Münchnern die Themen Offenheit und Vielfalt sind, zeigt sich an den Teilnehmern selbst. Familien mit kleinen Kindern machen genauso mit wie gestandene Läufer.

Der Student Andi Weber (vorne) läuft zusammen mit seinen Freunden – sie studieren alle an der TU.
Der Student Andi Weber (vorne) läuft zusammen mit seinen Freunden – sie studieren alle an der TU. © Leonhard Pangratz

Es sind viele Gruppen dabei, wie zum Beispiel Andi Weber und seine Freunde. Die jeweils drei Läuferinnen und Läufer studieren gemeinsam an der TU München und haben vor kurzem das Joggen für sich entdeckt. Von weiteren Freunden haben sie vom Giro di Monaco erfahren und waren sofort begeistert. "Es ist wichtig, darauf aufmerksam zu machen, dass Diversität nur etwas Gutes ist", sagt Andi Weber.

Lehrerin Brigitte Bodensteiner läuft mit ihren Schülern.
Lehrerin Brigitte Bodensteiner läuft mit ihren Schülern. © Leonhard Pangratz


Ähnlich sieht es Brigitte Bodensteiner. Sie ist Lehrerin am Rupprecht-Gymnasium und mit etwa30 Schülern dabei. "Wir haben eine Lauf-AG und wir verknüpfen das Laufen mit der guten Botschaft", erklärt sie. Ihrer Meinung nach müsse man ein Zeichen für Vielfalt setzen. "Es ist mir ein wichtiges Anliegen, die Schüler dementsprechend zu sensibilisieren."

OB Dominik Krause ist stolzer Schirmherr des Giro di Monaco.
OB Dominik Krause ist stolzer Schirmherr des Giro di Monaco. © Leonhard Pangratz

OB Krause zeigt sich im Gespräch mit der AZ zufrieden, aber auch kämpferisch: "Ich finde, dass München einen wahnsinnig hohen Zusammenhalt hat, aber wir dürfen nicht nachlassen." Der derzeitige Rechtsruck in Deutschland mache ihm Sorgen. "Wir müssen weiterhin Flagge zeigen, wenn gerade Rechtsextreme aufmarschieren", fordert der 35-jährige Politiker.

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14 Kommentare
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  • Der wahre tscharlie am 19.05.2026 19:20 Uhr / Bewertung:

    AGAINST THE RACISM!!!

    Und wer heute die Nachrichten verfolgt hat, hat gehört, dass die blaue Partei bei einem Sieg in Sachsen-Anhalt mindestens 150 führende Staatsdiener austauschen will.
    Recht viel offener kann man es nicht sagen, was die mit unserem Land vorhaben.
    Wann wachen die Menschen endlich auf? Wenn es zu spät ist?

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  • Bayern69 am 18.05.2026 15:42 Uhr / Bewertung:

    Rechtsruck? In den vergangenen Jahren gab es einen massiven Linksruck. Da ist eine Bewegung nach rechts eine ganz normale Gegenbewegung. Extremismus gibt es links, rechts, religiös verbrämt etc. Ergo müsste das Motto erweitert werden um alle möglichen Spielarten. Da aber linke Gewalt allgemein gedulded und sogar unterstützt (siehe Hammerbande) wird, ist es wohl Wunschdenken.

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  • tutwaszursache am 18.05.2026 17:30 Uhr / Bewertung:
    Antwort auf Kommentar von Bayern69

    Sie sind auch ein hervorragendes Beispiel dafür, was die AfD in der Gesellschaft schon angerichtet hat. Vor 10, 20 Jahren war es allgemeiner Konsens, Antifaschist zu sein, heutzutage ist man damit in Ihren Augen offenkundig linksextrem.

    Es gab auch keinen "massiven" Linksruck in den letzten Jahren, eher umgekehrt.

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