Gelbe Tonne statt Wertstoffinsel: Was Münchner beachten müssen

Die neuen Gelben Tonnen stehen bald vor vielen Münchner Häusern. Benutzen dürfen die Bewohner sie aber noch nicht. Was beim Start des neuen Sammelsystems gilt.
von  Maja Aralica
Die Gelben Tonnen werden in den kommenden Wochen im Stadtgebiet verteilt. Für den Osten und den Westen sind jeweils unterschiedliche Firmen zuständig.
Die Gelben Tonnen werden in den kommenden Wochen im Stadtgebiet verteilt. Für den Osten und den Westen sind jeweils unterschiedliche Firmen zuständig. © KNETTENBRECH + GURDULIC

München sei bisher "ein exotisches Gebiet" gewesen, sagt Alexander Pabst. Er leitet den Bereich kommunale Dienstleistungen beim Entsorgungsunternehmen Knettenbrech + Gurdulic. Der Grund: München ist die einzige deutsche Großstadt, die Wertstoffinseln als Sammelsystem nutzt. Anderswo werden Gelbe Säcke am Straßenrand abgeholt oder Gelbe Tonnen vor den Häusern geleert.

Das ändert sich nun auch in München: Seit Oktober werden im Stadtgebiet Gelbe Tonnen verteilt. Ab Januar 2027 gilt das neue Holsystem offiziell. Das hat der Stadtrat im Jahr 2025 nach einem Pilotversuch beschlossen. Am Dienstagvormittag stellte Knettenbrech + Gurdulic die wichtigsten Informationen für den Münchner Osten vor.

Zwei Firmen teilen sich die Stadt

Damit zum Start alles reibungslos läuft, stellen die Entsorger die Tonnen mit dem gelben Deckel in den kommenden Wochen auf. Für den Osten ist Knettenbrech + Gurdulic zuständig, für den Westen die RMG Rohstoffmanagement GmbH.

Die Aufteilung ist wie folgt:

  • München West: Sendling, Sendling-Westpark, Schwanthalerhöhe, Neuhausen-Nymphenburg, Moosach, Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln, Hadern, Pasing-Obermenzing, Aubing-Lochhausen-Langwied, Allach-Untermenzing, Feldmoching-Hasenbergl und Laim
  • München Ost: Altstadt-Lehel, Ludwigvorstadt-Isarvorstadt, Maxvorstadt, Schwabing-West, Au-Haidhausen, Milbertshofen-Am Hart, Schwabing-Freimann, Bogenhausen, Berg am Laim, Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach, Obergiesing, Fasangarten und Untergiesing-Harlaching

Wie bei den Wertstoffinseln kümmern sich nicht die städtischen Abfallwirtschaftsbetriebe München (AWM) um die Leerung. Stattdessen übernehmen die beiden Privatunternehmen den Auftrag der sogenannten Dualen Systeme. Diese wurden in den 1990er-Jahren eingeführt und waren anfangs vor allem durch den Grünen Punkt bekannt. Sie organisieren und finanzieren die Sammlung und Verwertung von Verkaufsverpackungen direkt bei den Haushalten – dazu gehört auch das System der Gelben Tonne. Die Kosten dafür stecken bereits im Kaufpreis der Produkte.

Ab Oktober 2026 werden die neuen Behälter in zwei Sammelgebieten für Ost und West verteilt. Die Entsorgung übernehmen die Firmen RMG sowie Knettenbrech + Gurdulic.
Ab Oktober 2026 werden die neuen Behälter in zwei Sammelgebieten für Ost und West verteilt. Die Entsorgung übernehmen die Firmen RMG sowie Knettenbrech + Gurdulic. © KI-generiert

Im Dezember 2022 hatte der Stadtrat einen Pilotversuch mit verschiedenen Sammelsystemen für gebrauchte Verkaufsverpackungen beschlossen. Getestet wurden die Gelbe Tonne, der Gelbe Sack und eine Wertstofftonne. Auf Grundlage der Ergebnisse fiel die Entscheidung, ab 2027 die Gelbe Tonne stadtweit einzuführen.

Der AWM hat festgelegt, welche Grundstücke Tonnen erhalten und welche Behältergrößen dafür vorgesehen sind. Zur Auswahl stehen 120, 240, 770 und 1100 Liter. Die vorgegebene Größe muss für drei Monate getestet werden, dann kann man gegebenenfalls eine Anpassung anfordern.

Gelbe Tonne in München: Größen werden drei Monate getestet

Für die Aufstellung und Sammlung fallen keine Gebühren an. Jedes Grundstück erhält automatisch einen Behälter. Wer keine Tonne möchte, kann sich nach der Lieferung beim zuständigen Entsorger melden. Dieser holt sie wieder ab. Wer aus Platzgründen keine haben möchte, kann sie sich mit den Nachbarn teilen. Wichtig ist allerdings: Ende des Jahres werden die Wertstoffinseln abgebaut.

Auch wenn die neuen Tonnen bereits im Oktober vor der Tür oder im Hof stehen, dürfen sie erst Ende des Jahres befüllt werden. Die erste Leerung ist Anfang Januar und ab da alle zwei Wochen geplant. Wann die Tonne an die Reihe kommt, hängt von Bezirk, Straße und Hausnummer ab. Die Entsorger werden die Abfuhrtermine in einem Kalender per Post an alle Haushalte verschicken und auch digital bereitstellen.

Am Abfuhrtag müssen die Gelben Tonnen spätestens um 6 Uhr am Straßenrand im öffentlichen Bereich stehen, informiert Knettenbrech + Gurdulic. Sind sie für das Entsorgungsfahrzeug nicht zugänglich, bleiben sie stehen und werden erst beim nächsten regulären Termin geleert.

Wer die Tonnen nicht selbst bereitstellen und zurückholen kann oder möchte, kann bei Knettenbrech + Gurdulic einen kostenpflichtigen Hol- und Bringservice buchen. Das Unternehmen holt die Behälter dann am vereinbarten Standort ab, leert sie und bringt sie zurück.

Was darf in die Gelbe Tonne?

In die Gelbe Tonne gehören ausschließlich restentleerte Verpackungen, die nicht aus Papier, Pappe, Karton oder Glas bestehen. Andere Abfälle haben darin nichts verloren. Das ist wichtig für eine reibungslose Entleerung.

Ob richtig getrennt wurde, lässt sich laut Alexander Pabst mitunter schon am Gewicht erkennen. Ist zu viel Restmüll in der Tonne, wird sie zu schwer. Entdecken die Mitarbeiter bei der Leerung falsch entsorgte Abfälle, lassen sie den Behälter stehen und versehen ihn mit einem Aufkleber. Dieser fordert dazu auf, den Inhalt nachzusortieren. Kommt es wiederholt zu Fehlwürfen, kann der Entsorger die Tonne wieder abziehen.

Die Einführung der Gelben Tonne soll auch dafür sorgen, dass mehr Verpackungen recycelt werden. Bislang sammeln die Münchner an den Wertstoffinseln vergleichsweise wenig Leichtverpackungen: Pro Einwohner kommen im Jahr nur etwa sechs Kilogramm zusammen. Bundesweit sind es durchschnittlich rund 32 Kilogramm. Ein großer Teil der Verpackungen landet in München deshalb im Restmüll und wird verbrannt.

Alexander Pabst sieht in der Gelben Tonne "ein bequemeres System für die Bürger". Sie müssen ihre Verpackungen künftig nicht mehr zur Wertstoffinsel bringen, sondern können sie direkt zu Hause entsorgen.

Fragen zur Gelben Tonne

Bei Fragen zur Sammlung können sich Münchnerinnen und Münchner an den für ihren Stadtteil zuständigen Entsorger wenden.

München West: RMG Rohstoffmanagement GmbH
Service-Hotline: 0800 4006005
E-Mail: gelbe-tonne.muenchen@ rmg-gmbh.de

München Ost: Knettenbrech + Gurdulic Service GmbH & Co. KG
Service-Hotline: 0800 5052505
E-Mail: LVP-Muenchen-Ost@ knettenbrech-gurdulic.de

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